BiBo-KW41-2021

OBERWI L

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14. OKTOBER 2021 | NR. 41

«Man muss den Klimawandel wie eine Krise behandeln» Am 24. Oktober organisiert eine Gruppe jugendlicher Klima-Enga- gierter eine Kleidertauschbörse in Oberwil. Dies hat uns Frau Lea Meier, Pfarrerin, geschrieben. Wir haben uns mit zwei Exponenten dieser Gruppe in Kontakt gesetzt und mit ihnen ein Interview geführt. Was tun Sie im Alltag konkret für ein besseres Klima?

Mona Camenzind: Ich versuche mich in Schritten in allen Bereichen zu verbes- sern: Ich dusche kürzer, fahre mit dem Velo zur Schule, ernähre mich grössten- teils vegan, kaufe meine eigene Klei- dung «second hand», versuche Papier einzusparen, nehme mein eigenes Essen mit in die Schule, reise nicht mit dem Flugzeug. Ich gebe mein Bestes, aber es ist heutzutage nicht möglich, perfekt nachhaltig zu leben. Es gibt immer wie- der Fortschritte – und gleichzeitig auch Verbesserungsraum. Michal Oskedra: Ich bin fast immer mit dem Velo unterwegs, trage keine neuen Klamotten und engagiere mich fürs Klima. Von all diesen Dingen ist jedoch das Engagement mir am wichtigsten, da die Klimakrise kein Problem ist, welches jede und jeder für sich selbst, sondern nur alle gemeinsam lösen können. Ich alleine habe nur wenig Einfluss, ob mein Haus durch eine Ölheizung geheizt wird. Oder die eigene Krankenkasse in schmutzige Geschäfte, wie zum Beispiel Kohleabbau, investiert. Ich wertschätze persönliches, nachhaltiges Handeln, doch mit anderen darüber zu reden, finde ich noch wichtiger. Dabei können wir die Lösungen gemeinsam erarbeiten, die klimafreundliches Handeln einfa- cher machen. Das kann jede und jeder tun, auch selbst wenn man selbst nicht perfekt ist und manchmal doch etwas Fleisch isst. Es ist mir ein grosses, persönliches An- liegen, Mona und Michal für das Ge- spräch und den Fototermin (in Therwil) herzlichst zu danken. Und wir sind si- cher, dass am übernächsten Sonntag ganz viele Leute, jeglichen Alters, an die Kleidertauschbörse in den «Duube- schlag» (Hauptstrasse 47) kommen wer- den.  Georges Küng

Auch wenn diese Ihre Zeitung aktiv keine (Lokal-)Politik macht, so haben wir eine grosse Sensibilität für politische Themen. Und wir sind der Meinung, dass der Kli- mawandel kein Hype ist, sondern von allen sehr, sehr ernst genommen werden muss. BiBo: Dürfen wir ein paar Eckdaten zu Ihrer Person und dem schulischen Werdegang erfahren? Mona Camenzind: Ich wohne inWitterswil und bin 17 Jahre alt. Gemeinsam mit Elena Weber habe ich die Klimagruppe Leimental gegründet. Seit einigen Jahren bemerke ich immer wieder, wie wir Men- schen unserer Umwelt, dem Klima und somit uns selbst schaden. Ich mache mir Sorgen, wenn ich an meine Zukunft denke – und ich fühle mich hilflos. Man muss den Klimawandel wie eine Krise behandeln und dazu muss sich vieles grundlegend verändern. Denn so kann es nicht weiter- gehen. Deshalb setze ich mich für unsere Umwelt uns unser Klima ein. Michal Oskedra: Ich bin 20 Jahre alt und wohne in Bottmingen. Ich sehe den Kli- mawandel ebenso als eine grosse Krise und Herausforderung an, die mich stark beschäftigen. Mit meinem Interesse an Mathematik und Physik möchte ich in der Zukunft als Ingenieur zu der Energie- wende beitragen. Doch um die Klima- krise aufzuhalten, müssen sich viele Dinge auch in der Gesellschaft ändern. Deswegen setze ich mich seit zwei Jah- ren für den Klimaschutz ein und helfe mit, die Klimagruppe am Gymnasium Ober- wil zu organisieren. GEMEINDE­ INFORMATIONEN BAUGESUCHE BAUGESUCH NR. 1317/2021 Parzelle(n): 573 Projekt: Um-,An- undAusbauWohn- und Ökonomiegebäude/Schwimmbad, 1. Neu- auflage: zusätzliche Solar-anlage auf dem Dach, Hohlegasse 41, 4104 Oberwil Gesuchsteller: Borner Eva u. Reto, Wei- herstrasse 36, 8132 Egg b. Zürich Projektverfasser: s+p Schmidpartner AG, Nordstrasse 121, 8200 Schaffhausen Auflage bis: 25. Oktober 2021 BAUGESUCH NR. 1900/2021 Parzelle(n): 236 Projekt: Projekt: Schwimmbad, Stephan Gschwind-Strasse 7, 4104 Oberwil Gesuchsteller: Bider Katharina u. Bern- hardt Kaspar, Stephan Gschwind-Strasse 7, 4104 Oberwil Projektverfasser: Dobler Gärtnerei AG, Spinnler Cyrill, Langjurtenstrasse 10, 4132 Muttenz Auflage bis: 25. Oktober 2021 Die Pläne können auf der Gemeindever- waltung (Abteilung Bauten und Planung, Hohlegasse 6) nach telefonischer Verein- barung mit Elisabeth Hasler (Telefon 061 405 42 48) eingesehen werden. Einspra- chen sind innerhalb der Auflagefrist schriftlich in vier Exemplaren an das Bau- inspektorat Basel-Landschaft, Rhein- strasse 29, 4410 Liestal zu richten. Sie sind innert zehn Tagen nach Ablauf der Auflagefrist zu begründen. Baugesuchspläne, bei denen eine entspre- chende Einverständnis- erklärung des verantwortlichen

Sie organisieren am 24. Oktober eine Kleidertauschbörse. Hat dies einen bestimmten Grund? Wen sprechen Sie mit diesem Anlass an? Mona Camenzind: Es ist wahrscheinlich jeder und jedem passiert: Man hat die- sen einen Pullover im Schrank, den man vor Ewigkeit gekauft hat und seitdem nie anzieht. Indem man dieses Klei- dungsstück spendet und ihm eine zweite Chance gibt, spart man Ressourcen und merkt selbst, wie viele Klamotten man eigentlich braucht. «Fast Fashion» funk- tioniert so, indem eine Marke so schnell und billig wie möglich grosse Mengen an Kleidern produzieren, welche auf- grund der kurzen Lebensdauer schon bald nicht mehr brauchbar sind. Wäh- rend der Produktionsphase nehmen die Marken keine Rücksicht auf die Arbeits- bedingungen der Menschen, die Um- welt und das Klima. Beim Kleidertausch können Leute ihre alten Kleider und

Schuhe mitbringen und diese gegen an- dere austauschen. Was übrig bleibt, wird gespendet. Michal Oskedra: Damit möchten wir Leute zum Nachdenken anregen/bringen, wie viele Kleider man kauft und dann wieder wegwirft. Es soll die Diskussion anregen, wie man mit dem eigenen Verhalten um- geht, aber auch, was sich in der Textilin- dustrie ändern müsste, damit umweltbe- wusstes Verhalten selbstverständlich werden könnte. Der Anlass ist offen für alle, da jeder und jeder zur Lösung von diesem Problem beitragen kann. Und es zeigt auch, wie einfach es ist, sich lokal für den Klimaschutz einzusetzen! Ihr Umfeld sind primär klimaenga- gierte Jugendliche. Können Sie Zeit- genossen verstehen, welche dies als eine «Hype-Bewegung» betrachten? Mona Camenzind: Ich denke, dass die al- lermeisten Jugendliche sich dem Thema lassen. Nach diesen Wochen nun kennen wir einander und auch das Schnägge- hüsli ist den Kindern langsam vertraut. Das Ablösen von den Eltern geht leichter und die Kinder sind neugierig beim Spie- len und «Arbeiten». Wir haben Fische in allen Farben und Formen gemalt, gebas- telt und Geschichten darüber gehört. Ausserdem haben wir zusammen die Maispflanze angeschaut und aus Mais- körnern Popcorn gemacht. Ebenso pflückten wir Äpfel, schnitten sie auf, zählten die Kerne und probierten, wie sie schmecken. Natürlich wurden auch Äpfel auf verschiedenste Arten gebastelt. Nach den Herbstferien dreht sich im Schnäggehüsli alles um den Bauernhof. Was macht der Bauer den ganzen Tag? Was erntet der Bauer? Wozu braucht der Bauer einen Traktor? Welche Tiere leben auf dem Bauernhof? Diesen und noch vielen anderen Fragen werden wir im kommenden Spielgruppen-Jahr mit den Kindern auf den Grund gehen. Wenn Ihr Kind auch Lust hat, den Bauernhof mit uns zu entdecken, können Sie sich gerne für einen Besuch bei uns melden (www.swso.ch oder per Telefon 076 722 21 99). Wir haben noch freie Plätze. Ihr Schnäggehüsli-Team

Klimawandel sehr bewusst sind; und der Meinung sind, dass sich etwas ändern muss. Die Folgen sehen wir jetzt schon: Dieser Sommer war der heisseste der Geschichte Europas und brachte zahlrei- che Naturkatastrophen mit sich, die auch in der Schweiz bemerkbar waren. Viele Jugendliche empfinden eine solche Zukunft als beängstigend, deshalb ist es klar, dass sich die Klimabewegung so schnell vergrössert hat und langfristig bestehen wird. Michal Oskedra: Und das Handeln wird immer dringender. Laut dem Weltklima- rat bleiben uns im jetzigen Ausmass des CO 2 -Ausstosses nur noch wenige Jahre, bis wir die +1.5°C-Marke überschreiten. Dies wird mit höchster Wahrscheinlich- keit nach wenigen Jahren die schlimms- ten Folgen mit sich bringen. Es ist kein Hype, sondern die Realität. Als Jugend- liche setzen wir uns hiermit für unsere Zukunft ein. stücke vom Himmel fallen und die vom Wolf bereits verschlungene Beute unver- sehrt wieder zumVorschein kommt. Mär- chen sind Magie – lass dich verzaubern! Kinder ab 4 Jahren sind herzlich will- kommen. Keine Anmeldung erforderlich. Für Begleitpersonen ab 16 Jahren gilt die Covid-Zertifikatspflicht. Weitere Informa- tionen finden Sie auf unserer Homepage.

Projektverfassers vorliegt, können unter folgendem Link oder QR-Code auch online eingesehen werden: https:// bgauflage.bl.ch/2771

GRATULATIONEN

Hochzeit Das Ehepaar Roger und Françoise Brandt-Schiepan feiert am 16. Oktober 2021 das grosse Fest der Goldenen Hoch- zeit. Die Gemeinde gratuliert den Jubilieren- den ganz herzlich und wünscht ihnen ei- nen schönen Festtag und alles Gute.



Foto: Franziska Hindermann

In letzter Zeit wird der Feldsperling leider immer seltener gesichtet. Wir konnten nur einen beobachten. Das schöne Wet- ter lockte 48 Besucher zu uns und Be- treuer waren 13 gekommen. Darunter sehr kompetente Helfer und Helferinnen aus den Nachbarvereinen, Therwil und Ettingen. Ganz herzlichen Dank, allen die mitgeholfen haben bei der nicht immer einfachen Bestimmung der Vogelarten. Für den Vorstand, Roland Steiner ALTERSVEREIN OBERWIL UND UMGEBUNG Generalversammlung vom 30. Oktober 2021 Anmeldeschluss ist verlängert bis Samstag, 23. Oktober 2021. Anmel- dung an: Trix Rudin, Binningerstrasse 30, 4104 Oberwil, Tel. 061 401 41 79 oder trix.rudin@bluewin.ch

Ab Montag, 18. Oktober 2021, sind wir wieder zu den gewohnten Öffnungszei- ten für Sie da. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Ihr Bibliotheksteam

ZIVILSTANDSNACHRICHTEN

www.bibliothek-oberwil.ch

Todesfälle Johanna Baumgartner-Schwill, † 27. September 2021, * 1. Juli 1935,Wei- herweg 3 Ilse Caflisch-Sumper. † 5. Oktober 2021, * 28. Juni 1940, Lang- egasse 61 Albert Bucher-Doppler. † 7. Oktober 2021, * 12. März 1933, Lang- egasse 54

NATUR- UND VOGEL- SCHUTZVEREIN OBERWIL Oberwiler Zugvogeltag, Sonntag 10. Oktober

Bis um 11.30 Uhr muss- ten wir uns gedulden, bis die Sonne mit ihren Strahlen durch den Ne- bel durchsetzte. Wie durch magische Hand

BIBLIOTHEK OBERWIL

VEREINE SPIELWERKSTATT SCHNÄGGEHÜSLI

erschienen in den nahen Kirschbäumen Bluthänfling und Bergfinken. Fast gleich- zeitig vernahmen wir einige Feldlerchen vom bearbeiteten, noch dampfenden Feld. Ein Moment später schraubten sich 16 Mäusebussarde in den Himmel, bis sie im Nebel erneut verschwanden. Insgesamt konnten wir 907 Vögel ver- buchen: Ringeltaube 565, Buchfink 110, Mäusebussard 37, Distelfink 25, Saatkrähe 25, Hänfling 21, Rabenkrähe 20, Erlenzei- sig 16,Wiesenpieper 14, Bergfink 13.

Inserieren bringt Erfolg! CH Media Tel. 061 706 20 20 inserate@bibo.ch

News Spielgruppe Spiel- werkstatt Schnäggehüsli

Märchenstunde Donnerstag, 21. Oktober um 15 Uhr Komm zu uns und tauche ein in eineWelt, in der alles möglich scheint, die beseelt und vollerWunder ist. In der sich einTisch ganz von selbst deckt, Sterne als Gold-

Zwischen den Sommer- und Herbstferien haben wir die vielen neuen Schnägge- hüsli-Kinder in unserer Spielgruppe ankommen

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