Dass BauGrund Süd auch mit komple- xen Untergrundverhältnissen souverän umzugehen weiß, zeigte sich im weiteren Projektverlauf. Im Juli 2025 ging es auf der Baustelle richtig zur Sache: Die Bau- grube war vorbereitet, das Bohrplanum eingerichtet und BauGrund Süd startete mit den Bohrungen für 56 Erdwärme- sonden in 140 m Tiefe. Diese wurden erfolgreich niedergebracht und mit leistungsstarken Turbo-Erdwärmesonden ausgebaut. Anschließend erfolgte die Verfüllung mit einem Spezialmörtel, des- sen Qualität kontinuierlich mit moderns- ter Messtechnik überwacht wurde. Zur abschließenden Kontrolle wurden an ausgewählten Sonden weitere Thermal
Response Tests durchgeführt – mit durchweg positiven Ergebnissen. Auch der überwachende Sachverständige, Dr. Klein aus Amtzell, bestätigte: Alles im grünen Bereich. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieses Projekts beweist BauGrund Süd ein- mal mehr, dass technisches Know-how, Erfahrung und Teamarbeit die Schlüssel zum Erfolg sind – selbst unter heraus- fordernden geologischen Bedingungen. Die gelöste Premium-Aufgabe für den Softwarespezialisten aus Konstanz ist ein eindrucksvolles Beispiel für gelebte Ingenieurskunst und nachhaltige Ener- giegewinnung in der Bodenseeregion.
Was ist ein Thermal Response Test (TRT)? Der Thermische Antworttest (auch Thermaltest genannt) ist ein Verfahren zur Ermittlung der effektiven Wärmeleitfähigkeit sowie weiterer thermischer Eigenschaften des Untergrunds im Bereich einer Erdsonde oder Erdwärmeanlage. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Planung von Erdwärmesondenanla- gen, etwa für den Einsatz mit Wärme- pumpen. Durch den Test lässt sich die tatsächliche Wärmeübertragungs- leistung des Bodens präzise berech- nen, was wiederum eine optimale Auslegung und Dimensionierung der Anlage ermöglicht.
Im Interview berichtet Geschäftsführer Jan Bauer, wie aus einer Vision trotz unvorhersehbarer Hürden ein span- nendes Erdwärmeprojekt wurde:
Premium-Aufgabe für einen Softwarespezialisten – Komplexes Erdwärmeprojekt in Konstanz
Was war Ihre Motivation, mit Erdwärme zu heizen und zu kühlen?
Wie bewerten Sie die Arbeit von BauGrund Süd in dieser frühen Projektphase?
Planungs- und Genehmigungsphase ist das Erdwärmeprojekt in Konstanz inzwi- schen erfolgreich abgeschlossen. Doch der Reihe nach: Bereits im April 2022 wurde die erste Probebohrung erfolgreich abgeteuft. Mit- hilfe eines Thermal Response Tests (TRT) konnten die Untergrundparameter präzise ermittelt werden – eine wichtige Grund- lage für die Auslegung der Erdwärmeson- denanlage. Die geplante Platzierung der Sonden direkt unter dem Gebäude sorgte jedoch zunächst für Diskussionen: Der Landkreis Konstanz äußerte erhebliche Bedenken, da in der Region bei tieferen Bohrungen immer wieder vereinzelt artesisch gespannte Grundwasserzutritte auftreten. Das bedeutet, dass das Grund- wasser an diesen Stellen unter starkem Druck steht. Mit einem fundierten technischen Konzept, fachlicher Expertise und Über- zeugungsarbeit gelang es dem Planungs- team von BauGrund Süd gemeinsam mit Seitenbau-Geschäftsführer Jan Bauer, die Verantwortlichen des Landratsamtes zu gewinnen. Das Vertrauen zahlte sich aus: Drei weitere Probebohrungen bestä- tigten die Ergebnisse. Die Bohr- und Aus- bauarbeiten unter dem Gebäude verliefen reibungslos.
In dicht besiedeltem Gebiet ist es nahe- liegend, die Energie unter den Grund- stücken als Energiequelle zu nutzen. Zwar bieten auch Luft-Wasser-Wärme- pumpen eine Möglichkeit. Diese stehen aber wegen ihres Platzverbrauchs auf dem Dach – neben geringerer Effizienz – in direkter räumlicher Konkurrenz zu PV-Anlagen und, in unserem Fall, auf genehmigungsrechtlichen Grenzen. Die Planung und die Genehmigung war ein sehr aufwendiger Prozess. Wie haben Sie diesen erlebt? In der ursprünglichen Planungsphase war alles noch nicht kompliziert. Eine Probebohrung wurde beantragt, genehmigt und abgeteuft. So konnten wir einfach die Dimensionierung des Sondenfeldes mittels TRT ermitteln. Aufgrund von Verzögerungen, infolge von Problemen aus dem Bereich Bebauungsplan und Baugenehmigung, hat sich aber die Genehmigungspraxis des Landkreises geändert. Jetzt wurde es richtig kompliziert und langwierig.
Die Probleme im Genehmigungsbereich betrafen ja eigentlich nicht nur uns, sondern alle Vorhaben ähnlicher Art im Landkreis Konstanz. Wir waren nur die- jenigen, welche die geänderte Geneh- migungspraxis als erste betroffen hat. Hier war es sehr hilfreich und meines Erachtens auch ausschlaggebend, wie das Unternehmen Baugrund Süd in den Gesprächen mit den Behörden seine fachliche, geologische Expertise eingebracht hat, um die neue Genehmi- gungspraxis des Landkreises zu hinter- fragen und letzten Endes zu ändern.
Das Unternehmen Seitenbau aus Kon- stanz entwickelt seit fast 30 Jahren individuelle Softwarelösungen für die Pri- vatwirtschaft und den öffentlichen Sektor. Für ein neu geplantes Firmengebäude mit integrierter Kindertagesstätte entschieden
sich die Geschäftsführer, nachhaltige Geothermie zu nutzen und ein Erdwärme- sondenfeld direkt unter dem Neubau zu realisieren. Für die „digitalen Pioniere seit 1996“, wie sie sich selbst augenzwinkernd nennen, lag der Nutzen auf der Hand: Die Energiegewinnung direkt unter dem eigenen Gebäude bietet gerade in dicht besiedelten Gebieten enorme Vorteile. Mit der Planung und Umsetzung des Pro- jekts beauftragte Seitenbau die Geother- mie-Experten von BauGrund Süd – nicht zuletzt deshalb, weil die Bad Wurzacher Spezialisten mittlerweile deutschlandweit unterschiedlichste Geothermie-Projekte erfolgreich realisieren. Was zunächst nach Routine klang, ent- puppte sich als anspruchsvolles Vorhaben mit besonderen hydrogeologischen Her- ausforderungen und hohen behördlichen Anforderungen. Nach einer intensiven
Geothermiebohrungen für Neubau in Konstanz.
Nun sind die Bohrungen und der Rohr- leitungsbau fertig. Was ist Ihr Resümee?
Im Verhältnis zu der Zeit, die wir uns während der Genehmigungsphase mit dem Projekt beschäftigt haben, war die Realisierung ein einfaches Unterfan- gen. Es ging schnell und unkompliziert. Jetzt bin ich einfach froh, dass wir ein nachhaltiges und langfristiges Konzept zur Heizung und Kühlung unserer Gebäude implementiert haben. Und ich würde es jederzeit wieder tun.
• Auftraggeber / Bauherr Seitenbau Immobilien GmbH
• Bohrmeter 56 x 140 m
• Projektlaufzeit August - Oktober 2025
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GEOTHERMIE │ Perfekt in der Innenstadt
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