Geothermie im Fokus der Forschung: BauGrund Süd ist in Leipzig Projektpartner der HTWK
Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft erforscht die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) seit 2024 in dem Verbundsfor- schungsprojekt EASyQuart-Plus, wie sich die Planung von oberflächennahen Geo- thermie-Anlagen optimieren lässt. Nach intensiver Simulations- und Modellierungs- arbeit startete das Team der HTWK Leipzig nun in die praktische Phase des For- schungsprojekts. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei der Neubau der Weishaupt- Gruppe am Standort Leipzig-Schkeuditz und insbesondere die Geothermieanlage von BauGrund Süd sowie die Gebäudeleit- technik von Neuberger.
Sie erklärt: „Wenn wir reale Messdaten mit Simulationen verknüpfen, können wir künftig schon in der Planungsphase sehr genau vorhersagen, wie sich eine Anlage an einem bestimmten Standort verhält. Das spart Zeit, reduziert Kosten und macht Geothermie wirtschaftlich attraktiver.“ Die Messungen am Standort der Weishaupt- Gruppe bilden die Grundlage für die Kali- brierung und Validierung der Modelle. Die realen Daten des digitalen Zwillings sind eine wertvolle Grundlage für die Validie- rung der Forschungsergebnisse. Durch den Vergleich von Simulation und Realität soll die Open-Source-Software OpenGeoSys weiterentwickelt werden, die bereits im Vorgängerprojekt EASyQuart gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umwelt- forschung (UFZ) umfangreich genutzt und optimiert wurde. „Mit unseren Forschungsergebnissen wol- len wir zeigen, dass Geothermie technisch ausgereift, sicher und wirtschaftlich ist. Sie kann ein wesentlicher Baustein der Wär- mewende sein – insbesondere in urbanen Quartieren, wo die Nachfrage nach nach- haltiger Wärmeversorgung steigt“, ist Prof. Dr.-Ing. Anke Bucher sicher.
„EASyQuart-Plus – Energieeffi- ziente Auslegung und Planung dezentraler Versorgungsnetze zum geothermischen Heizen und Kühlen von Stadtquartieren – Digitalisie- rung und Praxiswirksamkeit“ läuft von Januar 2024 bis Dezember 2026. Es wird vom Bundesminis- terium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit 2,2 Millionen Euro gefördert. Ziel des Projekts ist die Entwicklung digitaler Planungs- und Simulations- instrumente, die eine energieeffi- ziente, sichere und wirtschaftliche Nutzung oberflächennaher Geother- mie ermöglichen. Unter Koordination der Hoch- schule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) sind die Wissenschaftseinrichtungen Helmholtz-Zentrum für Umwelt- forschung (UFZ) sowie das Institut für Kommunikations- und Medien- wissenschaft der Universität Leipzig beteiligt. Praxispartner sind die Geothermie- Fachplaner geoENERGIE Konzept und heatbeat engineering sowie als assoziierter Partner die Weishaupt- Gruppe, insbesondere mit Bau- Grund Süd. Das Forschungsprojekt
Neubau der Weishaupt-Gruppe am Standort Leipzig schafft wertvolle Synergien
Digitaler Zwilling soll Planung vereinfachen
Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Zwillings – eines virtuellen Abbilds des gesamten Gebäudes mit der Geothermie- anlage und der Gebäudetechnik. Der Zwilling simuliert und optimiert laufend den Betrieb. Damit wollen die Forschenden die Planung und den Betrieb solcher Systeme wesentlich verbessern. „Wir freuen uns, dass wir jetzt an einem echten Standort arbeiten können,“ sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Bucher, Leiterin des Projekts und Profes- sorin für Angewandte Mechanik an der HTWK Leipzig. Reale Betriebsdaten aus dem Gebäude und von der oberflächennahen Geother- mieanlage mit Erdwärmesonden werden EASyQuart-Plus zur Verfügung gestellt. Zusätzlich sind an drei ausgewählten Erdwärmesonden Lichtwellenleiterkabel installiert worden, sodass kontinuierliche Temperaturprofile entlang der Sonden gemessen werden können. Mit den seit Dezember 2025 erfassten Messwerten zu Temperatur, Volumenströmen und Wärme- mengen sollen die entwickelten Simula- tionsmodelle verglichen und kontinuierlich angepasst werden. „Mit den Messdaten können wir prüfen, wie gut unsere Modelle den tatsächlichen Anlagenbetrieb abbilden. Das ist ein ent- scheidender Schritt auf dem Weg zum digitalen Zwilling“, so Anke Bucher.
Bereits seit 1991 ist die Max Weishaupt SE, weltweit einer der führenden Her- steller von Wärmepumpen, Heizsystemen und Brennern, mit einer eigenen Nieder- lassung in Leipzig vertreten. Sie betreut die Heizungsfachhandwerker und Inge- nieurbüros im Dreiländereck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit einem Neubau wird der Stand- ort Leipzig jetzt weiter gestärkt und die Kapazitäten für die Betreuung von Fachkunden in Logistik, Vertrieb, Kundendienst und Schulung werden deutlich erhöht. Künftig arbeiten über 50 Beschäftigte von Weishaupt sowie den Gruppenfirmen BauGrund Süd und Neuberger (Komplettanbieter für Automatisierungstechnik) in der neuen Niederlassung. Auf diese Weise ist auch
BauGrund Süd noch näher an den zahl- reichen eigenen Projekten und Kunden in Ostdeutschland. Die enge Vernetzung vor Ort mit Weishaupt und Neuberger schafft dabei wertvolle Synergien, von denen ins- besondere Kunden profitieren. Das neue Gebäude entstand auf einem 16.500 m² großen Grundstück im Airport Gewerbepark Schkeuditz, direkt an der Autobahn A 9. Der 100 m lange Neubau verfügt über 1.300 m² Lagerfläche vor allem zur schnellen Kundenbelieferung, 560 m² Tiefgarage sowie 1.300 m² Bürofläche. Darin integriert ist ein 360 m² großes Schulungszentrum zum theo- retischen und praktischen Training von Fachhandwerkern und Servicetechnikern. Die Praxis-Schulung ist komplett mit funktionsfähigen Produkten ausgestattet:
erdgekoppelte Wärmepumpen und Luft/ Wasser-Wärmepumpen, bodenstehende und wandhängende Brennwertsysteme für Gas und Öl sowie Prüfflammrohrkessel für die Brennerschulungen. Beheizt und gekühlt wird das neue Fir- mengebäude von drei reversiblen Sole/ Wasser-Wärmepumpen mit je 35 kW und einem Gas-Brennwertkessel mit 60 kW. Gebäudeleittechnik von Neuberger regelt und steuert die komplette Haustechnik. BauGrund Süd realisierte die Erdsonden- anlage mit 21 Bohrungen à 90 m.
Begleitforschung zur Akzeptanz
Begleitend zur technischen Forschung untersucht das Teilprojekt der Universität Leipzig unter Leitung von Prof. Dr. Cornelia Wolf, wie Geothermie in der Bevölkerung wahrgenommen wird. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Wissen über das Verfahren noch begrenzt ist, aber großes Potenzial für Akzeptanz besteht. Die Erkenntnisse sollen helfen, zukünftige Kommunikations- strategien zu gestalten und die Ergebnisse aus der Technikforschung gezielt in die Öffentlichkeit zu tragen. „Die HTWK Leip- zig und das UFZ entwickeln die Technolo- gie – die Universität Leipzig erforscht, wie wir sie besser erklären,“ fasst Wolf zusam- men. „So ergänzen sich Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation, um eine sachliche gesellschaftliche Diskussion über die Wärmewende zu unterstützen.“
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17 UNTERNEHMENSENTWICKLUNG │ Forschungsprojekt „EASyQuart-Plus”
UNTERNEHMENSENTWICKLUNG │ Neubau Weishaupt Leipzig
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