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ÜBERSPANNUNGSSCHUTZGERÄTE FÜR NS-ANLAGEN

Auswahl des Schutzpegels (Up) Vom Anwender ist ein Überspannungsschutzgerät mit einem Schutz- pegel Up zu wählen das auf die Spannungsfestigkeit der zu schützenden Geräte abgestimmt ist. In jedem Fall lautet der Grundsatz: Je niedriger der Schutzp egel Up, desto besser der Überspannungsschutz. Die IEC-Norm 60364 schreibt einen Schutzpegel von maximal 2,5 kV für Überspannungsschutzgeräte vor, die am Eingang von 230/400-V-Netzen eingesetzt werden. Dieser Wert entspricht der Spannungsfestigkeit von robusten (elektromechanischen) Geräten. Elektronische Geräte haben eine geringere Impulsfestigkeit und erfor- dern einen besseren Schutz: daher sind Überspannungsschutzgeräte mit einem Schutzpegel von ≤ 1,5 kV erforderlich, um einen wirksamen Schutz zu bieten. Bedingungen Empfohlener Up-Wert 230/400 V Wechselstromnetz 120/208 V Wechselstromnetz SPD am Eingang der Anlage 2,5 kV max. 1,5 kV max. Geschütztes elektromechanisches Gerät 2,5 kV 1,5 kV Geschütztes elektronisches Gerät 1,5 kV 0,8 kV WICHTIGE NORMEN Anzuwendende Normen für Einsatz und Installation von Überspan- nungsschutzgeräten sind: Generell: IEC 60364 • Kapitel 4‑443: «Schutz vor Überspannung durch atmosphärische Einwirkung oder Schaltvorgänge»: Dieses Kapitel der IEC 60364 beschreibt den korrekten Einsatz der Mittel die zur Reduktion von transienten Überspannungen möglich und nötig sind, um Fehlern in der Installation und Gefahren für elektrische und elektronische Apparaturen entgegen zu wirken. • Kapitel 5‑534 : «Bausteine zum Schutz gegen Überspannung»: Dieses Kapitel beschreibt die Anforderungen zum Einsatz von Über- spannungsschutzableitern in elektrischen Installationen. Produkt Norm: IEC 61643‑11 Diese Norm gibt die technischen Anforderungen vor, welche die Überspannungsschutzgeräte entsprechend ihrer Klassifizierung (Typ 1, 2, 3) einzuhalten haben und ist hauptsächlich an die Hersteller solcher Produkte gerichtet. Auswahl und Einsatz: IEC 61643‑12 beschreibt die Auswahl- und Einsatzkriterien von Überspannungs- schutzgeräten in Niederspannungsanlagen.

DIN VDE 0100-443 beschreibt die Anforderungen für den Schutz elektrischer Anlagen gegen transiente Überspannungen, die über das Stromversorgungsnetz über- tragen werden, inklusive Schaltüberspannungen und Überspannungen aufgrund atmosphärischer Einflüsse. Ein wesentlicher Punkt der DIN VDE 0100-443 betrifft die Entscheidungsfindung, wann Überspannungsmaßnahmen ergriffen werden müssen! Für Deutschland werden verbindliche Regelungen zum Einsatz von Überspannungsschutzgeräten angegeben. Die schließen nun auch Wohn- und kleine gewerbliche genutzte Gebäude verbindlich mit ein. Zudem wird nun auch bei freileitung gespeisten Anlagen Überspannungsschutz gefordert.

ERRICHTUNG VON ÜBERSPANNUNGSSCHUTZGERÄTEN

Parallel zur DIN VDE 0100-443 erschien die DIN VDE 0100-534 welche die Anwendung und Auswahl von Überspannungsschutzgeräten (SPD) regelt. DIN VDE 0100-534 • Es müssen mind. Typ 2 Überspannungsschutzgeräte in der Nähe des Einspeisepunktes installiert werden. • Bei baulichen Anlagen mit einem externen Blitzschutzsystem sind wie bisher Typ 1 SPD in der Einspeisung gefordert. Neu ist die Forderung von Typ 1 SPD für alle Anlagen mit Freileitungseinspeisungen (auch wenn kein Blitzschutzsystem vorhanden ist). • Für SPD Typ 2 in der Einspeisung gelten neue, erhöhte Anforderungen für die Ableitfähigkeit der SPD. Fazit: Die in 10.2016 eingeführten Änderungen in beiden Normen bilden den Stand der Technik ab. Es werden immer mehr empfindliche elekt- ronische Geräte verwendet und immer mehr elektrische Betriebsmittel erzeugen als Störquelle in der Anlage selbst Überspannungen. Die neuen Normen tragen diesen Umständen Rechnung und Überspannungsschutzgeräte müssen nun in den allermeisten Fällen eingesetzt werden. Somit werden kostenintensive Schäden bereits im Vorfeld vermieden! Der Ausfall von elektrischen Netzen aufgrund von Überspannungen kann auch ein wirtschaftliches Risiko oder ein Risiko für die menschliche Sicherheit bedeuten. Gebäude mit Blitzschutzsystem werden nach VDE 0185-305 ausgelegt und benötigen immer Blitzstromableiter Typ 1 in der Einspeisung. Gebäude ohne Blitzschutzsystem benötigen nach VDE 0100-443 mindestens einen Überspannungsschutz Typ 2. Zusätzlich wird in der VDS 2010 und den entsprechenden Landesbauordnungen explizit ein innerer Blitzschutz für besonders gefährdete Gebäude gefordert.

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