Fragen stellen Vom Koran her sind Muslime nicht gewohnt Fragen zu stellen. (11) Dort heisst es stets: «Sprich, bezeuge!» Dies schlägt sich häufig im Bildungssystem nieder, das nicht zu Fragen ermutigt. Fragen geben dem Gesprächspartner volle Freiheit. Sie drücken Interesse und damit Wertschätzung aus oder führen zum Nachdenken. Bereits durch das Stellen von Fragen begegnen wir Muslimen im Geist des Evangeliums, mit der Haltung des nach ihnen fragenden Gottes. Durch Zuhören kommen wir Menschen näher als durch Lehren. Damit sich unser Gesprächspartner aber nicht ausgefragt fühlt, muss er wissen, warum wir fragen: (12) • «Entschuldigung, ich interessiere mich für Sprachen. Darf ich Sie fragen, welche Sprachen Sie sprechen? • Welche Wörter für «Friede» gibt es in Ihrer Muttersprache? • Was genau bedeuten sie? • Was denken Sie, muss geschehen, damit Menschen in Frieden mit- einander leben können?» (13) • «Mich interessiert der Orient. Stimmt mein Eindruck, Sie könnten orientalische Wurzeln haben? • Was vermissen Sie besonders aus Ihrem Heimatland? • Was ist Ihnen daran besonders wichtig? • Haben Sie einen Ersatz dafür gefunden? / Was tun Sie, um es zu ersetzen?» • «Man hört so viel über den Islam. Was ist für Sie besonders wich- tig an Ihrer Religion?» (14)
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