Bibo-KW7_2021

BOTTMINGEN

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18. FEBRUAR 2021 | NR. 7

«Die Maskenpflicht wird von allen gut angenommen» Corona ist ein Thema, das uns alle jeden Tag beschäftigt. Auch vor und in Bottmingen macht die Pandemie nicht halt. Die SP Bottmingen disku- tierte deshalb verschiedene Aspekte von Corona in ihrer Sektionsver- sammlung. Dies natürlich virtuell.

Maskenpflicht in der Primarschule, limi- tiertes Training in den Vereinen und wie sich Jugendliche und stark beeinträch- tigte Personen während der Pandemie fühlen: Das waren die Themen der Sekti- onsversammlung der SP Bottmingen vor gut einer Woche. Zusammen mit zwölf Personen aus verschiedenen Bereichen durfte ich die Probleme und Chancen vom Lockdown besprechen. Virtuell ist alles anders Da es das erste Treffen virtueller Art war, machte sich bei SP-Co-Präsident Hugo Neuhaus-Gétaz vor der Veranstaltung etwas Nervosität bemerkbar. «Ich war gespannt, ob das gut geht mit so vielen Personen», sagt er. Es sei zwar über- haupt nicht dasselbe gewesen wie eine «normale» Versammlung, aber trotzdem sei alles gut gegangen. «Normal sitzen wir zusammen in der Bottminger Ge- meindestube und besprechen uns in ei- ner gemütlichen Atmosphäre. Das war jetzt ganz anders. Ich bin aber trotzdem sehr zufrieden», meint er. Vor allem habe er an dieser Versammlung auch ge- schätzt, dass keine kritischen Entschei- dungen getroffen werden mussten, son- dern man einfach mal Zeit hatte, um Grunddiskussionen zu führen. «Das wollte ich schon immer mehr machen», fügt er hinzu. Massentests an den Primarschulen Ein grosses Gesprächsthema allgemein und auch in der SP sind die Schulen. Sol- len die Primarschulen während der Pan- demie offen bleiben und wie sollen Lehr- personen, Schüler und Eltern mit den Massnahmen umgehen? Was Bottmin- gen angeht, kann Gemeinderätin und Schulrätin Caroline Stähelin, welche für Bildung zuständig ist, ein positives Zwi- schenfazit aussprechen. «In Bottmingen

haben wir nur wenige Fälle und die Mas- kenpflicht wird von allen gut angenom- men», sagt sie. Der nächste Schritt für die Schule sind Massentests. So könne man es schaffen, die Schulen offen zu lassen. «Eine Schulschliessung wäre für die Schüler und Schülerinnen nicht gut. Das Ziel ist, dass die Schulen offen blei- ben», erklärte Stähelin. Diese Massen- tests sind freiwillig, aber man hofft, dass sich möglichst viele Personen testen las- sen. «Es gibt nur wenige Eltern, die ein Problem mit dem Testen ihrer Kinder ha- ben und diese werden zu nichts gezwun- gen», betont die Gemeinderätin Stähelin. Eine Pandemie macht kreativ Für die Kinder verwirrend sind die zum Teil unterschiedlichen Massnahmen. In der Schule gelten nämlich nicht immer dieselben Regeln wie zum Beispiel im Turnverein. Für die vielen Bottminger Ortsvereine ist die Pandemie zur grossen Herausforderung geworden. Gewisse Trainingsstunden, wie beispielsweise das Geräteturnen, mussten abgesagt werden. Anders als beim TV Bottmingen kann dort nämlich keine sichere Distanz • Nein zum Verhüllungsverbot. Die Initia- tive gaukelt ein Problem vor, das in der Schweiz in der Tat gar keines ist. Um is- lamistischer Radikalisierung entgegen- zutreten, braucht es präventive Mass- nahmen, kein Verbot von einzelnen Kleidungsstücken. Auch gehören Klei- dervorschriften nicht in die Verfassung. • Nein zum E-ID-Gesetz. Eine Verwaltung von sensiblen privaten Daten durch pri- vate Unternehmen mit ungenügendem Datenschutz lehnen wir klar ab. • Stimmfreigabe zum Freihandelsabkom- men mit Indonesien. Der Entscheid für die Stimmfreigabe ist darauf zurückzu- führen, dass einerseits grundlegende Bedenken über die Auswirkungen des Handelsabkommen auf die indonesi- sche Bevölkerung und die Natur geäus- sert wurden. Andererseits wurde aber auch betont, dass erstmals strenge Kri- terien für Nachhaltigkeit in einem Han- delsabkommen etabliert wurden und dass dies ein grosser Fortschritt ist, auf welchem in künftigen Verhandlungen über Handelsabkommen aufgebaut werden kann.

zwischen Trainern und Kindern gewahrt werden. Kreative Alternativen gibt es je- doch: Den Kindern werden verschiedene spannende Online-Challenges gestellt. Ansonsten kommen die Vereine aber ganz gut durch die Pandemie, sagt Mar- kus Meier, Leiter der Jugendriege des TVB. «Wir nehmen es sportlich», lacht er. «Solange es geht, wollen wir alles durch- führen. Es ist uns sehr wichtig, dass die Kinder Bewegung haben und an der frischen Luft sind» (siehe auch unsere letzte Frontchronik, welche die aktuelle Bewegungsarmut bei Kindern und Ju- gendlichen thematisierte). Frische Luft bekommen sie sicherlich genug. Denn als Sicherheitsmassnahme werden viele Trainings nicht mehr in der Halle, son- dern draussen durchgeführt. Stillstand mit 21 Jahren Persönlich könnte ich als 21-jährige Stu- dentin viel dazu sagen, wie es jungen Erwachsenen während der Pandemie geht. Acht Stunden am Tag zu Hause vor dem Laptop zu sitzen, war nie meine Vor- stellung vom Studentenleben. Ich wollte Neues entdecken, neue Menschen und Raum verbieten, das Gesicht zu ver- hüllen. Die Initiative richtet sich zum einen gegen die Verhüllung zwecks Unterdrückung der Frau sowie gegen den politischen Islam und zum andern gegen Chaoten, die an Demonstratio- nen und Sportanlässen ihre Gesichter verhüllen, um unerkannt andere zu attackieren und Vandalenakte zu be- gehen. Die enthaltenen Ausnahmen (Gesundheitsschutz, Brauchtum usw.) zeigen, wo der Gesetzgeber Ausnah- men definieren kann. • Ja zum Bundesgesetz vom 27. Septem- ber 2019 über elektronische Identifi- zierungsdienste (E-ID-Gesetz, BGEID). Der erste Versuch des Bundes für eine Swiss-ID ist kläglich gescheitert. Die jetzt vorgesehene Lösung ist ein gutes Beispiel für eine Zusammenarbeit zwi- schen Staat und Privaten. • Ja zum Bundesbeschluss vom 20. De- zember 2019 über die Genehmigung des Umfassenden Wirtschaftspartner- schaftsabkommens zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien Kantonale Vorlagen: • Nein zur formulierten Gesetzesinitia- tive «Die gigantische und unerfüll- bare Anzahl von 3500 Kompetenzbe- schreibungen in den Lehrplänen auf ein vernünftiges Mass reduzieren» vom 29. August 2019 • Ja zur Revision des Gesetzes über die Bekämpfung der Schwarzarbeit (GSA) • Ja zur Revision des Arbeitsmarktauf- sichtsgesetzes (AMAG). Die beiden Gesetze zur Bekämpfung der Schwarz- arbeit und das Arbeitsmarktaufsichts- gesetz wurden in mehreren Kommis-

Städte kennenlernen und spannende Er- fahrungen machen. Jetzt sitze ich zu Hause – ohne richtigen Kontakt zu mei- nen Freunden, kein Ausgang, keine Gas- tronomie-Besuche, keine Konzerte und Festivals oder sonstige Freizeitaktivitä- ten. Es fühlt sich manchmal wie ein kom- pletter Stillstand an. Es gibt Tage, an denen ich nicht aus meinem Bett aufstehe und Wochen, in denen ich keinen Fuss in die Dusche setze. Wieso auch? Raus gehe ich nicht gross und auf schöne «Dates» mit mei- nem Freund muss ich auch verzichten. Da gibt es schon Tage, an denen man den Sinn aus den Augen verliert. Das sind aber zum Glück nur wenige. Ich ver- suche, mich jeden Tag aufs Neue aufzu- rappeln und das Positive zu sehen. Ich schätze die kleinen Dinge im Leben viel mehr. Ein gutes Essen, ein toller Film- abend mit der Familie oder einfach ein ruhiger Tag, an dem ich alleine in mei- nem Schlafzimmer Gitarre spielen kann. Man muss lernen, sich ab diesen kleinen Dingen zu freuen. Denn wir haben es hier in der Schweiz sehr gut und als ge- sunder, junger Mensch habe ich momen- sionssitzungen und im Landrat aus- giebig beraten. Sie stellen eine mar- kante Verbesserung der damals kurzfristig erlassenen Gesetze dar. Lediglich die Fraktion der Grünen/EVP wollte diesen Kompromiss nicht mit- tragen und haben diese Abstimmung zu verantworten. Dabei hatte ausge- rechnet diese Fraktion lauthals die Missstände beklagt. Mit einem Nein werden gerade die beklagten Miss- stände zementiert. Dass die Unia sich nicht an ihre Zusage zur Unterstüt- zung der neuen Gesetze hält, wundert nicht speziell. SVP Bottmingen

tan nicht viel zu beklagen. Ich muss mich, wie alle anderen auch, einfach etwas anpassen. Meine Freunde sehe ich über Zoom statt in einer/einem Bar/Restau- rant. Das ist natürlich anders, aber die Menschen sind dieselben. Die Gesprä- che bleiben gleich, das Bier ist dasselbe und auch die Liebe, die ich für sie emp- finde, bleibt immer gleich gross.  Larissa Bucher In eigener Sache: Es ist mir ein Anlie- gen, der SP Bottmingen zu danken, dass sie die Idee hatten, eine junge Erwach- sene mit in den Diskussionsabend einzu- binden. Dass die Wahl auf Larissa fiel, ist nicht zufällig, kennt sie doch den BiBo und Bottmingen vom «biböble» wäh- rend der letzten vier Jahre. Der letzte Abschnitt (Stillstand mit 21 Jahren) hat mich berührt und emotiona- lisiert. Es sei mir die Bemerkung erlaubt, dass alle sich bewusst sind, was gerade diese Generation der 16- bis 25-Jährigen durchmacht. Larissa, ich danke Dir für diese Berichte und bin auf meine ALP (nur für Insider) sehr, sehr stolz! Georges Küng

PARTEIEN

LESERBRIEFE

SP BOTTMINGEN

➭ Leserbriefe zu den aktuellen Abstimmungen finden Sie auf der Seite Leimental

Abstimmungsparolen Die Sozialdemokratische Partei Basel- land hat die folgenden Abstimmungs- empfehlungen herausgegeben: • 2 x Ja zur Bekämpfung der Schwarz- arbeit und Arbeitsmarktaufsichtsge- setz. Unhaltbare Missstände bei der Arbeitsmarktkontrolle haben den Handlungsbedarf aufgezeigt. Die Kontrolle der Arbeitsbedingungen wird weiterhin ausgelagert, bei Nicht- erfüllung oder Missständen kann der Kanton diesenAuftrag den Sozialpart- nern aber wieder entziehen. Zudem werden die Kontrolltätigkeiten regel- mässig von einer unabhängigen Stelle evaluiert. • Nein zur Lehrplaninitiative. Eine Re- duktion der Kompetenzbeschreibun- gen in den Lehrplänen der Volksschule ist willkürlich und könnte den Kanton teuer zu stehen kommen. Wir brau- chen Kontinuität bei den Lehrplänen!

Mitglied werden unter www.svp-bottmingen.ch oder SVP Bottmingen, 4103 Bottmingen.

DIES UND DAS

BOTTMIGER WUCHEMÄRT

«Fasnachtswoche»: kein Märt

Wie üblich findet in der zweiten Ferienwoche, der Basler Fasnachtswoche, kein Märt statt. Wir hoffen

SVP BOTTMINGEN

Aktuelle Bücher aus dem Verlag Friedrich Reinhardt www.reinhardt.ch

REKLAME

Abstimmungsparolen Die SVP Baselland hat folgende Abstim- mungsempfehlungen zum 7. März be- schlossen: Eidgenössische Abstimmungen: • Ja zur Volksinitiative vom 15. Septem- ber 2017 «Ja zumVerhüllungsverbot». Die vom Egerkinger-Komitee lancierte Volksinitiative will im öffentlichen

auf ihr Verständnis und freuen uns, Sie ab Dienstag, 2. März, wieder beim Ein- kaufen auf demWuchemärt anzutreffen. Bleiben Sie gesund! Das wünscht allen die Märtgruppe Bottmige Jeden Dienstag von 8.30 bis 11.30 Uhr im Hof hinter der Gemeindestube, Therwilerstrasse 16, Bottmingen

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