Gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft

dass soziale Netzwerke und Online-Spiele bereits neue Formen von Ibasho darstellen und technologische Entwicklungen auch künftig weitere solcher Räume hervorbringen können.

Zeitliche Dimension : Ein Ibasho gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, im Moment zu verweilen – ohne Leistungsdruck und ohne Anpassungszwang durch die Außenwelt. Dies schafft Zeitfenster, in denen sie ihre Identität ausprobieren können. Dennoch hat ein Ibasho laut Definition zwingend auch eine Entwicklungsperspektive: Es geht nicht nur um Sicherheit im Augenblick, sondern um die Möglichkeit, Pläne zu machen, Selbstwirksamkeit zu erleben und ein Gefühl für die eigene Zukunft zu entwickeln. Zeit meint also auch die Erfahrung von Wachstum, Veränderung und Empowerment. Ein Ibasho wirkt somit idealerweise nachhaltig auf die Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Beziehungsdimension : Uji (2025) schildert in einer Studie, dass es auch wichtig sein kann, einen „personal ibasho“ zu haben, also einen Ort des Rückzugs. Allerdings erfüllt der „social ibasho“, also ein Ort des Kontakts zu anderen Jugendlichen oder Erwachsenen, eine wichtige Funktion für die mentale Gesundheit. Jugendliche sind nicht nur Empfänger*innen von Unterstützung, sondern können selbst Gestalter*innen und Peer-Betreuer*innen werden. Auch für Fachkräfte, Ehrenamtliche oder Eltern entsteht durch die Beziehungserfahrung Zugehörigkeit – ein Ibasho ist also für beide Seiten bedeutsam und kann sich somit nachhaltig und positiv auf den kompletten Sozialraum auswirken.Ein Ibasho besteht allerdings nur dann, wenn sich Kinder und Jugendliche in einer Beziehung nicht bedroht, abgelehnt oder bewertet fühlen. In einem Vortrag wurde uns sogar die Konfliktfreiheit als notwendige Bedingung für das Vorhandensein eines Ibasho genannt.

Beispiele

Herr Oyama nannte uns beispielhafte Konzepte, die sich mittlerweile als Best-Practice-Beispiele etabliert hätten:

Playparks , die deutschen Abenteuer- oder Aktivspielplätzen ähneln, eröffnen Räume für selbstbestimmtes und gemeinschaftsorientiertes Spielen. Durch die Mehrfachnutzung bestehender Gebäude werden hierbei Ressourcen effizient eingesetzt und flexibel für unterschiedliche Zielgruppen geöffnet. Ein besonderes Beispiel, welches wir im Rahmen unseres Austauschprogramms besuchen konnten, stellt der Kawasaki City „Kodomo Yumepark“ (wörtlich übersetzt „Kindertraumpark“) dar. Bereits im Jahr 2003 von der Kommune Kawasaki im Rahmen der Bemühung um eine Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention eröffnet, gilt er wegen seiner erfolgreichen Ansätze in diesem Bereich international als Vorzeigeprojekt. Die Finanzierung der Einrichtung erfolgt über die örtliche Kommune.

Abbildung 4: Kodomo Yumepark

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