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10. MÄRZ 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 10

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Chropf Clique: Ein Wagen mit sieben «Schugger» und einem Helikopter SEITE 2

Stimmen 2017: Stiller Has treten im Juli in der Reithalle Wenkenhof auf SEITE 3

Natur: Kälteeinbruch – was der Frost mit unseren Pflanzen anstellt SEITE 9

Volleyball: Tolle Saison der Erstliga-Frauen des KTV Riehen ist zu Ende

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JUBILÄUM Das «AHa-Theater» feiert in diesem Jahr mit dem Stück «Ein Traum von einem Mann» seinen 20. Geburtstag

Eine grosse Familie, nicht nur eine Laientheatergruppe

Reklameteil Am Anfang war ein Sketch. Seit- dem spielt das «AHa-Theater» im Andreashaus Komödien und Lustspiele und bringt immer mehr Zuschauer zum Lachen. Wer in Riehen und insbesondere im Niederholzquartier den Ausdruck «aha» benutzt, meint oft nicht den allseits bekannten Ausruf des Verste- hens. Die drei Buchstaben sind näm- lich die Abkürzung für das Andreas- haus am Keltenweg, was sich auch in der Schreibweise «AHa» widerspie- gelt. Und sie sind eng mit der gleich- namigen Laientheatergruppe ver- bunden, die 1997 aus der Taufe gehobenworden ist. VomerstenStück «Der Köbu het gwunne» bis zur dies- jährigen Produktion «Ein Traum von einem Mann» (siehe Infobox) sind genau 20 Jahre vergangen. In diesem Zeitraum hat sich aus der kleinen Gruppe Theaterbegeisterter ein rich- tiger Verein gebildet. Ein Verein, in dem jedes Mitglied auf irgendeine Weise zur Erfolgsgeschichte «AHa- Theater» beiträgt. Alles begann mit einem Sketch. 1996 war das Jahr der Pensionierung von Pfarrer Samuel Preiswerk, den man gebührend verabschieden woll- te. Die Aufführung kam beim Publi- kum derart gut an, dass die umtriebi- ge und im Niederholz bestens vernetzte Margrit Zaugg die Idee ge- bar, mit dem Ad-hoc-Ensemble eine Theatergruppe zu gründen. «Sie frag- te mich an, ob ich die Regiearbeit übernehmen möchte», erinnert sich Katharina Bucher. Die ausgebildete Regisseurin sagte zu und wurde somit zu einem Gründungsmitglied. Der kurze und einprägsame Name des Ensembles geht übrigens auf Bucher zurück: «Andreashaus» sei ihr zu reli- giös gewesen, deshalb habe sie das Kürzel «AHa» erfunden. In den Anfängen war alles ein biss- chen rudimentär. Die Technik bestand grösstenteils aus zwei von der Korn- feldkirche ausgeliehenen Scheinwer- fern, grosse Vorhänge bestimmten das Bühnenbild. Da die Gruppe die ersten Jahre auf Tournee ging und ihre Stücke in Riehener Altersheimen, aber auch in Basel, Münchenstein und anderen Ge- meinden in der Region aufführte, er- höhte die spärliche Ausrüstung die Flexibilität. Seit einigen Jahren werden 20% Auf alle Artikel Alle Filialen Loris Vernarelli Gültig auch auf Hemdenabos Riehener Zeitung www.riehener-zeitung.ch

«Ein Traum von einem Mann»

Reklameteil Jetzt frische Maultaschen backofenfertig oder natur mit gluschtigen Rezepten AHa-Theater: «Ein Traum von einem Mann». Premiere am Freitag, 17. März, um 20 Uhr im Andreashaus. Weitere Vorstellungen: 18. März (20 Uhr), 19. März (15 Uhr), 24. März (20 Uhr), 25. März (20 Uhr), 26. März (15 Uhr), 31.März(20Uhr), 1. April (20Uhr). Ein- tritt frei, Kollekte (keine Reservationen möglich). Vor dem Stück, in der Pause und im Anschluss an die Vorstellung steht ein Buffet mit Häppchen und di- versen Getränken zur Verfügung. lov. Die «Jubiläumsproduktion» des «AHa-Theaters» dreht sich ganz um Herbert, der unzufrieden ist, weil seine Arbeitsleistung von seinem Chef viel zu wenig gewürdigt wird. Nach ein paar Gläsern Wein rät ihm sein Freund Leonardo, dem Chef einmal richtig dieMeinung zu sagen, das würde alles erleichtern. Ja, das wird es wirklich: Herbert wird näm- lich um seinen Job erleichtert. Seine Ehefrau Karin ist nun ge- zwungen, das Geld zu verdienen. Herberts Kampf mit den Tücken des Haushalts wird durch den be- vorstehenden Besuch der adeligen Schwiegermutter Elisabeth ver- schärft. Diese soll auf keinen Fall von seiner misslichen Lage erfah- ren. Als dann auch noch Herberts Mutter Trudi überraschend zu Be- such kommt, ist das Chaos perfekt. Beide Mütter wollen die Herrschaft im Haus übernehmen, um die ver- meintlich schwangere Karin nach bestem Wissen zu ernähren. Es kommt zum Kampf Schweinebraten gegen Körnerfutter. Als Lilo, die unruhestiftende beste Freundin von Karin, einige Zweifel über die Vaterschaft von Herbert streut, kri- selt es an allen Ecken und Enden. Herberts Leben entwickelt sich zu einem Albtraum… Schauspieler eine Pause einlegt, ist er immer noch im Verein und hilft bei der Organisationmit. So überrascht es nicht, dass für den frei gewordenen Posten als Regisseurin mit Monja We- ber eine interne Lösung gefunden worden ist. Die ehemalige Regieassis- tentin ersetzt Katharina Bucher, die nach 19 Jahren heuer zum ersten Mal nur als Zuschauerin im Andreashaus sitzen wird. Ist sie vielleicht der Regie- arbeit beim «AHa-Theater» überdrüs- sig geworden? «Nein, auf keinen Fall. Ich wollte halt auf dem Höhepunkt aufhören.»

Stefanie Werro, Carina Buser, Christoph Haffenmeyer, Natascha Rudin, Giuseppe Pino Buso und Maja Bürgi (v.l.) sind die Protagonisten der neuen Produktion «Ein Traum von einemMann». Fotos: zVg

gel sechs bis siebenFrauenundMänner –, geht die Regisseurin auf Stücksuche. Esmuss eines sein, bei demalle zur Ver- fügung stehenden Darsteller eine Rolle auf sicher haben. Dies ist eine Eigen- heit, die wenige Laientheatergruppen kennen. Schliesslich entscheiden die Schauspieler, welche Rolle sie überneh- men möchten. Diese Vorgehensweise hat sich bis- her bewährt. Die Zahl der Besucher stieg von Jahr zu Jahr auf unterdessen über 1000 pro Saison an. Der bisherige Höhepunkt wurde letztes Jahr mit dem Stück «Verwirrung im Alters- heim» erreicht: «An den sechs Auffüh- rungen wurden wir regelrecht über- rannt! Wir mussten sogar Besucher abweisen», sagt Beat Bubendorf. Das habe sie veranlasst, in diesem Jahr zwei Zusatzvorstellungen einzupla- nen, erzählt der Ex-Vereinspräsident. Nun sind es insgesamt acht an der Zahl. Mehr Vorstellungen bedeutet beim «AHa-Theater» aber nicht unbe-

die Lustspiele und Komödien jedoch ausschliesslich auf der Heimbühne im Andreashaus zumBesten gegeben. Die Premiere findet immer in der Woche nach der Basler Fasnacht statt. Casting bei Unterbesetzung Bevor die Lachmuskeln des Publi- kums strapaziert werden können, ist eine mehrmonatige Vorbereitungszeit erforderlich. Das Prozedere beginnt kurz vor den Sommerferienmit der Fra- ge: Wer ist nächstes Jahr dabei? Denn nicht alle Ensemble-Mitglieder können oder wollen bei jeder Produktion dabei sein. Bei einer Unterbesetzungwird ein Casting durchgeführt. Dabei werden nicht einfach begnadete Schauspiele- rinnen und Schauspieler gesucht. «Das neue Mitglied muss menschlich zu uns passen. Das ist das wichtigste Kriteri- um», betont Stefanie Werro, die seit En- de letzten Jahres Beat Bubendorf als Vereinspräsidentin abgelöst hat. Hat man die Truppe zusammen – in der Re-

dingt mehr Einnahmen, da der Ein- tritt frei ist und nur eine Kollekte erho- ben wird. Da die Zuschauer jedoch meistens spendabel sind, das kulina- rische Angebot im Andreashaus ge- nutzt wird und die Gönnerbeiträge fliessen, kann fast jährlich von einem finanziellen Erfolg gesprochen wer- den. Was das heisst? «Wir leisten uns am Ende der Saison ein schönes ge- meinsames Abendessen und können neues Material kaufen», erläutert Ste- fanie Werro. Trauriges und Fröhliches Das Riehener Ensemble hat in den letzten 20 Jahren auch schwierige Zeiten durchgemacht. Zwei Todes- fälle, Produktionen, die aufgrund von Unfällen und Krankheiten von Schauspielern auf der Kippe standen oder ein Bruch im Jahr der Vereins- gründung 2011, als es zu diversen Abgängen von altgedienten Mitglie- dern wie Paula Glanzmann und Silvia Brauchli kam. Die schönen Geschichten überwiegen zum Glück. Wie jene, die sich vor drei Jahren abspielte. «Wir hatten kurz vor der Premiere des neuen Stücks einen Ausfall zu beklagen. Da wir keine Dop- pelbesetzung der Rollen haben, stan- den wir kurz vor der Absage», versetzt sich Stefanie Werro in die damalige Si- tuation zurück. «Wir kannten einen Mann, der gerne eingesprungen wäre, doch es gab ein Problem: Seine Ex- Freundin spielte bei uns mit und die war von der Idee nicht so begeistert.» Nach langem Hin und Her habe man sie überreden können. Dass die beiden auf der Bühne erst noch ein Paar mi- men mussten, sei das Sahnehäubchen auf der ganzen Angelegenheit gewe- sen, lacht die Vereinspräsidentin. In diesem Jahr kommt nun noch ein wei- teres Sahnehäubchen obendrauf: Die beiden werden heiraten. «Wir sind eben eine grosse Fami- lie», schwärmt Beat Bubendorf. Er selbst ist der beste Beweis dafür: Ob- wohl er aus Zeitgründen als Präsident zurückgetreten ist und auch als

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Im Stück «Uf Bali und zrugg» (2009) wird «Ersatzkapitän» Sigimundo Toblerone (Nicola Fiorillo) von Vreni Waldmeier (Silvia Brauchli, links) und Mineli Züger (Paula Glanzmann) umschwärmt.

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