AWB-KW7_2021

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Allschwiler Wochenblatt

Freitag, 19. Februar 2021 – Nr. 7

Sport

Schritt für Schritt der nationalen

Leichtathletik

Spitze nähergekommen

Bereit für den grossen Wurf: Elena Debelic´ arbeitet täglich im Training daran, noch besser zu werden.  Fotos Alan Heckel

Startklar für weitere Höchstleistungen: Die Allschwilerin ist in diesem Jahr in der Alterskategorie U20 angekommen.

Elena Debelic´ gehört im Mehrkampf zu den grössten Talenten des Landes und möchte sich für die U20-EM qualifizieren.

«Da ist der Knopf bei mir aufgegan- gen», sagt sie und fügt lächelnd hinzu: «Wenn man merkt, dass man besser wird, macht das Trai- ning automatisch mehr Spass!» Zwar wurde die Allschwilerin im Jahr darauf von einer schmerzhaf- ten Sehnenentzündung zu einer dreimonatigen Pause gezwungen, doch das Krafttraining, zu demwie während dieser Zeit gezwungen war, stellte sich im Endeffekt als leistungssteigernd heraus. «Dieser Grundaufbau nach der Verletzung hat definitiv etwas ausgelöst.» Der Beweis folgte 2018, an den U16-SM wurde sie Zweite im Mehrkampf Mittlerweile hat sich die Athletin auf den Mehrkampf spezialisiert, «weil ich technische Disziplinen wie Weitsprung, Hochsprung und Hürden immer besonders cool fand». Grundvoraussetzungen wie Schnelligkeit und Sprungkraft wurden der Hobbyschwimmerin in dieWiege gelegt und Ausdauer lässt sich bekanntlich trainieren. Als «Problemzonen» bezeichnet die Linkshänderin dieWurfdisziplinen Kugelstossern und Speer, doch auch daran arbeitet sie praktisch täglich. Sieben Übungseinheiten – am Dienstag und Donnerstag wird zweimal trainiert – stehen pro Wo- che auf dem Programm, am Wo- chenende finden die Wettkämpfe statt. Um das strenge Pensum ab- solvieren zu können, besucht sie das Sportgymnasium in Liestal. Zeit für Hobbys hat die 18-Jährige kaum. «Leichtathletik ist mein Hobby und meine Leidenschaft», und Erste im Weitsprung. Strenges Programm

betont sie und erzählt, dass sie gern Klavier spielt und auf die beiden Nachbarkinder aufpasst, «wenn ich mal auf andere Gedanken kom- men will». Nachdem die Gymnasiastin im letzten Jahr an den U18-SM im Mehrkampf sowie im Hoch- und Weitsprung den Titel geholt hat, muss sie derzeit sportlich wieder et- was kürzertreten. Wegen eines Stressödems im Fuss hat sie heuer auf die SM-Teilnahme verzichtet. Der Fokus der Gewinnerin des All- schwiler Sportpreises liegt auf der Qualifikation für die U20-EM in Talinn im Sommer. «Der Wechsel aus der U18- in die U20-Kategorie ist nicht einfach, es kommen höhere Hürden und schwerere Kugeln auf mich zu», sagt sie und konzentriert sich ganz darauf, auf das neue erfor- derliche Niveau zu kommen. Weiter in die Zukunft mag das Mitglied des Schweizer Mehrkampf-Nationalka- ders nicht schauen. Das würde auch nicht zu Elena Debelic´ passen.

Berührung. «Ich dachte einfach, ich probiere es mal und es hat mir gefallen», erinnert sie sich. Keine grossen Töne In der Ostschweiz absolvierte die Baselbieterin mit dem kroatischen Nachnamen, der auf ihren Gross- vater zurückgeht, auch ihren ers- ten Wettkampf, den «Herisauer Speedy». Diesen gewann Elena Debelic´ , obwohl sie sich zunächst geziert hatte, mitzumachen. «Meine Familie und Freunde würden sagen, dass es typisch für mich ist. Bevor ich etwas mache, will ich immer genau wissen, wie es geht, um nichts falsch zu machen», lacht sie. Diese Eigenschaft hindert sie auch als 18-Jährige daran, grosse Töne zu spucken. Stattdessen setzt sie sich immer nur ein Ziel nach dem anderen, anstatt zu weit nach vorne zu blicken. Ungewöhnlich findet sie das nicht: «Viele Sportlerinnen und Sportler ticken genauso.» Zurück in Allschwil schloss sich das sportbegeisterte Kind zunächst der LARBinningen an, ehe ein halbes Jahr später der Wechsel in die Leicht- athletikabteilung der Old Boys folgte, «weil dieser Verein einfach mehr Kapazitäten hatte». Zudem schwamm sie zu dieser Zeit auch beim Schwimmclub Allschwil, die Wassersportart genoss sogar Priori- tät. Erst mit 13 Jahren, als die Trai- ningspensen zunahmen, entschied sie sich für die Leichtathletik: «Ich habe gemerkt, dass mir Leichtathletik mehr liegt und ich darin besser bin!» Wie gut sie effektiv war, stellte Debelic´ erstmals 2016 fest, als sie mit 14 an den Schweizer Meister- schaften (SM) der U16 teilnahm.

Von Alan Heckel

Als das AWB Elena Debelic´ auf der Sportanlage Schützenmatte im Training besucht, absolvieren auch vereinzelte andere Athletin- nen und Athleten ihre Übungs­ einheiten, darunter Matthias Steinmann. Als der Mehrkämpfer vom LV Frenke mitkriegt, dass seine Trainingskollegin in einem Porträt vorgestellt werden soll, meint er nur: «Das wurde auch höchste Zeit!» Auf Nachfrage liefert der 28-Jährige die Begrün- dung: «Elena hat mehr Potenzial als sie denkt, sie ist der Konkur- renz im mentalen Bereich überle- gen – Champions haben diese Ei- genschaft!» Noch hat es die junge Allsch­ wilerin zwar nicht zum internati- onalen Champion geschafft, hat aber ihr sportliches Potenzial auf nationaler Ebene schon unzählige Male unter Beweis gestellt. Das jüngste Kind einer sportlichen Fa- milie – Bruder Nicola ist ein her- vorragender Schwimmer, wäh- rend Schwester Anna ebenfalls Leichtathletik betreibt – hatte schon früh Freude an der Bewe- gung. In der Turngruppe des TV Herisau – ihre Familie lebte von 2006 bis 2010 im Kanton Appen- zell – kam die kleine Elena erst- mals mit der Leichtathletik in

Elena Debelic´ auf Instagram. @elenadebelic

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Jeder Sporthilfe-Franken zählt – für mehr als 1000 Schweizer Athletinnen und Athleten wie Elena Debelic´ . Jetzt spenden per Postkonto 30-40-9 oder Bank IBAN CH15 0900 0000 3000 0040 9. Spenden an die Sport- hilfe können steuerlich geltend gemacht werden.

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