C hristen treffen auf treffen auf
Musl ime
Pro CONNECT Menschen begegnen Menschen
Christen
treffen auf
Muslime
Die meisten Europäer sehen Religion als Privatsache an, die höchstens von Spezialisten angesprochen wird. Nun sind viele zutiefst religiöse Menschen in unser Land gezogen, für die Religion weder privat noch tabu ist. Wie sprechen wir mit ihnen? Aus Büchern können wir viel über den Islam lernen, mindestens ebenso wichtig ist, unsere neuen Mitbürger/innen selbst zu fragen. Hierzu einige Beobachtungen, die uns in der Begegnung helfen können:
Sie mögen uns Die meisten Muslime, die zu uns kommen, sind vor Bürgerkrieg, Verfolgung oder Armut geflohen. Sie sind dankbar, hier zu sein. Sie sind häufig von Eu- ropäern, die ihren Glauben nicht teilen, viel besser behandelt worden, als von ihren eigenen Glaubensgeschwistern im Heimatland. Zudem schätzen sie die traditionellen schweizerischen Tugenden wie Fleiss, Zuverlässigkeit, Pünkt- lichkeit, Erfindergeist und Ehrlichkeit: dass bei uns ein Ja ein Ja ist und ein Nein ein Nein (1) . Wir werden also von ihnen in der Regel sehr positiv gesehen, was uns den Zugang erleichtert.
Worauf sie stolz sind Ein Mensch braucht etwas, auf das er stolz sein kann. Viele Muslime bei uns haben alles verloren: Haus, Heimat, Familie, Besitz, Beruf, Identität und vor allem Beziehungen und den damit verbundenen Status in der Gesellschaft. Für viele wird daher ihre Religion wichtiger als je zuvor (2) , weil sie das Einzige ist, was ihnen in der Fremde ein bisschen Heimat gibt. Ge- rade Männer erleiden bei uns einen enormen Wertverlust. In der Schweiz bezieht man Status aus Leistung, bloss Mann zu sein genügt nicht. Im Islam darf sich ein Mann seines Privilegs des Mannseins (3) erfreuen. Der Islam ist die jüngste der drei sogenannten monotheistischen Religionen (4) und später entstanden heisst in ihren Augen auch besser. Ihre Einladung an uns, den Islam anzunehmen, entspricht in ihren Augen der Einladung, einen alten Schwarzweissfernseher durch einen mo- dernen Flachbildschirmfernseher zu ersetzen. Deshalb empfinden Muslime sich in der Regel allen anderen Religionen überlegen. Sie sind stolz auf die Klarheit und Einfachheit ihrer Religion. Es ist genau vorgeschrieben, wann, wie und mit welchen Worten man be- ten muss. Für jede Lebenslage bieten der Koran und die Überlieferungen ihres Propheten Re- geln, denen man folgen soll. Die Konsequenzen für das Befolgen oder Nichtbefolgen dieser Re- geln sind auch bekannt: Segen oder Strafe. Sie empfinden «Christen» (und damit meinen sie generell die Menschen westlicher Länder) als zu weich. Sie würden härtere Strafen für Ver- brechen – auch die Todesstrafe – befürworten. Denn damit liessen sich Menschen mit bösen Absichten abschrecken und die Kriminalität verringern. Die christliche Lehre der Nächsten- und vor allem Feindesliebe empfinden sie als unrealistisch und weltfremd.
Der Prophet des Islam Besonders stolz sind sie auf den Propheten Mohammed. Nie würden sie seinen Namen aussprechen ohne die ehrerbietige Formel [salallah] (5) anzufügen. Er hat aus kleinen arabischen Stämmen mit zahlreichen, eigenen Gottheiten eine grosse, glorreiche Nation gemacht, die nur den einen wahren Gott anbetet. In den ersten islamischen Jahrhunderten verbuchte diese Nation erstaunliche militärische Erfolge in der gesamten damals bekannten Welt. Ihrer Ansicht nach glauben sie an «unseren Propheten» Jesus und verstehen nicht, warum wir nicht an den ihren, Mohammed, glauben wollen. Sie empfin- den sich als weit und uns als eng, denn sie glauben an alle Propheten: Adam, Noah, Abraham, Moses, David und so weiter, bis Johannes den Täufer, Maria und Jesus (Yahyah, Maryam und Isa genannt). Mohammed ist für sie der letzte Prophet und der Abschluss der Offenbarung Gottes. Wenn wir an alle Prophe- ten glauben, aber bei Jesus aufhören, ist es nach ihrer Auffassung, als würden wir 20 Minuten vor Ende des Films aus dem Kino laufen und gar nicht wissen, wie die Geschichte ausgeht.
Das Heilige Buch Der Koran wird als heiliges Buch angesehen und mit grösster Ehrfurcht behan- delt. Kein Muslim würde dieses Buch (6) mit ungewaschenen Händen anfassen, es auf den Boden legen oder in seiner Nähe rauchen. Die Sprache des Buches ist rhythmisch, es gibt verschiedene Arten und Vorschriften, wie er gelesen werden soll, die sich für Europäer wie Singen anhören. Nur sehr wenige Mus- lime lesen ihn mit der Absicht, seine Aussagen zu verstehen. Das Arabisch des Koran ist von Grammatik, Schreibweise und Aussprache bis heute gleich geblieben, aber die Wortbedeutungen haben sich oft stark gewandelt. So kann ihn auch ein gebildeter Araber (350 Millionen) nicht ohne weiteres verstehen, und die meisten Muslime (1.5 Milliarden) sprechen ohnehin kein Arabisch. Der Koranlesung zuzuhören, erzeugt ein feierliches Gefühl, erhebt den Musli- men in eine mystische Sphäre. Er muss die Sätze gar nicht verstehen und spürt einfach tief im Inneren: «Diese Worte sind ewig.» Wenn wir einem Muslim sagen: «In Sure soundsoviel steht doch das und das», weiss er zunächst gar nicht, was wir eigentlich wollen. Es ist für ihn so unge- genständlich und zusammenhangslos, als wenn zu uns jemand sagen würde: «Warum hat deine Bibel einen blauen Einband?» Islam-Gelehrte sind der Auffassung, der Koran fasse trotz seiner Kürze (7) alle vorausgehenden Offenbarungen zusammen und ergänze sie. Darum sei es nicht nötig, die anderen «göttlichen Bücher» auch zu lesen, im Koran hätten sie ja schon alles.
Wie Muslime Christen sehen
Die Wörter «westlich», «ungläubig» und «christ- lich» werden in vielen islamischen Ländern fast gleichbedeutend verwendet. Die westliche Le- bensweise, wie sie im Fernsehen oft mit Unmoral, Schamlosigkeit, Selbstsucht usw. provozierend dargestellt wird, können wir teilweise nach- vollziehen. Gleichzeitig sehen Muslime neidvoll auf westliche Errungenschaften wie technischen Fortschritt, persönliche Freiheit, Rechtsstaat und Einigkeit. Eine Einheit, wie die Europäische Union, ist trotz aller Spannungen den muslimi- schen Bemühungen um grössere Solidarität weit voraus. Muslime sehen, dass an dem schlechten Baum des Christentums gute Früchte wachsen, während an dem «guten Baum» des Islam schlech- tere Früchte wachsen. (8) Dennoch würden sie (9) nie bezweifeln, dass ihr Baum der bessere sei.
Was Muslime am christlichen Glauben anzieht
Viele berichten dankbar, dass sie von Christen besser behandelt wurden als von anderen Muslimen. Wenn sie im Evangelium lesen, bemerken sie einen Geist des Friedens, der ihnen fehlt. Die Person Jesu fasziniert sie, seine Wunder, seine klugen Worte, sein Umgang mit Armen und Frauen, sein Mut Feinden gegenüber usw. Wegen der vielen Vorbehalte gegenüber Christen/Westlern fühlen sich Muslime geehrt, wenn Christen «ihre» Werte auch selbstbewusst hochhalten: Achtung der Familie, Respekt vor dem Alter, Ehrlichkeit, moralische Geradlinigkeit. Oft hören Christen: «Eigentlich bist du ein besserer Muslim als viele Muslime, dir fehlt nur noch Mohammed.» Alle Muslime (auch solche, die ihren Glauben nur wenig praktizieren) sind religiöse Menschen und fühlen sich säkularen Menschen, deren Horizont auf die sichtbare Welt beschränkt ist, weit überlegen. Sie freuen sich, Christen zu treffen, die auch an einen Gott glauben, an die Existenz der unsichtbaren Welt und ein Leben nach dem Tod. Leute, die wie sie glauben, dass sie Gott für ihr Leben einmal Rechenschaft geben müssen. (10) Wie gehen wir auf sie zu? Ein Lächeln, das von Herzen kommt, bricht das Eis: in der Warteschlange, beim Einkauf oder bei Arbeitskollegen. Einer Person des gleichen Geschlechts gibt man gerne die Hand, eine Person des anderen Geschlechts grüsst man mit Abstand oder nickt ihr zu. Die meisten Muslime kommen aus Gemeinschaftskulturen. Dort zählt die Grossfamilie und Gesellschaft. Unsere Vorstellung von «Privatsphäre» ist ihnen ebenso fremd wie der Umstand, dass man im Bus nicht miteinander spricht. Dort wird sie ein freundliches «Guten Morgen, fahren Sie auch nach XY?» gleich an ihre Heimat erinnern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie gerne mit einem Unbekannten plaudern, ist ein Vielfaches höher als bei Schweizern.
Fragen stellen Vom Koran her sind Muslime nicht gewohnt Fragen zu stellen. (11) Dort heisst es stets: «Sprich, bezeuge!» Dies schlägt sich häufig im Bildungssystem nieder, das nicht zu Fragen ermutigt. Fragen geben dem Gesprächspartner volle Freiheit. Sie drücken Interesse und damit Wertschätzung aus oder führen zum Nachdenken. Bereits durch das Stellen von Fragen begegnen wir Muslimen im Geist des Evangeliums, mit der Haltung des nach ihnen fragenden Gottes. Durch Zuhören kommen wir Menschen näher als durch Lehren. Damit sich unser Gesprächspartner aber nicht ausgefragt fühlt, muss er wissen, warum wir fragen: (12) • «Entschuldigung, ich interessiere mich für Sprachen. Darf ich Sie fragen, welche Sprachen Sie sprechen? • Welche Wörter für «Friede» gibt es in Ihrer Muttersprache? • Was genau bedeuten sie? • Was denken Sie, muss geschehen, damit Menschen in Frieden mit- einander leben können?» (13) • «Mich interessiert der Orient. Stimmt mein Eindruck, Sie könnten orientalische Wurzeln haben? • Was vermissen Sie besonders aus Ihrem Heimatland? • Was ist Ihnen daran besonders wichtig? • Haben Sie einen Ersatz dafür gefunden? / Was tun Sie, um es zu ersetzen?» • «Man hört so viel über den Islam. Was ist für Sie besonders wich- tig an Ihrer Religion?» (14)
Geschichten erzählen Obwohl der Koran vorgibt, das Bewahrenswerte aller vorhergehenden Religi- onen zu enthalten, fehlen ihm viele Details, und Muslime hören gerne zu, wenn wir ihnen Geschichten aus der Bibel erzählen. «Weisst Du, warum die Taube ein Symbol des Friedens ist?» Von Noah und seinem Boot wissen sie etwas, das Detail mit der Taube dagegen ist ihnen unbekannt. «Hast du die Geschichte gehört, als Jesus zehn Leprakranken auf einmal begegnet ist?» Gerne dürfen Sie eine biblische Geschichte erzählen, die Ihnen persönlich gerade wichtig ist, oder auch eine aus dem Alten oder Neuen Testament, die Gottes Heilsplan illustriert.
Wichtige Begriffe
Folgende Themen können uns helfen, den richtigen Schwerpunkt zu legen, wenn wir mit Muslimen über geistliche Dinge sprechen: Reinigung: Jesus reinigt uns vollständig von unserem Schmutz. So können wir im letzten Gericht ohne Angst vor Gott treten. (15) Ehre: Jesus gibt uns einen Ehrenplatz bei Gott. Er nimmt unsere Schande weg. (16) Zugehörigkeit: Jesus führt uns in die Gemeinschaft mit Gott. (17) Versöhnung: Durch Jesus haben wir Frieden mit Gott, können angstfrei in seine Nähe kommen, so, wie wir ursprünglich geschaffen wurden. Macht: Jesus siegt restlos über die Macht des Teufels und alle dämonische Kräfte. (18)
LEGENDE 1. Ein türkisches Sprichwort sagt sogar: «Fang an wie ein Türke, hör auf wie ein Deut- scher». Sie sehen also, dass sich zu Enthusiasmus, der Türken einfach leichter fällt als uns, doch noch die eher deutschen Werte wie Ausdauer und Qualität im Detail, gesellen müssen. 2. Die Volksweisheit «Not lehrt beten» gilt wahrscheinlich religionsübergreifend. 3. z.B.: Sure Die Kuh 2,228 4. Die Offenbarungen des Koran fallen in den Anfang des siebten Jahrhunderts nach Christus. 5. Die Formel «Sallā Ilāhu `alayhi wasallam» wird als Ehrerbietung verstanden, über die genaue Wortbedeutung (etwa: Gottes Gebet und Bewahrung auf ihm) wird nicht nachgedacht. 6. Auf Arabisch. Übersetzungen des Koran gelten nicht als zuverlässig und man behan- delt sie wie ein gewöhnliches Buch. 7. Etwa zwei Drittel des Neues Testaments. 8. Eine Überlieferung des Propheten (Hadith) sagt: «Glaube dem Islam, glaube nicht den Muslimen.» Jesus lehrte das Gegenteil: «Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.» (Mt 7,15-20; Joh 13,35) 9. Das Verbot, den Islam oder seinen Propheten zu kritisieren, ist auch tief im Koran und den Hadithen verwurzelt, (z.B. Sure Die Parteien 33,57 + 61). Ebenso tief ver- wurzelt ist die Überzeugung, die beste Gemeinschaft zu sein (Sure Die Familie Imrans 3,110). 10. Auf den ersten Blick wirkt vieles ähnlich wie im christlichen Glauben. Erst im Detail wird deutlich, dass z.B. unsere Vorstellung vom ewigen Leben sich himmelweit vom islamischen «Paradies» unterscheiden, und dass Begriffe wie «Sünde», «Vergebung», «Friede» usw. völlig anders gefüllt sind. 11. Im ganzen Koran gibt es nur eine einzige Frage (Sure Esstisch 5,118), während allein im Matthäusevangelium 155 Fragen stehen, davon über 80 von Jesus selbst. 12. Bestimmt finden Sie einen Themenbereich, der Sie tatsächlich interessiert. Zum Bei- spiel nach ihrer Heimat/Urlaubsland, ihren Festen, Speisen, Traditionen. Gespieltes Interesse ist für beide Parteien eher lästig. 13. Generell lieben Orientalen Sprichwörter, interessieren sich daher auch für deutsche Sprichwörter und erklären gerne ihre eigenen. 14. Wenn wir Fragen stellen, müssen wir es natürlich auch aushalten, den Antworten aufmerksam zuzuhören. Die fallen unter Umständen sehr lange aus. Vielleicht denken Sie: «Eigentlich wollte ich ihm etwas über Jesus erzählen, und stattdessen höre ich stundenlang etwas über den Islam!» Dadurch geschieht jedoch dreierlei: 1. Zeigen Sie Interesse, demonstrieren die Haltung des Fragens, die dem Islam fremd ist. 2. Ist es zutiefst biblisch, und 3. Wird unser Gesprächspartner erst zuhören können, wenn er seine eigenen Argumente vorgebracht hat. 15. Eph 5,25-26 16. Röm 10,11; 5,5; 1.Joh 2,28. 17. (Mk 3,35) Zugehörigkeit können wir als Menschen auch erlebbar machen. 18. (Kol 2,15; 1Joh 3,8) Geschichte einer Dämonenaustreibung erzählen (z.B. Mk 5,1 ff; 9,14 ff).
DIE WICHTIGSTEN STOLPERSTEIN
1. ZU SCHNELL AUF DEN GLAUBEN ZU SPRECHEN ZU KOMMEN: Sie kommen aus einer Beziehungskultur. Wenn wir über tiefe Dinge sprechen, bevor eine Freundschaft besteht, ist die Chance gross, dass wir nur Ping-Pong spielen. Erzähle Familiengeschichten (kann auch von Onkeln, Cousins und Cou-cousins handeln). Dann fassen sie Schritt für Schritt vertrauen. Erzähle, wie es in Deinem Leben und Deiner Familie Probleme gab, und wie Gott sie löste. So kommst Du auf konstruktive Art auf den Glauben zu sprechen. Sie werden sich freuen, denn sie kommen ja aus einer religiösen Kultur. 2. STREITGESPRÄCHE: Streitgespräche gewinnen selten ein Herz. Versuche also, hitzige Diskussionen zu vermeiden. Wenn es doch mal passiert (kann ja sein, dass der andere an- greift), kann ich trotzdem die Person wieder für mich gewinnen, wenn ich mich nachher entschuldige. «Es tut mir leid, wenn ich dich verletzt habe, das war wirklich nicht meine Absicht.» So stelle ich die Beziehung wieder her.
3. DREIEINIGKEIT ZU ERKLÄREN: Die Dreieinigkeit ist nicht erklärbar. Du wirst also in einer Diskussion darüber als derjenige dastehen, der etwas zu erklären versucht, was nicht erklärbar ist. Fordere sie vielmehr dazu auf, Gott zu erklären. Das werden sie auch nicht können, denn egal, wie sie es versuchen, werden wir immer zur Schlussfolgerung kom- men, dass Gott unbegreiflich ist. Z.B. werden sie sagen, Gott sei nur einer. Doch die Frage ist: «Ein was?» Niemand weiss es. «Und», sagt er: «Gott ist grösser». Als was? Als Al- les. Auch als hundert? Natürlich, grösser als
NE IM GESPRÄCH MIT MUSLIMEN
jede Zahl. Dann ist er grösser als Einer! Er ist also nicht einer, sondern eine unbegreifliche Einheit. 4. ZU BEHAUPTEN, JESUS SEI GOTT: Damit verlieren wir die Muslime, denn wir bestätigen ihren Verdacht, dass wir einen Menschen anbeten. Tatsächlich hat sich Jesus seinen Jüngern zuerst einmal als Mensch gezeigt. Erst als sie sich auf eine Beziehung mit ihm einlies- sen, entdeckten sie nach und nach seine übernatürliche Seite. Er hat ja zwei Naturen. Für die Muslime ist es wichtig, zu wissen, dass wir an die Menschheit von Jesus glauben. Er ist 100% Mensch. Aber ohne Sünde, wie der Engel der Verkündigung an die Maria in Sure 19 bestätigt. Wo keine Sünde ist, ist Gott. Also offenbart Gott sich 100%ig in diesem Menschen Jesus. Damit habe ich meinen Glauben an die Gottheit Jesu bezeugt, aber mit anderen Worten. 5. KORAN: Wir wollen den Koran weder angreifen noch verherrlichen. Nützliche Verse, wie sie in «Perlen im Koran» stehen, können wir als Brücke nehmen. Aber auf
einer Brücke baut man kein Haus. Wir gehen dann weiter und lesen bzw. hören die Bibel. 6. ISLAM: Vermeide es solange wie möglich, Islam und Mohammed anzugreifen, weil Muslime es für ihre Pflicht halten, diese zu verteidigen, auch wenn sie gar nie das Buch über das Leben Mohammeds gelesen haben. Konzentriere dich vielmehr darauf, den Erlösungsweg zu erklären. Jesus war einzigartig, und er tat et- was, was kein anderer Prophet tun konnte. Propheten sind Lehrer, aber wir benötigen einen Erlöser.
7. VERTEIDIGE NICHT DAS AT: Muslime versuchen oft, uns auf die Gewalt im AT festzunageln, um dann die Gewalt im Islam zu rechtfertigen. Doch wir leben im neuen Bund. Die Gesetze des AT gelten für uns nicht. So sind z.B. alle Todesstrafen des AT in Jesus er- füllt. Wir müssen heute Ehebrecher nicht mehr steinigen. Der Islam will zurück zu dem, was die Bibel als überholt bezeichnet. Damit verlieren wir die Liebe Gottes in Jesus. 8. VERMEIDE ZU FRÜHE VERFOLGUNG: Wenn Muslime zu glauben beginnen, warne sie, dies publik zu machen. Sie könnten alle ihre Freunde, ihre Familie, ihren Besitz, ihren Ehepartner und Kinder verlieren und Todesdrohungen erhalten. Und das meiste davon we- gen Missverständnissen, weil Muslime meinen, dass sie nun an drei Götter glauben, Alkohol trinken, die Eltern verachten, sexuell unrein geworden sind, Homosexualität unterstützen etc. Sie sollen ihren Glauben vorerst nur vor Ver- trauenspersonen bezeugen, bis sie genug gewachsen sind, um den Sturm auszu- halten und Missverständnissen entgegenzutreten. 9. IHN ZUM CHRISTENTUM ZU BEKEHREN, d.h. ihm die christliche Kultur zu überstülpen: Das Wort «Christ» hat seine Bedeutung verloren, weil Christsein als erblich verstanden wird. Weder verteidigen wir, was Christen getan haben, noch be- nutzen wir dieses Wort. Vielmehr geht es darum, Jünger von Jesus zu werden. Das kann man auch innerhalb der islamischen Kultur. Wenn es gelingt, dass Muslime Jesus nachfolgen, aber innerhalb der islamischen Kultur bleiben, ist die Chance gross, dass sie ihren Glauben teilen können. Werden sie dagegen als Ketzer gesehen und ausgestossen, wird ihr Leben schwierig. Es ist nicht prinzipiell falsch, Ramadan zu fasten, bzw. seine Haare zu bedecken oder am Opferfest teilzunehmen. Es ist eine Frage der Motive. Nur, wer davon Heil erwartet, liegt falsch. Wenn sie aber ganz auf das Opfer von Jesus vertrauen und aus Liebe so lange wie möglich in der islamischen Kultur bleiben, um Ge- legenheiten zu suchen, Jesus zu bezeugen, dann ist es eine Chance.
Kurt Beutler, Mitarbeiter MEOS interkulturell
Der grösste Fehler,... ...den man machen kann, ist, nichts zu machen. Es ist falsch, Abstand zu hal- ten, weil wir den Islam für kompliziert halten und Muslime für schwierig. Es reicht nicht aus, direkte Kontakte Spezialisten zu überlassen. Ein freundliches Wort bricht das Eis. Wir können Freundschaft anbieten und einfach uns selber sein. Muslime (wie alle anderen Menschen auch) spüren, wer authentisch ist und wer sie zu irgendetwas überreden möchte. Sie kennenzulernen, kann uns nur bereichern. Unser Auftrag ist es, ihnen die Möglichkeit zu geben, Christen kennenzulernen.
Bewährte Hilfsmittel • Zweisprachige Neue Testamente: https://medien.meos.ch/bibeln/ • Informationen über den Islam: https://orientierung-m.de • Critical Love https://doc.criticallove.ch • https://www.youtube.com/@FaktencheckIslam# • Kurzvideos zu Bibel und Koran: https://bibelundkoran.com • Gratis Bibel-App in vielen Sprachen zum Lesen und Hören: bible.is • Christen begegnen Muslimen (CM) vernetzt, inspiriert und ermutigt Christen und Organisationen im Kontakt mit Muslimen. Angebote und Schulungen: cmnet.org • «Perlen im Koran – Ein Christ entdeckt das Buch der Muslime», Kurt Beutler, OM Books • «99 Überraschungen im Koran», Kurt Beutler, eBook (ePUB) • «Christen begegnen Muslimen», David W. Shenk: Neufeld Verlag • Muslime verstehen – Serendipity Thema – Wie Begegnung mit Liebe, Mut und Respekt gelingen kann, (Brunnen/Reachacross) • Muslimen Christus bezeugen: https://www.frontiers.ch/de/service/angebote • «Muslimen zum Segen werden», Benjamin Josi: frontiers.ch/de/service/angebote • «Praxisbuch Islam», CV Dillenburg, 2016, erhältlich in allen Buchhandlungen
Texte ausser von Kurt Beutler bezeichneter Teil: Mit freundlicher Genehmigung von Günther Beck, DMG Deutschland
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SAM global ist eine christliche Non-Profit-Organisation mit Schwerpunkt personelle Entwick- lungszusammenarbeit. Mit zahlreichen europäischen und einheimischen Mitarbeitenden sowie verschiedenen Partnern sind wir in zehn Ländern in Afrika, Asien und Südamerika tätig. Dane- ben engagiert sich SAM global in der Schweiz unter Migranten und Migrantinnen.
ProCONNECT ist die interkulturelle Arbeit von SAM global in der Schweiz. Slogan: «Menschen begegnen Menschen» Wir setzen uns dafür ein, dass Migrant/innen in Schweizer Kirchen Heimat, Freundschaft und Orientierung finden. Die gegenseitigen Beziehungen sollen Menschen aus der Schweiz und aus anderen Kulturen zum Se- gen werden. Gerne lassen wir uns einladen in Kirchen und Gruppen für einen Gottesdienst, Workshop… Kontakt unter: rahel.strahm@sam-global.org oder raphael.pfister@sam-global.org
SAM global Wolfensbergstrasse 47 8400 Winterthur winterthur@sam-global.org 052 269 04 69 www.sam-global.org
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