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SPDs FÜR TELEFON- & DATENLEITUNGEN

EINSATZ VON ÜBERSPANNUNGSSCHUTZ- GERÄTEN In Anwendungsfeldern, in denen Standards fehlen oder nicht vorhanden sind, kann die Entscheidung für oder gegen Überspannungsschutzgeräte auf Telekommunikations- und Datenleitungen anhand folgender Gesichtspunkte getroffen werden: • Empfehlung des Geräteherstellers • Vorbeugende Maßnahme nach Beschädigung von Geräten durch Transienten • Vereinfachte Risikobeurteilung Risikobeurteilung Um schnell die Wahrscheinlichkeit von Blitzeinschlägen sowie deren Konsequenzen abschätzen zu können, kann eine vereinfachte Risikoanalyse anhand der nachstehenden Tabelle durchgeführt werden. Parameter Niedriges Risiko Hohes Risiko Blitzaufkommen (Ng) < 2,5 > 2,5 Standortkonfiguration Einzelnes Gebäude Mehrere Gebäude Übertragungsstrecke Kurz Lang Externe Leitungsverlegung Unterirdisch Freileitungen Elektrische Störungen Niedrig Hoch Blitzableiter vorhanden Nein Ja Blitzereignisse Noch nie Bereits eingetreten Empfindlichkeit der Geräte Niedrig Hoch Kosten der Geräte Niedrig Hoch Kosten für Ausfallzeiten Niedrig oder akzeptabel Hoch oder inakzeptabel Der Grad der Empfehlung (von „Keine Empfehlung“ bis „ Nachdrücklich empfohlen“) in Bezug auf den Einsatz von Überspannungsschutzgeräten steigt mit der Zahl der Parameter, die in der Tabelle als „Hohes Risiko“ eingestuft werden. Eine ausführlichere Risikoanalyse ist der Norm IEC 61643-22 zu entnehmen. PARAMETER FÜR DEN ÜBERSPANNUNGSSCHUTZ Bei der Auswahl des Überspannungsschutzes für Ihre Anlage sollten Sie Folgendes berücksichtigen: • Art der Leitung: Für jede Leitungsart gibt es einen entsprechenden Schutzpegel und ein zugehöriges Schutzdiagramm. • Standortkonfiguration: Anzahl der zu schützenden Leitungen. Geforderte Installationsart: Die CITEL-Produktlinie bietet folgende Möglichkeiten: • Standortkonfiguration: Einbau in wandmontierte Schaltkästen, Steckmontage, Einbau in Verteilerrahmen • Unterschiedliche Anschlussarten (Wire-Wrap, Schneidklemmen, Push-in oder Schraubklemmen) Produktmerkmale: Einige Überspannungsschutzgeräte sind mit • steckbaren Modulen ausgestattet (DLA). • Fehlersignalisierungen ausgestattet (DLAS1, DLATS1).

INSTALLATION Um wirksam zu funktionieren, müssen Überspannungsschutzgeräte nach folgenden Grundsätzen installiert werden: • Der Erdungspunkt des Überspannungsschutzgerätes ist mit dem des zu schützenden Geräts zu verbinden. • Der Schutz ist am Eingang des Netzes zu installieren, um Impulsströme möglichst schnell abzuleiten. • Das zu schützende Gerät muss in der Nähe sein (Entfernung zwischen Schutzelement und Gerät weniger als 10 m). Wenn diese Regel nicht eingehalten werden kann, muss ein „sekundärer“ Schutz nahe dem Gerät installiert werden (entkoppelter Überspannungsschutz). • Der Erdungsleiter (zwischen dem Erdungsausgang des Schutzelements und dem Potentialausgleich des Geräts) muss so kurz wie möglich sein (weniger als 0,5 m) und einen Querschnitt von mindestens 1 mm² haben. • Der Erdungswiderstand muss der geltenden Norm entsprechen (keine besondere Erdung gefordert). • Geschützte und ungeschützte Kabel sind in ausreichendem Abstand voneinander zu führen, um Einkopplungen zu begrenzen. WARTUNG Die Datenleitungs-Überspannungsschutzgeräte von CITEL brauchen weder gewartet noch ausgetauscht zu werden. Sie sind so dimensio- niert, dass sie wiederholten und starken Impulsströmen schadlos standhalten. Gleichwohl ist eine kontrollierte Failsafe-Betriebsart (Kurzschluss gegen Erde) für den Fall eingeplant, dass Spitzenwerte die Parameter der Überspannungsschutzgeräte überschreiten: Ein vorsorglicher Kurzschluss wird in folgenden Fällen ausgelöst: • Längerer Kontakt zwischen der Telekommunikationsleitung und einer Stromversorgungsleitung. • Außergewöhnlich starker Blitz-Stoßstrom. In diesen seltenen Fällen wechselt das Überspannungsschutzgerät in den Kurzschlusszustand und verbleibt dort. Auf diese Weise schützt es das Endgerät und gibt eine Warnmeldung über seinen Ausfall aus. Um die Leitung wieder zu aktivieren, muss das Überspannungsschutzgerät ausgetauscht werden. Die Grundparameter von Datenleitungs-Überspannungsschutzgeräten können mit speziellen Testgeräten kontrolliert werden.

BESONDERE BEDINGUNGEN: AUßERER BLITZSCHUTZ

Wenn die zu schützende Anlage mit einem Blitzschutzsystem (einem Blitzableiter) ausgerüstet ist, müssen die für Telekommunikations- oder Datenleitungen vorgesehenen Überspannungsschutzgeräte, die mit externen Leitungen verbunden sind, einen 10/350-µs-Stoßstrom mit einem Nennwert von mindestens 2,5 kA ableiten können (Test der Kategorie D1 in der Norm IEC 61643-21).

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