AWB-KW7_2021

15

Allschwiler Wochenblatt

Freitag, 19. Februar 2021 – Nr. 7

Leserbriefe

Kolumne Erinnerungen an Dublin

Nein zu zollfreiem Palmöl

Einbürgerungen bleiben bei Bürgergemeinde Gemäss demBürgerrechtsgesetz im Baselbiet (BüG BL) sind die Bürger- oder Einwohnergemeinden für Ein- bürgerungen zuständig. Der Vor- gang zur Erlangung des Schweizer Passes erfolgt in unserem Kanton regelkonform, kompetent und sehr verantwortungsvoll. Ein SP-Vor- stoss und ein GLP-Antrag forder- ten neue Einbürgerungsregeln und die abschliessende Kompetenz neu den Exekutivbehörden zu übertra- gen, um so Willkür und nicht halt- baren Diskriminierungen vorzu- beugen (Ausnahmefall Bubendorf). Wegen einem Einzelfall braucht es keine neue Kollektivregelung für unseren Kanton. Dank einer knap- pen Mehrheit im Landrat wurden diese beiden Vorstösse nicht über- wiesen. Auch ich habe dagegen ge- stimmt und bin zufrieden, dass auch die Allschwiler Einbürgerungsgesu- che weiterhin basisdemokratisch und wertungsfrei gemäss den vor- ausgesetzten Integrationskriterien ordentlich bei der Bürgergemeinde- versammlung Allschwil verbleiben. Robert Vogt, Landrat/Gemeinderat FDP Freude und Frieden dank 100%-Entscheiden Politisch erlebe ich derzeit so etwas wie zwei Welten. In der einen beste- hen für uns in unserem Lebensraum konkrete Herausforderungen. Im Zusammenhang beispielsweise mit dem Immer-noch-mehr-Bauen oder mit dem Verkehr am Boden und in der Luft oder mit demKlimawandel beziehungsweise der Klimazerstö- rung. In einer zweiten Welt steht die Frage im Raum, ob Corona natür- lichen Ursprungs ist? Oder ob die Pandemie einem teuflischen Plan entspricht? Von gross Mächtigen und super Reichen genutzt, die eine Welt für und mit Übermenschen im Sinn haben. Total digitalisiert, hoch intelligent und Robotern ähn- lich, werden sie nur tunwollen, was sie sollen. Und dabei keine Fehler machen, weil die bestehenden, gro- ssen Herausforderungen mit ge- wöhnlichen Menschen nicht mehr zu meistern sind. Ist dies eine stu- pide Verschwörungstheorie oder ein gigantischer Masterplan? Un- glaublich, aber hoffentlich ist es nicht wahr! Ich bin auf einem anderen Weg: Wo nötig Widerstand leisten, das Gute gemeinsam schaffen wollen ... und es auch tun. Diesen Weg gehe ich. Mit der Natur. Mit Kopf, Herz, Hand und Fuss. Mit Geduld und

Gelassenheit. Mit hoffnungsfroher Zuversicht. Manchmal allein. Und immer öfter mit andern zusammen! Mit einer Politik, die Freude macht und Frieden schafft. Und dafür braucht es 100-Prozent-Entscheide. Ueli Keller, Einwohnerrat Grüne

Am 7. März stimmen wir über ein Zollfreihandelsabkommen mit In- donesien ab. Darin ist unter ande- rem eine Klausel über den Einkauf von zertifiziertem angeblich nach- haltigem Palmöl. Wer sich aller- dings etwas mit der Ressource Palmöl befasst, stellt schnell fest, dass es schlicht ein Widerspruch in sich ist, zu behaupten dieses Öl könne nachhaltig produziert wer- den. Hier wird uns Sand in die Au- gen gestreut. Indonesien ist ein kor- rupter Staat, der im Moment ein gigantisches Wirtschaftsprogramm startet, zu dem es eben solche Frei- handelsabkommen mit der Efta braucht. Weitere solche Verträge sind auch mit der EU und Ländern in Südasien geplant. Dieses Abkom- men steht in einer langen Reihe von Verträgen, welche vor allem Kon- zernen grosse Gewinne bringen. Kleinbauern hüben wie drüben werden nicht profitieren. Wie auch, wenn die Zertifikate derart teuer sind? Jede Produzentin muss sich zweimal überlegen, ein solches zu erfüllen. Und auch in der Schweiz werden Bauern zu den Verlierern gehören, weil das billig importierte Palmöl die heimischen Öle ver- drängt. Die Zeit solcher Abkom- men muss vorbei sein, sonst ändert sich überhaupt nichts bei der Ab- holzung von Urwäldern für billiges Öl, Fleisch oder Soja, schwinden- der Biodiversität und soziale und ökonomische Unterdrückung von Kleinbauern überall auf der Welt. Christoph Morat, Gemeinderat SP Leserbriefe Geben Sie immer Ihren vollstän- digen Namen und Adresse an. Kennzeichnen Sie Ihr Schreiben als «Leserbrief». Die maximale Länge beträgt 1300 Zeichen inklusive Leerschläge. In unserer Lokalzeitung sollte sich der In- halt auf ein lokales Thema bezie- hen. Wir veröffentlichen keine offenen Briefe. Schicken Sie Ihren Leserbrief via E-Mail an redaktion@all- schwilerwochenblatt.ch oder als Brief an: AllschwilerWochenblatt, Greifengasse 11, 4058 Basel. Es gibt keinen Anspruch auf (voll- ständige) Publikation. Wir sind bestrebt, alle Leserbriefe abzu- drucken, und kürzen diese, wenn es aus Platzgründen nötig ist. Redaktionsschluss ist jeweils montags, 12 Uhr.

An der Innenseite unserer Storen war letzte Woche das Kondens- wasser gefroren. Dies weckte Erinnerungen an den Winter 1981 in Dublin, wo sich in mei- nem Zimmer an Wänden und Fenstern Eisblumen bildeten.

zur FasnachtART

Grandiose Schwellemer C-Fasnacht «Obwohl das gesellschaftliche Le- ben starken Veränderungen unter- worfen ist, hat die Allschwiler Fas- nacht ihre Eigenständigkeit bewah- ren können. Die Allschwiler Fas- nächtlerinnen und Fasnächtler zeich- net vor allem etwas ganz Wertvolles aus: Sie kennen sich untereinander und bilden deshalb eine eigentliche Fasnachtsfamilie.» So stehts auf der Webseite von kultur-bl.ch. Wir dürfen zu Recht sehr stolz sein auf die diesjährige tolle Fas- nacht. Gerade in den oft einschrän- kenden C-Zeiten, ist die Fasnacht- ART und die Fasnachts-AWB-Bei- lage etwas vomBesten für dieMoral von Jung und Alt. Als «Allschwiler Kulturminister» danke ich im Na- men des ganzen Gemeinderates ganz herzlich für das grosse Enga- gement und freue mich zusammen mit der Bevölkerung sehr über all die hervorragenden Beiträge zu ak- tuellen Dorfereignissen vom Dorf bis zum Lindenplatz. Wirklich grandios! Andreas Bammatter, Gemeinderat SP Grosses Kompliment an die Fasnächtler Ein grosses Kompliment an alle Allschwiler Fasnächtlerinnen und Fasnächtler. Ihr seid Spitze mit all euren humorvollen Versen und Sprüchen über das Geschehene vom letzten Jahr. Wir LindenGrü- nen hatten Spass, einige Beiträge über unser Wirken im Lindenpark zu lesen. Das Beste ist der fasnächt- lich geschmückte Lindenpark. Kre- ativität pur! Wir von der Bewegung Linden- Grün bedanken uns bei allen, die geholfen haben, die Fasnacht zu gestalten. Auch diese FasnachtART bietet der Bevölkerung viele freu- dige Begegnungen. Was mich per- sönlich am meisten freut, ist das Miteinander und Füreinander. Ohne dieses Motto hätten wir in Allsch­ wil kein Fasnachts-Erlebnis. Wir bleiben am Ball, eventuell gibt es für die nächste Fasnacht ein weiteres Sujet. Bleibt alle gesund. Wir melden uns wieder. Marlies Schmid, Bewegung LindenGrün

Von Doris Blaser

Ich verbrachte dort das Aus- landsemester meiner Übersetzer- ausbildung und hatte mich so- fort in die Stadt verliebt. Dublin war damals etwas verschlafen und schmuddelig, alle Uhren ga- ben unterschiedliche Zeiten an, aber in den zahlreichen Theatern konnte ich nach Herzenslust für wenig Geldwunderbare Auffüh- rungen besuchen und in den Lä- den, Pubs, Pärken oder wo auch immer hatte ich angeregte Ge- spräche mit Einheimischen, de- ren unverwüstlicher Humor und Hang zur Selbstironie mir unver- gessen geblieben sind. Meine Sprachschule hiess Linguaviva Centre und ihr Di- rektor war Spanier. Wohl des- halb kamen die meisten Studen- ten aus Spanien. Einer davon war Tom, ein Baske (also eigent- lich doch kein Spanier), und er wohnte wie ich bei zwei alten Jungfern und deren ebenfalls be- tagten Katzen. Das Abendessen war im Preis inbegriffen und wurde gemeinsam pünktlich um 18.30 Uhr eingenommen. So ge- schah es eines Abends, dass eine der Katzen auf den Tisch sprang und interessiert an den Tellern schnupperte, woran sie niemand hinderte. Da erzählte Tom in sei- nem rudimentären Englisch und mit glänzenden Augen, wie im Baskenland Katzen, die imHerbst auf die Welt kamen, jeweils als Sonntagsbraten endeten. Die Da- men erstarrten kurz und dann nahm die eine blitzschnell die Katze vom Tisch und brachte sie in Sicherheit. Tom und ich vermie- den Blickkontakt und unterdrück- ten mühsam einen Lachanfall. Seitdem sind viele Jahre ver- gangen. Dublin hat sich zu einer trendigen, aber immer noch sym- pathischen Hauptstadt gemau- sert. Und ich? Na ja, trendig werde ich wohl nicht mehr, aber sympa- thisch war ich schon immer.

Made with FlippingBook - Online magazine maker