Vorsorgeratgeber - Mustermakler

VOR SORGE RATGE B E R Wa s S i e s c hon imme r übe r Vo r s o r ge wi s s en wo l l t en

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VORWORT

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

ab demZeitpunkt, da der Mensch selbst für seinen Unterhalt aufzukommen hat, steht er vor der Frage: „Wer sorgt für mich undmeine Familie, wenn ich selbst nicht mehr in der Lage binmeinen Lebensunterhalt zu bestreiten?“

Früher wurde dieses Problem über die Großfamilie und kirchlichen Einrichtungen gelöst. Im 20. Jahrhundert übernahm diese Rolle zunehmend der Staat. Durch das Wirtschaftswunder der Nach- kriegsjahre und mit zunehmender Geburtenrate wuchsen die Wirtschafts- leistung und die Steuereinnahmen derart, dass die Finanzierung von Sozialleistun- gen kein Problem war. Doch da Politiker in einer Demokratie wiedergewählt werden möchten, verteilen sie „Wahlzuckerl“ , wel- che durch Schulden finanziert werden. So entwickelte sich der Versorgungsstaat zum unfinanzierbaren Wohlfahrtsstaat. Vermut- lich wird der Staat auch in Zukunft in der Lage sein, eine Grundversorgung solida-

risch für seine Bürger aufrecht zu erhalten. Aber der „Wohlfahrtsstaat“ , so wie wir ihn heute kennen, wird sich in Zukunft wegen sinkender Geburtenrate, steigender Le- benserwartung, hoher Staatsverschuldung und geringen Wirtschaftswachstums nicht mehr finanzieren lassen. Jeder, der mit einer Grundsicherung zufrieden ist und sein Auslangen darin findet, braucht ab jetzt nicht mehr weiter zu lesen. Jenen aber, welche ih- ren Lebensstandard oder ihre Verpflichtungen absichern möchten, wünsche ich neue Erkenntnis- se und viel Freude beimLesen.

I h r Max Mu s te rmann Ge s c hä f t s f üh re r

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INHALTSVERZEICHNIS

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GRUNDSÄTZE DER VORSORGE

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EIN TIPP ZU BEGINN WIE SIE EINE GUTE VORSORGEBERATUNG ERKENNEN

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BERUFSUNFÄHIGKEITSVORSORGE DAMIT SIE BEI VERLUST DER ARBEITSKRAFT NICHT IN EIN FINANZIELLES LOCH FALLEN

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PRIVATE UNFALLVERSICHERUNG SICHERHEITSNETZ FÜR DAS RISIKO INVALIDITÄT

HINTERBLIEBENENVORSORGE SORGEN SIE VOR, DASS IHRE LIEBEN IM FALL DER FÄLLE ABGESICHERT SIND!

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KRANKENVORSORGE DAMIT SIE NICHT DURCH DAS NETZ UNSERES GESUNDHEITSSYSTEMS FALLEN

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PFLEGEVORSORGE DAMIT SIE SICH DIE PFLEGE LEISTEN KÖNNEN, DIE SIE IM ALTER BRAUCHEN

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ALTERSVORSORGE WARUM SIE SCHON HEUTE FÜR IHREN LEBENSABEND VORSORGEN SOLLTEN

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GRUNDSÄTZE DER VORSORGE

Grundsätzlich gibt es in Österreich drei Säulen der Vorsorge:

‒ ‒ Staatlich ‒ ‒ Betrieblich ‒ ‒ Privat

Die staatliche Vorsorge basiert imWesentlichen auf Leistungen der Sozialversicherung und sonstigen Versorgungsleistungen, welche aus demSteuertopf bedient werden. Beim staatlichen Versorgungssystem spricht man von einem sogenannten Umlageverfahren, bei demdie Einzahlungen der Bürger sofort in Leistungen der Anspruchsberechtigten umgelegt werden. Dies bedeutet, es werden keine Rücklagen für die Versicherten aufgebaut, sondern jeder eingezahlte Euro wird sofort ausbezahlt.

Somit stellt sich für meine Leistungsansprü- che nicht die Frage, wie viel ich heute selbst in das System einzahle, sondern wie hoch die Zahl der Beitragszahler zu jenem Zeit- punkt ist, an dem ich einmal selber in den

Genuss einer Sozialversicherungsleistung komme. Obwohl Politiker immer wieder verkünden, dass auch in Zukunft die Ver- sorgung gesichert ist, sprechen so manche Reform und so manches Faktum eine ganz

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GRUNDSÄTZE DER VORSORGE

andere Sprache. Grundsätzlich sei zu er- wähnen, dass hinter dem Begriff „Reform“ meistens Leistungskürzungen oder Bei- tragserhöhungen stehen. Die Frage der konkreten Auswirkungen der Reformen auf die persönliche Situation des Einzelnen bleibt im Regelfall offen. Trotzdem ist unser Sozialversicherungssystem grundsätzlich gut, es werden nur die Leistungen und Zu- gangsvoraussetzungen auf die geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Tatsache ist, dass sich in den letzten vierzig Jahren die Erwerbsdauer (aktive Beschäf- tigung) verkürzt und die Ruhestandsdauer dank höherer Lebenserwartung verlän- gert haben. Das bedeutet: Die Einnahmen aus der gesetzlichen Sozialversicherung sinken, die Ausgaben steigen! Als zusätz- liche Belastung für das System kommen noch die Geburtenrückgänge und die aus- ufernde Staatsverschuldung hinzu. Die beste Ausgangsbasis für Ihre persönliche Vorsorgeanalyse ist, sich Ihren Pensions- kontoauszug anzusehen.

Bedenken Sie aber immer, dass es sich hier nur um Momentaufnahmen han- delt, welche sich in Zukunft verändern können. Bei der betrieblichen und pri- vaten Vorsorge sprechen wir von einer kapitalgedeckten Leistungsfinanzierung. Hier werden Ansprüche über einen Kapi- talstock abgesichert. Als Ausnahme kann bei der betrieblichen Vorsorge die direkte Leis- tungszusage gesehen werden, welche zum Teil rückgedeckt werden muss. Das Credo der betrieblichen und privaten Vorsorge sind der Kapitalaufbau und der Kapitaler- halt. Die Vorsorge ist eine Vermögensfrage, deren größte Gegenspieler die Inflation und die Steuern auf Kapitalvermögen sind. Hier muss es gelingen, nach Abzug der Steuern die Inflationsrate zu übertreffen, denn an- sonsten spart man sich im wahrsten Sinne des Wortes „arm“. Insbesondere sollte aber auch beim Vermögensaufbau ein Augen- merk auf die Sicherheit der Kapitalanlagen gelegt werden, damit am Ende des Tages keine bösen Überraschungen auf Sie war- ten. Die allein selig machende Methode der optimalen Vorsorge gibt es nicht. Sinn- voll ist hingegen ein Mix aus verschiedenen Möglichkeiten, welche jeweils auf Ihre per- sönlichen Bedürfnisse abzustimmen sind. FAZIT: EINE STAATLICHE VORSORGE WIRD ES AUCH IN ZUKUNFT GEBEN, DIE RAHMENBEDINGUNGEN WERDEN SICH ÄNDERN.

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WIE SIE EINE GUTE VORSORGEBERATUNG ERKENNEN

WAS SIE WISSEN SOLLTEN, BEVOR DER VORSORGEBERATER KOMMT

Das Thema Vorsorge ist einMilliardengeschäft für Banken und Versicherungen. Nicht immer muss das, was für den Anbieter gut ist, auch für mich gut sein.

Grundsätzlich sind folgende Punkte bei Abschlüssen von Vorsorgeverträgen zu beachten:

EINNAHMEN/AUSGABEN Vor einer Beratung empfehle ich Ihnen, Ihre persönli- chen Einnahmen den Ausgaben gegenüberzustellen. Als durchschnittliche Ausgabe für den Vorsorgebereich ist zwischen 5% bis 15% Ihres Nettoverdienstes aus- zugehen. Bei hohen Einkommen kann dies auch noch mehr sein, da die gesetzliche Pensionsversiche- rung Höchstbeitragsgrundlagen einzieht und somit die Pensionshöhe nach oben gedeckelt ist. Eine wei- tere gute Möglichkeit ist auch, Ihre Fixkosten zu analysieren und sich zu überlegen, welche Kosten blei- ben auch in der Pension und welche fallen eventuell weg. Je höher die Fixkosten sind, umso mehr sollten Sie in die Altersvorsorge investieren. ZIELE Jeder Finanz- und Vorsorgeplan sollte auf Ihre Ziele zu- geschnitten sein. Hier gehen die Überlegungen vom Erwerb einer Immobilie bis hin zur Firmengründung. Auch die Frage nach der beruflichen Zukunft oder einem Wohnortwechsel ist zu stellen. Selbstverständlich dür- fen auch familiäre Überlegungen wie zum Beispiel eine

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Babypause nicht ausgespart werden. Am besten, Sie schreiben sich regelmäßig auf, welche Ziele Sie verfolgen und was Sie sich vom Leben erwarten. Das können auch nichtmaterielle Ziele sein, wie zum Beispiel mehr Freizeit oder früher als gesetzlich vorgeschrieben in Pension zu gehen. Be- denken Sie dabei: Nur wer ein Ziel definiert hat, wird auch dort ankommen. ERTRAG/RISIKO Ertrag und Risiko sind Geschwister- paare, eines ist ohne das andere nicht möglich. Übersetzt heißt das, je mehr Ertrag Sie ansteuern wollen, umso höher wird das Risiko sein, das Sie eingehen. Darum überlegen Sie ge- nau, welche Ertragserwartung Sie stellen und wie hoch das Risiko sein darf, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Das Grundprinzip der Ri- sikoverminderung ist, auf mehreren

Beinen zu stehen, aufziehende Gewit- terwolken richtig zu deuten und daraus Konsequenzen abzuleiten. Bei der Er- tragsberechnung immer auch die Kosten, Steuern und Gebühren be- rücksichtigen! Nur was netto über der Inflationsrate herauskommt, kann als Ertrag gelten, und dieser ist in Zei- ten wie diesen nicht so einfach zu erreichen. Als einfache Formel für das Risiko gilt: Investiere nur in et- was, das du auch verstanden hast. BESTEHENDEVERTRÄGE Bauen Sie bereits bestehende Ver- träge in Ihr Vorsorgekonzept mit ein und widerstehen Sie einer zu raschen Kündigung! Leider stelle ich immer mehr fest, dass bestehende Vorsor- geverträge zu leichtfertig gekündigt werden. Da die Vertragskosten in den ersten fünf Jahren anfallen,

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WIE SIE EINE GUTE VORSORGEBERATUNG ERKENNEN

rechnet sich ein Vorsorgevertrag nur dann, wenn er über längere Zeit bestehen bleibt. Ge- rechtfertigt ist eine Kündigung nur, wenn der Vertrag mit der Risikobereitschaft des Kunden nicht übereinstimmt oder die Kostenbelastung zu hoch ist. Die Verträge der neuen Generation weisen auch die notwendige Flexibilität auf, um auf geänderte Le- bensumstände Rücksicht zu nehmen. Eine Kündigung ist damit nur mehr in Ausnahmefällen notwendig. FLEXIBILITÄT Bauen Sie Ihren Vorsorgeplan so auf, dass er mit Ihren unterschiedlichsten Lebensphasen mithalten kann. Damit können Sie Ihre Vorsorge durch Nachjustie- ren Ihren geänderten Bedürfnissen anpassen, ohne gleich das Gesamtkonzept über den Haufen zu wer- fen, was mit unnötigen Kosten verbunden wäre. SCHLUSSBEMERKUNG Das Thema Vorsorge ist ein sehr wichtiges und weit- reichendes Gebiet geworden. Nehmen Sie sich genügend Zeit dafür und suchen Sie sich einen kom- petenten Berater oder ein Beratungsunternehmen, welches in der Lage ist, Sie unabhängig und ohne Um- satzdruck zu beraten und ein Leben lang zu begleiten.

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BERUFSUNFÄHIGKEITSVORSORGE

DAMIT SIE BEI VERLUST DER ARBEITSKRAFT NICHT IN EIN FINANZIELLES LOCH FALLEN

Stellen Sie sich einmal vor, in IhremKeller befindet sich eineMaschine, die pünktlich amErsten eines jeden Monats regelmäßig 2.000 Euro ausspuckt.

Hand aufs Herz: Ich glaube, Sie würden jede erdenkliche Versiche- rung abschließen, damit Ihnen diese 2.000 Euro erhalten bleiben.

DieseMaschine befindet sich auch in IhremBesitz – es ist Ihre Arbeitskraft. Solange Sie gesund und arbeitsfähig sind, ist alles kein Problem. Die Familie kann versorgt werden, die Hausrückzahlungen oder Mieten können bezahlt werden und auch für die Altersvorsorge bleibt noch Geld übrig. Was ist aber, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht mehr voll ausüben können?

Grundsätzlich unterscheiden wir in diesem Fall zwischen Vorsorge imRahmen der Sozialversicherung und der privaten Vorsorge:

Sozialversicherung In erster Linie steht bei der Sozialversicherung der Grundsatz: „Rehabilitation vor Pension“. Erst, wenn nach erfolgter Rehabilitation eine Eingliede- rung ins Berufsleben nicht mehr zumutbar ist, gibt es eine Pension. Verweigert jemand die „Reha“, gebühren ihm keinerlei Leistungen aus der Sozi- alversicherung. Durch diese Maßnahmen soll mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Wiedereingliede- rung in den Arbeitsmarkt sichergestellt werden. Die Sozialversicherung unterscheidet die geminderte

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BERUFSUNFÄHIGKEITSVORSORGE

Arbeitsfähigkeit in verschiedene Berufs- gruppen und Leistungen.

Als nicht mehr zumutbar kann eine Einstufung unter dem bisherigen Kol- lektivvertrag angesehen werden. Eine geringe Abstufung im Kollektivvertrag ist noch zumutbar. GEWERBETREIBENDE/BAUERN In dieser Gruppe wird der Leistungsfall als Erwerbsunfähigkeitspension bezeichnet. Bis zum 50. Lebensjahr des Versicherten gibt es keinen Berufsschutz. Das heißt, der Gewerbetreibende kann dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugewiesen werden – er wird quasi demHilfsarbeiter gleichgesetzt. Die BUZ leistet im Regelfall, wenn der Versicherte mindestens sechs Monate und zu mehr als 50% berufs- unfähig ist, eine in der Höhe nach vereinbarte Rente. Der Vorteil gegenüber der Sozialversicherung ist, dass keine Re- habilitationspflicht besteht, und dass je nach Versicherungsbedingungen auch auf das „abstrakte Verweisungsrecht“ verzichtet werden kann. Somit ist es nicht selten, dass die Sozialversicherungen die Rente ablehnen, währenddessen die privaten Versicherungen zahlen. Vo- raussetzung für eine BUZ ist ein guter Gesundheitszustand. Hier darf auf kei- nen Fall bei den Antragsfragen gemogelt werden, weil sonst die Versicherungen in diesem Fall nicht zahlen müssen PRIVATEBERUFSUNFÄHIGKEITS- ZUSATZVERSICHERUNG (BUZ)

ARBEITER BeimArbeiter spricht man von der Invalidi- tätspension. Eine Invalidität liegt dann vor, wenn der Versicherte in den letzten 15 Jah- ren zumindest 90 Beitragsmonate einen erlernten oder angelernten Beruf ausge- übt und seine Arbeitsfähigkeit auf weniger als dieHälfte eines gesundenArbeiters ge- sunken ist. Diese Versicherten genießen einen Berufsschutz und können nur inner- halb ihrer Branche verwiesen werden: Ein Maurer kann zumBautechniker oder Planer umgeschult werden, aber nicht zumPortier in einem Museum. Bei ungelernten Arbei- tern besteht kein Berufsschutz und diese können somit demgesamtenArbeitsmarkt zugewiesenwerden. ANGESTELLTE Die Voraussetzungen sind ähnlich wie bei den Arbeitern ebenfalls 15 Jahre, und davon mindestens 90 Pflichtversi- cherungsmonate. Die Arbeitsfähigkeit muss auch auf unter 50% eines gesun- den Angestellten gesunken sein. Beim Angestellten spricht man von einer Berufsunfähigkeitspension. Der Ange- stellte genießt ähnlich wie der Arbeiter Berufsschutz. Er kann nur innerhalb derselben Berufsgruppe verwiesen werden und darf dabei keinen nen- nenswerten sozialen Abstieg erleiden.

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(vorvertragliche Anzeigepflicht). Die Prä- mien sind, abhängig von Rentenhöhe, Laufzeit, Beruf, Gesundheitszustand und Eintrittsalter, der Höhe nach unterschied- lich. Je jünger Sie sind, desto günstiger ist auch die Prämie. Denn im Regelfall ist auch der Gesundheitszustand in jungen Jahren noch besser. Empfehlenswert ist einen Leistungszeitraum der BUZ bis zum Pensionsantritt zu vereinbaren, auch wenn dies eine höhere Prämie nach sich zieht. Die Annahmepolitik der Versiche- rungen ist alles andere als einheitlich, deshalb lohnt es sich, zu vergleichen und die Versicherungsbedingungen genau zu studieren. Es gibt auch die Möglichkeit, die BUZ mit einer klassischen Lebens- und Rentenversicherung zu kombinieren. Durch diese Kombination ist die Alters-

vorsorge auch im Berufsunfähigkeitsfall abgesichert. Die BUZ-Beratung ist eine sehr komplexe Angelegenheit, darum empfehle ich einen Versicherungsexper- ten oder Vermögensberater beizuziehen. FAZIT: DIE PRIVATE BERUFSUNFÄHIG- KEITSVERSICHERUNG GEHÖRT ZU EINER DER WICHTIGSTEN VERSICHERUNGEN, WEIL SIE DAS HAUPTVERMÖGEN – DAS EINKOMMEN – ABSICHERT. FÜR GEWERBETREIBENDE UND BAUERN IST SIE MEINER MEINUNG NACH SOGAR „ZWINGEND NOTWENDIG“.

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PRIVATE UNFALLVERSICHERUNG

SICHERHEITSNETZ FÜR DAS RISIKO INVALIDITÄT

So wichtig die Berufsunfähigkeitsversicherung auch ist, kann sie eine private Unfallversicherung nicht ersetzen. Denn imFalle einer Invalidität durch Unfall entstehen Aufwendungen, die nur durch eine zusätzliche Unfallversicherung wirkungsvoll abgedeckt werden können.

Da die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Ar- beitsunfällen zahlt und Pensionisten generell nicht versichert sind, ist eine private Invaliditätsversicherung zu empfehlen. Diese zahlt auch bei Freizeitunfällen und Sie können die Höhe und den Umfang der Leistungen selbst bestimmen. Als wichtig erachte ich eine gute Absicherung für Dau- erfolgen – sprich Invalidität – zu vereinbaren, denn hier kann es sehr wohl um die Existenz gehen und um erhöhte Kosten wie zum Beispiel Umbaumaßnahmen in der Woh- nung etc. In der Unfallversicherung gibt es viele nützliche Zusatzbausteine, welche Sie am besten mit einem Versi- cherungsexperten besprechen.

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HINTERBLIEBENENVORSORGE

SORGEN SIE VOR, DASS IHRE LIEBEN IM FALL DER FÄLLE ABGESICHERT SIND!

Für jeden, der Familie, Sorgepflichten für minderjährige Kinder oder Schulden auf seinemEigenheimhat, stellt sich die Frage: „Wie geht es weiter, wenn ich einmal nicht mehr da bin?“ Seitens der Sozialversicherung gibt es eineWitwen- undWaisen- pension. Die Höhe richtet sich nach demEinkommen des verstorbe- nen wie auch des überlebenden Partners. Hier empfehle ich Ihnen, die Leistungen bei Ihrer Sozialversicherung abzufragen.

Bei den privaten Versicherungen gibt es für diese Vorsorge verschiedenste Möglichkeiten:

ABLEBENSVERSICHERUNG Dies ist eine reine Risikoversicherung, bei der Begüns- tigte (Hinterbliebene) bei Ableben des Versicherten die Versicherungssumme ausbezahlt bekommen. Der Vorteil ist: Sie können mit relativ geringen Beiträgen sehr hohe Summen absichern. Auch hier gilt wieder: Je jünger das Eintrittsalter, desto günstiger die Prämie. Die Prämienunterschiede können je nach Versiche- rungsgesellschaft sehr groß sein. Auf jeden Fall sollte man in Ruhe vergleichen und sich nicht unter Druck set- zen lassen, denn Banken praktizieren dies sehr oft bei Finanzierungen. ER- UNDABLEBENSVERSICHERUNG Dies ist eine Kombination zwischen Risikoabsicherung und Kapitalaufbau, und für hohe Absicherungen auf- grund der hohen Beiträge weniger geeignet.

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HINTERBLIEBENENVORSORGE

Hinterbliebenen ihren Verpflichtungen sorgenfrei nachkommen können. Des Weiteren empfehle ich, ein Testament zu verfassen, damit alle Erb- und Pflichtteil- ansprüche geregelt sind. RENTENVERSICHERUNGEN Bei den Rentenversicherungen kann auch im Leistungsfall ein Witwenübergang ver- einbart werden.

KINDERVORSORGE Um die Ausbildung Ihrer Kinder sicherzustellen, bieten sich Kindervor- sorgeversicherungen an. Hier wird das Sparziel auch im Todesfall des Ver- sorgers erreicht, und einer guten Ausbildung des Kindes steht somit nichts mehr im Wege. Die Höhe der Ver- sicherungssummen sollte so konzipiert sein, dass im Falle eines Ablebens die

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KRANKENVORSORGE

DAMIT SIE NICHT DURCH DAS NETZ UNSERES GESUNDHEITSSYSTEMS FALLEN

In der Krankenvorsorge ist durchaus die gewagte These zulässig: „Weil du armbist, musst du früher sterben“. Denn jemand, der genügend Geld hat oder die richtige Versicherung, kann sich die besten Ärzte, Behandlungen undMedikamente, welche das Leben verlängern können, leisten.

In Österreich können wir auf ein sehr leistungsfähiges, aber teures Gesundheitswesen verweisen.

PRIVATEKRANKENVERSICHERUNG Diese sollte die Lücken der gesetzlichen Krankenver- sicherungen ausgleichen. Die Bandbreite reicht vom einfachen Krankenhaustagegeld bis hin zur luxuriö- sen Sonderklasseversicherung. Zusätzlich können Sie beispielsweise alternative Heilmethoden und vorbeu- gende Maßnahmen versichern. Auch hier gilt vor dem Abschluss des Vertrags, wie bei der Berufsunfähig- keitsversicherung, die Antragsfragen wahrheitsgetreu auszufüllen, da die Versicherung ansonsten leistungs- frei ist. Ich empfehle Ihnen, sich in diesem Bereich einmal Gedanken zu machen, was Ihnen persönlich an Leis- tungen für die Zukunft wichtig ist, und diese mit Ihrer gesetzlichen Kasse zu vergleichen. Falls Lücken übrig- bleiben, holen Sie sich Rat von einem unabhängigen Versicherungsfachmann oder vom Vermögensberater Ihres Vertrauens.

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PFLEGEVORSORGE

DAMIT SIE SICH DIE PFLEGE LEISTEN KÖNNEN, DIE SIE IM ALTER BRAUCHEN

Durch die stetig steigende Lebenserwartung wird sich der Pflegebe- darf in Zukunft erhöhen. Wo in früheren Zeiten die Pflege hauptsäch- lich imFamilienverband organisiert wurde, werden dafür in Zukunft andere Konzepte erforderlich sein.

Von staatlicher Seite ist ein Pflegegeld – unterteilt in sieben Pflegestufen in der Höhe von 157,30 Euro bis 1.688,90 Euro vorgesehen. Die berechtigte Fra- ge ist, ob dieses Geld ausreichend ist. Ich befürchte, Nein! Denn wenn der gesamte Pflegeaufwand fremd, ohne An- gehörige, zu organisieren ist, wird sich dies aus heutiger Sicht so nicht finanzieren lassen. Die Pflegevorsorge ist somit ein Vermögensproblem, welches mit ausrei- chendem Kapital gelöst oder durch eine Versicherung abgedeckt werden kann. Die führenden Versicherungsgesellschaf-

ten bieten hierfür bereits verschiedenste Konzepte an. Die Lösungen reichen von Aufzahlungen analog dem gesetzlichen Pflegegeld bis hin zu eigenständigen Leistungen. Die Berufsunfähigkeitszu- satzversicherung bietet auch im Pflegefall entsprechenden Versicherungsschutz. Dies allerdings nur bis zum Vertragsende. Eine Pflegeversicherung kann auch mit einer Renten- und Lebensversicherung kombiniert werden. Grundsätzlich soll- te man sich rechtzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen.

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ALTERSVORSORGE

WARUM SIE SCHON HEUTE FÜR IHREN LEBENSABEND VORSORGEN SOLLTEN

Das Prinzip der Pensionsvorsorge ist, heute Beiträge zu zahlen, damit genügend Geld für den Lebensabend zur Verfügung steht. In der gesetzlichen Pensionsversicherung wirdman gezwungen, Pensionsbeiträge zu entrichten – in der privaten Vorsorge spart man die Beiträge freiwillig zur Vermögensbildung an.

DERGENERATIONENVERTRAG Die staatliche Pension beruht auf dem Generationen- vertrag: Die Jungen zahlen für die Alten. Damit dieser Vertrag nachhaltig funktionieren kann, darf niemand übervorteilt werden. Deutlicher gesprochen, es dür- fen weder die Jungen noch die Alten über den Tisch gezogen werden. Auch wenn die Politik nun doch die dringend nötigen erste Schritte gesetzt hat, das tatsächliche Pensionsantrittsalter der Österreiche- rinnen und Österreicher zu erhöhen, ist damit ein Gleichgewicht zwischen Pensionsempfängern und Beitragszahlern nicht automatisch garantiert. Denn mit der prognostizierten Lebenserwartung wächst die durchschnittliche Zeitspanne, die einem Pensionis- ten am Lebensabend verbleibt, deutlich stärker als die durchschnittliche Lebensarbeitszeit.

MITARBEITERVORSORGEKASSE (ABFERTIGUNGNEU)

Für alle Dienst- und Arbeitsverträge ab 01.01.2003 müssen vom Arbeitgeber 1,53% in eine Vorsorgekasse eingezahlt werden. Die Vorsorgekasse ist hinsicht-

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ALTERSVORSORGE

lich Veranlagungsstrategie und Kosten gesetzlich reglementiert. Es muss eine Kapitalgarantie der entrichteten Beiträ- ge sichergestellt werden. Dadurch ist die Mitarbeitervorsorgekasse gezwun- gen, sehr konservativ zu veranlagen. Im Gegenzug zur alten Abfertigung kann das Guthaben auch bei Selbstkündigung wie mit einem Rucksack zum neuen Ar-

beitgeber mitgenommen werden. Die Auszahlung kann nach Abzug des be- günstigten Steuersatzes von 6% als Einmalzahlung erfolgen, so wie auch als steuerfreie lebenslange Rente. SELBSTSTÄNDIGEN-VORSORGE Indem für die Arbeitnehmer in eine Mitarbeitervorsorgekasse eingezahlt wird,

FAZIT: GEBURTENRÜCKGANG, STEIGENDE LEBENSERWARTUNG UND FRÜHPENSIONIERUNGEN GEFÄHRDEN DIE STAATLICHE PENSION. DIE POLITIK MUSS AUCH IN ZUKUNFT DIE PENSIONSPROBLEMATIK IM AUGE BEHALTEN UND AUF DIE DEMOGRAPHISCHE ENTWICKLUNG REAGIEREN

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ALTERSVORSORGE

wollten dieses Modell auch die Unternehmer, also wurden Kranken- versicherungsbeiträge in der Sozialver- sicherung der gewerblichen Wirtschaft reduziert und stattdessen werden auch 1,53% der Sozialversicherungsbemes- sungsgrundlage in eine Vorsorgekasse einbezahlt. Die Vorsorgekassen sind die- selben wie auch bei den Arbeitnehmern. die Möglichkeit, eine Renten- oder Lebens- versicherung bis höchstens 300 Euro im Jahr für seine Mitarbeiter abzuschließen. Die Auszahlungen erhält der Mitarbeiter zur Gänze steuerfrei, und auch die Bei- träge müssen nicht versteuert werden. Der Arbeitgeber spart sich zusätzlich die Lohnnebenkosten. Im Falle eines vorzei- tigen Ausscheidens des Mitarbeiters aus der Firma kann er diesen Vertrag selber weiterführen oder der neue Arbeitgeber zahlt wieder für ihn ein. Natürlich kann der Vertrag auch aufgelöst werden, dann wird das Geld an den Mitarbeiter ausgezahlt. Falls der Arbeitgeber diese Beiträge nicht zusätzlich für die Mitarbeiter aufbringen möchte, gibt es dies auch als Möglichkeit einer steuerfreien Gehaltsumwandlung. Das bedeutet, jene 300 Euro Gehalt wer- den in die Vorsorge umgewandelt und der Arbeitnehmer braucht somit die 300 Euro nicht mehr zu versteuern. ZUKUNFTSVORSORGE FÜR MITARBEITER LAUT § 3 Z 15 ESTG Hier hat der Arbeitgeber

EMPFEHLUNG: SPRECHENSIEMIT IHREM

ARBEITGEBERUNDMACHENSIE IHNAUF DIESEMÖGLICHKEIT AUFMERKSAM.

PENSIONSKASSE Bei der Pensionskasse handelt es sich um eine Veranlagungsgemeinschaft in Form einer privaten Vermögensverwaltungsge- sellschaft, bei der die Gelder für spätere Rentenzahlungen nach klar vorgegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen veran- lagt werden. Es können der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter sowie der Mitarbeiter selbst aus eigenen Beiträgen in eine Pen- sionskasse einzahlen. Die Pensionskassen sind gesetzlich im Pensionskassengesetz geregelt. Hier werden Veranlagungs- richtlinien, Mindestkapitalvorschriften, Risikogemeinschaften und die Aufsicht ge- regelt. Ziel ist es, das Langlebigkeitsrisiko des Berechtigten abzudecken. Das heißt, dass selbst wenn ein Leistungsempfänger über 100 Jahre alt wird, die Rente weiterhin aus der Vermögensmasse bezahlt werden kann. Die Beiträge der Pensionskasse dürfen auch etwas risikoreicher veranlagt werden, denn eine Kapitalgarantie wie bei der Mitarbeitervorsorgekasse ist nicht zwingend vorgeschrieben. Dadurch erhö- hen sich naturgemäß auch die Chancen auf höhere Erträge. Bis zu 10% des Jahresbrut- togehaltes sind die Beiträge steuer- und lohnnebenkostenfrei.

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ALTERSVORSORGE

Die Rentenzahlungen in der Pension müs- sen aber sehr wohl versteuert werden. Ist der Arbeitnehmer bereit, freiwillig ei- gene Beiträge zu entrichten, sind die Rentenzahlungen aus diesem Bereich selbstverständlich steuerfrei, da er auch die Beiträge aus bereits versteuertem Geld bezahlt. Nach höchstens fünf Jah- ren können auch bei einer Kündigung des Arbeitnehmers die einbezahlten Beiträge nicht mehr verfallen. Bei Ei- genbeiträgen des Mitarbeiters ist dies bereits sofort der Fall. Gewährt der Ar- beitgeber seinem Dienstnehmer eine „leistungsorientierte Pensionszusage“, können die Beiträge der Firma auch größer sein als 10% des Jahresgehaltes. Hier wird eine fixe Rentenhöhe vereinbart und die Beiträge werden aus versicherungsmathe- matischen Berechnungen abgeleitet. Vereinfacht gesagt, ist das Prinzip der be- trieblichen Kollektivversicherung ähnlich dem der Pensionskasse, nur die Veran- lagung erfolgt im Deckungsstock einer Lebensversicherungsgesellschaft und ist deshalb als sehr konservativ einzustufen. Hier erhält der Leistungsberechtigte auch eine Garantie. Durch die sichere Veranla- gung ist die Planbarkeit der zukünftigen Rentenzahlungen besser gewährleistet. Die Beiträge können bei der BKV auch von Arbeitgeberseite nie verfallen. Dies ist BETRIEBLICHE KOLLEKTIVVERSICHERUNG (BKV)

schon eine klare Besserstellung gegenüber der Pensionskasse.

EMPFEHLUNG: ERKUNDIGENSIE SICHBEI IHREMARBEITGEBER, OB ES MÖGLICHKEITENDIESER VORSORGEMODELLE IMBETRIEBGIBT.

STAATLICHGEFÖRDERTE PENSIONSVORSORGE

Auf eine maximale Einzahlung von 2742,98 Euro im Jahr (Stand 01.01.2017) gibt es eine Prämie in Höhe von 229 Euro . Die Mindest- laufzeit beträgt zehn Jahre und nach Ablauf erhalten Sie eine steuerfreie lebenslange Rentenzahlung. Die Veranlagung muss abhängig vom Alter des Sparers innerhalb einer vorgeschriebe- nen Bandbreite in österreichischen Aktien erfolgen und der Anbieter muss eine Kapi- talgarantie der bezahlten Beiträge inklusi- ve der staatlichen Prämien gewährleisten. Die Veranlagungserträge sind darüber hinaus kapitalertragssteuerfrei, auf die Beiträge wird keine Versicherungssteu- er eingehoben. Entscheidet man sich anstelle der Rentenzahlung für eine ein- malige Kapitalabfindung, werden die Erträge nachträglich der Kapitalertrags- steuer unterzogen und die Hälfte der staatlichen Prämien muss zurückbezahlt werden. Durch mangelnde Flexibilität und

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die eingeschränkten Veranlagungsvor- schriften sowie die hohen Garantiekosten hat sich gezeigt, dass die prognostizierten Erträge von bis zu 5% per Anno in der Praxis nur sehr schwer zu erreichen sind. Ich ver- trete die Meinung, dass dieses Produkt als Beimischung mit anderen Vorsorgelösun- gen durchaus seine Berechtigung hat, aber niemals als die einzige wahre private Altersversorgung zu betrachten ist. Sinn macht sie auch nur dann, wenn Sie eine laufende Rentenzahlung einer einmaligen Kapitalauszahlung vorziehen. Betriebspension ist sehr beliebt bei geschäftsführenden Mehrheitsgesellschaftern sowie bei Füh- rungskräften und Schlüsselarbeitnehmern. DIREKTE LEISTUNGSZUSAGE Diese Form der

In der Praxis funktioniert das folgender- maßen: Die Firma sagt ihrem Mitarbeiter oder Geschäftsführer eine monatliche le- benslange Rentenzahlung in der Höhe von beispielsweise 1.000 Euro, wertgesichert zum 65. Lebensjahr, zu. Da die Firma heute schon weiß, mit welchen Belastungen sie in Zukunft zu rechnen hat, darf sie steuerliche Rückstellungen in der Bilanz zuführen. Dies vermindert den steuerlichen Gewinn und das Unternehmen braucht weniger Steuern zu bezahlen. Um die Hälfte der Rückstel- lungen müssen spezielle Wertpapiere (§ 14 EStG) angeschafft werden oder eine Rückdeckungsversicherung abgeschlos- sen werden. Es ist empfehlenswert, die gesamten Pensionsverpflichtungen über eine Rentenversicherung rückzudecken. Ansonsten ist das Unternehmen verpflich-

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ALTERSVORSORGE

tet, das Geld aus dem laufenden Betrieb zu bezahlen, was in Krisenzeiten existenzielle Probleme verursachen kann.

in Zeiten der fortschreitenden Medizin und der damit einhergehenden steigenden Le- benserwartung, garantierte Rententafeln absolut Sinn. Die Veranlagung des Sparanteiles (Prä- mie abzüglich Versicherungssteuer und Kosten) geschieht im Deckungsstock der Versicherung. Der Deckungsstock um- fasst das angelegte Vermögen, welches zur Sicherung der Rentenversicherungs- leistungen dient. Das Geld wird sehr konservativ in Anleihen, Immobilien und nur zu einem geringen Teil in Aktien ver- anlagt. Darüber hinaus wird dies auch von der Finanzmarktaufsicht geprüft und kontrolliert. Neben der Garantie gibt es zusätzlich jährlich eine Gewinnbeteili- gung, welche dem Vertrag zugeschrieben wird und somit nicht mehr gekürzt werden kann. Steigt das Zinsniveau, steigen auch

FAZIT: DIESE FORMDER VORSORGE IST SEHR KOMPLEX, HIER IST ESUNBEDINGTNOTWENDIG, EINENSPEZIALISTENDER BETRIEBLICHENALTERS- VORSORGE BEIZUZIEHEN.

PRIVATERENTENVERSICHERUNG Die klassische Rentenversicherung ver- eint eine garantierte Mindestverzinsung mit garantierten Rententafeln. Steigt die statistische Lebenserwartung an, wie es derzeit der Fall ist, so reduzieren sich die Rentenzahlungen, weil die Versicherungen länger zahlen müssen. So machen, gerade

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ALTERSVORSORGE

die Erträge der Rentenversicherung und umgekehrt.

Unfalltodzusatz und Krankengeld etc., etwas kostet und somit den Ertrag schmälert.

FAZIT: ALS BASISVORSORGEDURCH DIEGARANTIENSEHRGUT GEEIGNET – HIERWEISS MANRELATIVGENAU, WAS EINMAL RAUSKOMMT.

FONDSGEBUNDENE LEBENSVERSICHERUNG

Bei der fondsgebundenen Lebensversi- cherung bestimmen Sie, im Gegensatz zur klassischen Variante, wie und wo das Geld angelegt werden soll. Dies ge- schieht in der Praxis durch die Auswahl von verschiedenen Investmentfonds. Je nach Risikoneigung kann somit mehr oder weniger Ertrag erwirtschaftet wer- den. Bedenken Sie aber auch, dass unter Umständen weniger als das einbezahl- te Kapital – also Verlust – entstehen kann. Bei Fonds mit sogenannter Kapitalga- rantie entstehen hohe Kosten. Darüber hinaus gibt es ganz interessante Vermö- gensverwaltungskonzepte in Fondsform, welche bei einigen Anbietern in der fondsgebundenen Lebensversicherung integriert werden können. Durch den Versicherungsmantel sind die Fondserträge von der Kapitalertrags- steuer (KESt) befreit.

ER- UNDABLEBENSVERSICHERUNG Die klassische Lebensversicherung ist ebenfalls als Pensionsvorsorge sehr be- liebt, weil sie ähnlich aufgebaut ist wie die klassische Rentenversicherung. Auch hier gibt es 0,5% (Stand: 01.01.2017) ga- rantierten Ertrag, und die Veranlagung geschieht ebenfalls im Deckungsstock. Der Ertrag wird durch die Ablebens- risikokosten etwas geschmälert. Hier empfehlen sich jene Tarife, bei denen der Ablebensschutz gegen Null reduziert werden kann, damit ein größtmöglicher Betrag in den Spartopf fließt. Die Hinter- bliebenenabsicherung ist in den meisten Fällen über eine reine Ablebensversi- cherung günstiger zu lösen. Als weitere Kostenfalle möchte ich den Unterjährig- keitszuschlag erwähnen, bei dem bis zu 5% bei monatlicher Zahlweise aufge- schlagen werden. Hier empfiehlt es sich, die Prämien am besten jährlich zu ent- richten. Insbesondere ist zu beachten, dass jeder Zusatztarif, wie zum Beispiel

FAZIT: FÜRDEN INFORMIERTEN ANLEGERALS ABRUNDUNG DER VORSORGEDURCHAUS INTERESSANT.

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ALTERSVORSORGE

BAUSPAREN Der Bausparvertrag eignet sich eher zur Vorsorge von mittelfristigen Investiti- onen und zum Vermögensaufbau, als zur Altersvorsorge. Insbesondere ist er eine gute Grundlage für ein zukünfti- ges Wohnbauvorhaben, weil auch ein Bauspardarlehen beantragt werden kann. Die Grundverzinsung schwankt je nach Anbieter und Tarif. Hier kann es naturgemäß zu Unterschieden in der Auszahlungshöhe kommen, daher emp- fehle ich Ihnen, zu vergleichen oder sich von einem unabhängigen Berater bera- ten zu lassen.

SPARBUCH Das Sparbuch sollte als Liquiditätsre- serve dienen, als sogenannte „eiserne Reserve“ für kurzfristige und nicht ge- plante Ausgaben, denn die Zinsen sind zurzeit deutlich geringer als die Inflati- onsrate. Dadurch verliert das Geld jedes Jahr an Kaufkraft. GOLDUNDSILBER Tatsache ist, dass Gold seit über 5000 Jahren ein verlässlicher Wertspeicher ist und alle Krisen und Inflationen über- standen hat. Langfristig gesehen sind Gold und Silber bestens geeignet, die

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Kaufkraft zu erhalten und allfällige Stö- rungen des Finanzsystems unbeschadet zu überstehen. Kurzfristig können Edel- metalle erheblichen Schwankungen ausgesetzt sein – also nichts für schwa- che Nerven. Langfristig kann es durchaus Sinn machen, Gold und Silber als Teil der Altersvorsorge zu integrieren – als eine Art Krisenwährung. Wenn Sie in Gold oder Silber anlegen möchten, dann empfehle ich dies nur in physischer Form, also in Münzen und Bar- ren. Erwerben können Sie diese über Ihre Hausbank oder einen Edelmetallhändler Ihres Vertrauens. Wie bei jeder Geldanla- ge gilt auch hier: Zuerst informieren, dann vergleichen und zuletzt erst investieren. IMMOBILIEN Als langfristige Vorsorge eignet sich die Immobilie aufgrund des Sachwertes und des damit verbundenen Inflationsschut- zes ganz gut. Bei der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus stehen in erster Linie der Wohnnutzen und die Unabhän- gigkeit vom Vermieter im Vordergrund. Der Vorsorgegedanke ist dann erfüllt, wenn die Immobilie schuldenfrei ist und Sie sich dadurch die Mietkosten im Al- ter ersparen. Bei vermieteten Immobilien sind es die Mieteinahmen, welche mit ei- ner Zusatzpension vergleichbar sind. Die steuerliche Attraktivität hat sich allerdings verringert, seit mit dem Sparpaket Veräu-

ßerungsgewinne von Immobilien, die nach dem 01.04.2012 angekauft wurden, mit 25% versteuert werden müssen. Zu beach- ten ist jedoch, dass Immobilien, wie schon der Name sagt, unbeweglich sind, insbe- sondere kann es längere Zeit dauern, bis der Eigentümer das Objekt verkaufen und somit dieses wieder in Geld umwandeln kann. Des Weiteren sind mit Immobilien immer Ausgaben für Instandhaltung und Reparaturen verbunden. Für ein erfolgrei- ches Immobilienengagement sind auch entsprechende Eigenmittel erforderlich, um die Finanzierungsbelastung in Gren- zen zu halten. Doch wo viel Licht, da auch viel Schatten – und der kann im Immobili- enbereich gravierend sein. Nicht umsonst haben sich so manche Anleger mit Immobi- lien ins wirtschaftliche Chaos katapultiert. Denn Grundvoraussetzung bei Immobi- lieninvestments ist, sich mit der Materie auszukennen. Gerne wird auch vergessen, dass die Marktpreise von Immobilien starken Schwankungen ausgesetzt sind und auch viele Faktoren wie Lage, Infrastruktur und soziale Stellung der Nachbarn die Wert- entwicklung positiv oder gar negativ be- einflussen können. Tausende Anleger in Österreich mussten mit Immobilienver- anlagungen schmerzhaft erkennen, dass diese Art der Wertanlage keine Einbahn- straße ist, sondern auch zu erheblichen Verlusten führen kann. In meiner lang-

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jährigen Beratungspraxis musste ich, angefangen von Bautreuhand/IMMAG bis zu Residenz, Belldomo und Kapital und Wert sowie Meinl European Land und Immofinanz..., Milliardenverluste für Anleger und Sparer beobachten.

Anlagehorizont für die Pensionsvorsorge grundsätzlich sehr gut geeignet. Beob- achtungen über einen längeren Zeitraum haben gezeigt, dass bei einem breit ge- streuten Aktienportfolio im Regelfall ein Wertzuwachs von deutlich über der In- flationsrate erreicht wird. Diese breite Streuung erreicht der Kleinanleger am besten über Fonds. Hier besteht auch die Möglichkeit, monatlich in Kleinbeträgen (25 Euro) anzusparen. Wichtig ist es auf je- den Fall, den richtigen Fonds auszuwählen, jenen Fonds, der am besten zu Ihrer Risiko- neigung passt. Natürlich unterliegen Aktien starken Marktschwankungen. Nur wer dies ver- kraftet, sollte in Aktien investieren.

FAZIT: FÜRDENPROFI MIT GENÜGEND GELD SEHR INTERESSANT. FÜR DENLAIEN, DER SICHSTARK

VERSCHULDENMUSS, IST DAVONEHERABZURATEN.

AKTIEN Die Aktienveranlagung ist durch den Sachwertcharakter und den langfristigen

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FIRMENVORSTELLUNG

MUSTERFIRMA

Vorsorgen beruhigt – das ist eine alte Weisheit. Doch die Wahl der richti- gen Vorsorgelösung erfordert Weitblick und Erfahrung. Viele Konsumenten schließen ihre Vorsorge nach demGießkannenprinzip ab: Da die Pensionsvor- sorge, dort die private Krankenversicherung. Und die Lebensversicherung? Hält sie wirklich, was dieWerbung verspricht? Da braucht es die Beratung durch einen unabhängigen Experten, denn im Dschungel der Angebote findet sich heute kaum noch ein Laie zurecht. Eine individuelle, professionelle Beratung ist daher eine sinnvolle Grundlage für optimale Vorsorge. Wir erstellen gemeinsammit Ihnen ein auf Sie zugeschnit- tenes Vorsorgekonzept und prüfen für Sie, ob Ihre aktuellen Verträge wirklich Ihren Bedürfnissen entsprechen.

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IMPRESSUM

Impressum: Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: Waghubinger Brokerservice GmbH, A-4563Micheldorf, Kollingerfeld 9. Au- tor: Mag. Felix M. Pennwieser. Druck: Moserbauer Druck & Verlags-GmbH & CoKG, A-4910 Ried/I, Geiersberger Straße 2. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlags reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Es wird darauf verwiesen, dass alle Angaben in diesem Ratgeber trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftung des Autors oder des Verlags ausgeschlossen ist. Fotos: www.unsplash.com / www.istockphoto.com

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