Auf gutem Grund_1

Hochwasserschutz in Burgau – Verantwortungsvolle Aufgaben im Zusammen- spiel von Geotechnik und Bodenschutz

Ziel ist, während aller Baumaßnah- men die kulturfähige Oberschicht des Bodens unter Einhaltung aller Auflagen abzutragen und so zwischenzulagern, dass die Bodenfunktionen in Takt blei- ben. Zum Lagerschutz wird der Boden begrünt. Zwar ist dies nicht der erste Auftrag eines Bodenschutzkonzepts und der bodenkundlichen Begleitung für BauGrund Süd. Neu ist allerdings die lange Zeit, für die eine bodenkundliche Begleitung erforderlich ist – eine span- nende Aufgabe, die gleichzeitig zum eigenen verantwortlichen Arbeiten den komplexen Überblick über alle Baumaß- nahmen erfordert. Die geotechnischen und bodenkund- lichen baubegleitenden Tätigkeiten von BauGrund Süd begannen im Oktober 2025 und erstrecken sich noch bis in den Herbst 2029 – ein Zeitraum, der das große Vertrauen in die Fachkompe- tenz und Zuverlässigkeit des Unterneh- mens unterstreicht. Dass das Projekt von BauGrund gleichzeitig in punkto Geotechnik und Bodenschutz fachtechnisch betreut wird, hat für den Auftraggeber mehrere Vorteile. Der Bereich Bodenschutz hat sich aus dem BauGrund Süd Bereich Baugrunderkundung und bodenkund- liche Untersuchungen von Altlasten mit- entwickelt. Hier hat das Unternehmen mittlerweile ein sehr großes Know-how. Ein Ansprechpartner für alle Belange erspart lange Abstimmungsschleifen. Zum chemischen Bodenschutz der Abteilung Altlasten gesellt sich der Bereich physikalischer Bodenschutz. Synergieeffekte können mitgenutzt wer- den – gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung ist das sinnvoll.

BauGrund Süd ist in der Phase 1 für die Bereiche Geotechnik und Boden- schutz verantwortlich, Phase 1 ist in sechs einzelne Bauabschnitte gegliedert. Auftraggeber ist das Wasserwirt- schaftsamt Donauwörth als Vertretung des Frei- staates Bayern. Die Arbeit von Bau- Grund Süd begann im Dezember 2024 mit der Baugrunderkun- dung zur Untersuchung der geologischen und hydrogeologischen Beschaffenheit des

Hochwasserschutz in Burgau.

• Auftraggeber / Bauherr Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

• Bohrmeter 18 schwere Rammsondierungen (166 lfm)

16 Rammkernsondierungen (79 lfm) 19 Rammkernbohrungen (150 lfm)

• Projektlaufzeit Frühjahr 2025 - Herbst 2029

Die Stadt Burgau ist besonders durch Hochwasser der Mindel gefährdet und setzt deshalb im Rahmen eines mehr- phasigen Projekts gezielte Maßnahmen für einen langfristigen Hochwasserschutz um. In der ersten Phase entsteht ein Hoch- wasserrückhaltebecken mit Erddamm und Durchlassbauwerken für Mindel, Erlenbach, Kulturgraben und Schwarz- graben. Es dient dem Schutz der besie- delten Gebiete von Burgau vor einem etwa 10-jährigen Hochwasserereignis. Errichtet wird es südlich von Burgau zwi- schen der Bundesautobahn A8 und dem Siedlungsbereich der Stadt. Im Osten grenzt es an die bestehende Bahnstre- cke Augsburg-Ulm. Die Gesamtlänge des Hochwasserschutzdammes liegt bei rund 2 km. Die vorliegende Planung, die als Grund- lage für die Baugrunduntersuchung diente, umfasst das Hochwasserrück- haltebecken sowie die dazugehörigen Absperr- und Drosselbauwerke für die Oberflächengewässer, die das Gebiet queren. Das Hochwasserrückhalte- becken soll einen Teil der anfallenden Wassermassen – vor allem aus der Min- del und dem Erlenbach – zurückhalten, da diese im Falle eines Hochwassers nicht ohne Schäden durch das nördlich gelegene Stadtgebiet von Burgau abge- leitet werden können. Darüber hinaus ist geplant, einen überregionalen Rückhalteraum an der Mindel zu schaffen. Der Schutz vor einem 100-jährigen Hochwasserereignis erfolgt mit der Umsetzung der zweiten Phase.

Untergrundes. Hauptaufgabe im Bereich Geotechnik ist die Zusammenstellung der Untersuchungsergebnisse in geo- technischen Teilberichten für die jeweili- gen Bauphasen. Für diese Arbeiten war eine umfas- sende und leistungsstarke Baugrund- erkundungskampagne notwendig, die umfangreiche Feldarbeiten erforderte. BauGrund Süd erbrachte hierbei eine erhebliche Gesamtbohrleistung, die sich zusammensetzte aus einer Vielzahl von Kernbohrungen und zahlreichen Kleinrammbohrungen zur detaillierten Schichtenaufnahme, und schweren Rammsondierungen zur Bestimmung der Lagerungsdichte. Die intensive Feldarbeit bildete die Grundlage, um repräsentative Bodenproben zu gewin- nen, die komplexe Schichtenabfolge des quartären und tertiären Untergrunds exakt darzustellen und alle maßge- benden geotechnischen Parameter für die kritischen Bauwerksstandorte zu bestimmen. Hand in Hand mit der Geotechnik star- teten die Arbeiten für den Bodenschutz. Dieser dient dazu, Bodenerosionen zu vermeiden und den Boden lebendig zu halten. Für jeden der sechs Bau- abschnitte in Phase 1 ist BauGrund Süd damit beauftragt, ein separates Bodenschutzkonzept zu erstellen. Kein Boden soll die Baustelle verlassen, sondern in bester Qualität wieder ver- wendet werden. Für exakt bemessene Bodenmengen müssen Flächen zum Zwischenlagern gefunden werden, die gleichzeitig aber die Logistik der Bau- maßnahmen nicht beeinträchtigen.

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Geotechnik │ Hochwasserschutz und Bodenschutz

GEOTECHNIK │ Hochwasserschutz und Bodenschutz

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