Nach dem erfolgreichen Auftaktprojekt mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG und Bau- Grund Süd geht es in Hamburg in die nächste Runde: Ein weiteres großes Bestandsquartier bekommt ein zukunfts- fähiges Nahwärmenetz. Bereits seit Februar 2024 werden die Gebäude des ersten Projekts klimaneutral und effizient über zwei Großwärmepumpen beheizt – ein echtes Vorzeigeprojekt für nachhaltige Energiekonzepte im Bestand. Von Geothermie begeistert: Auftraggeber setzt bereits bei zweitem Bestands- quartier nachhaltiges Nahwärmenetz um
„In der gegenwärtigen Diskussion, die den Eindruck erweckt, Wärmepumpen seien nur für freistehende Einfamilienhäuser realisierbar, wollen wir zeigen, dass diese Art Wärmeerzeugung auch für ein ganzes Quartier ohne Totalsanierung machbar ist.
Eric Hilschenz, Geschäftsführer von Gebäude Technik Hamburg GmbH
Geothermie im Bestand bedeutet: Wenig Platz ist vorhanden und gute Planung notwendig Die Bohranlage ist kraftvoll, aber
Eric Hilschenz, Geschäftsführer von GTH Gebäude Technik Hamburg, ist überzeugt sowohl von der nachhaltigen Geothermie- Lösung als auch von der professionellen Umsetzung durch BauGrund Süd. Sein Ansatz ist pragmatisch, ohne teure und aufwendige Sanierung der Wärmever- teilung und von den Wärmeübertragungs- flächen in den Wohnungen wird ein nachhaltiges und effizientes Heizsystem realisiert. Die Motivation? In Deutschlands Bestandsquartieren mit ihren großen Mehrfamilienhäusern steckt ein riesiges Wärmepotenzial. Dieses Projekt ist eine Blaupause für die Immobilienwirtschaft – gewechselt wird nur das Heizsystem.
Das Ergebnis hat die Bau- genossenschaft überzeugt
möglich. Dennoch lohnt es sich, Geother- mie als Quelle zu erschließen, um die Effi- zienz des Gesamtsystems zu verbessern. Die Realisierung des Nahwärmenetzes übernimmt erneut BauGrund Süd, Auf- traggeber ist die GTH Gebäude Technik Hamburg GmbH & Co. KG. Der Heizbedarf des Quartiers von 3 GWh wird zu 50 % über 117 Erdwärme- sonden aus je 130 m Tiefe abgedeckt. Als Wärmequelle für die Hybridheizung werden bei Außentemperaturen unter 4° die Erdsonden genutzt, während bei Temperaturen zwischen 4 und 18 °C Luft genutzt wird. Die Erdwärmesonden
werden nachts auch oberhalb des Biva- lenzpunktes als Quelle verwendet, um die Geräuschbelastung durch die Wärme- kollektoren zu reduzieren. Zur Abdeckung von Spitzenlasten ist ein Gasbrennwert- kessel eingeplant. Im Sommer sorgt eine smarte Kombination aus Solar-Luft- Absorbern und Wärmekollektoren für die Regeneration des Sondenfeldes. Ende 2023 wurde bereits eine 130 Meter tiefe Probebohrung durchgeführt, gefolgt von einem Thermal Response Test und einer thermodynamischen Modellierung. Das Erdwärmesondenfeld entsteht von August 2025 bis Ende April 2026.
Aktuell wird in Bergedorf, im Osten Hamburgs, ein weiteres Quartier der Bau- genossenschaft dekarbonisiert – diesmal mit einer cleveren, polyvalenten Hybrid- heizung. Im Gegensatz zu einer mono- valenten Heizung werden hierbei nicht nur eine, sondern mehrere Wärmequellen kombiniert, in diesem Fall Erdwärmeson- den und Luft sowie ein Spitzenlastkessel. Aufgrund der Platzverhältnisse am Stand- ort und einer behördlichen Beschränkung der Bohrtiefe auf maximal 130 m ist die Versorgung mit 100 % Erdwärme nicht
kompakt, und die Wege zu den Wohn- häusern bleiben während der Arbeiten frei. Besonderes Augenmerk gilt bei den Bohrarbeiten dem bestehenden Leitungs- netz im Untergrund, auch das gehört bei Geothermie-Projekten im Bestand mit dazu. Um den Bohrschlamm effizient zu entsorgen, setzt BauGrund Süd auf eine Separationsanlage vor Ort – so wird die Bohrspülung gereinigt und wiederver- wendet, das Bohrklein handlich und zu überschaubaren Kosten entsorgt. All dies meistert BauGrund Süd wie bei allen Baustellen gewohnt professionell und zuverlässig. Die Anschlussarbei- ten sind für Ende März bis April 2026 geplant.
Luft
Luft
Gas
Heizung Warmwasser Kühlung
Heizung Warmwasser Kühlung
Heizung Warmwasser Kühlung
Solarabsorber
Wärmepumpe
Übergabestation
Übergabestation
Übergabestation
Geothermiebohrungen für Bestandsquartier in Hamburg.
Verteilerschacht
• Auftraggeber / Bauherr Baugenossenschaft Bergedorf Bille eG
• Bohrmeter 116 x 130 m
• Projektlaufzeit August 2025 - April 2026
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GEOTHERMIE │ Nachhaltig bei Bestandsquartier
GEOTHERMIE │ Nachhaltig bei Bestandsquartier
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