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Rücksicht nehmende Äußerung komplexer Gefühle. Die der Symbolik inhärente Verkleidung kann die Kommunikation tabuisierter oder schmerzhafter Themen erleichtern. Loewald betont, dass es therapeutisch wertvoll ist, diese verborgenen Bedeutungen anzuerkennen. Die Wiederbelebung des Symbols in der klinischen Arbeit bedeutet nicht, dass es für die Person nicht länger existiert; vielmehr wird es durch die Wiederbelebung bereichert. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Loewald die Symbolisierung als eine wesentliche Antriebskraft der Integration betrachtet. seiner und Objektbeziehungstheorie schreibt Kernberg in zahlreichen Veröffentlichungen seit den 1970er Jahren die Symbolbildung dem Ich zu und betont, dass Selbst- und Objektrepräsentanzen durch Affekte miteinander verbunden sind und durch den Primärvorgang und durch Spaltung organisiert werden (siehe auch die Einträge OBJEKTBEZIEHUNGSTHEORIEN, SELBST, ICH-PSYCHOLOGIE). Integration von Ich-Psychologie/Strukturtheorie Kernberg (1999) untersucht die zugrundeliegende symbolische Bedeutung von Enactments in Übertragung und Gegenübertragung und beschreibt das Gegenübertragungsagieren als einen Beitrag zur Erotisierung der psychoanalytischen Situation, ja sogar als einen Verstoß gegen die Grenzen des psychoanalytischen Settings. Sexuelle Beziehungen mit Patienten sind seiner Ansicht nach zumeist ein Symptom einer narzisstischen Charakterpathologie des Analytikers, die mit einer schweren Über-Ich-Pathologie einhergeht. In manchen Fällen aber ist eine rein ödipale Dynamik aktiv, so dass Verstöße gegen das analytische Setting die Verletzung der ödipalen Schranke symbolisieren. Mitunter ist ein solches sexuelles Agieren des Analytikers auch Ausdruck einer masochistischen Pathologie oder eines unbewussten Bedürfnisses, wegen eines ödipalen Vergehens bestraft zu werden. Auf dem aktuellsten Stand seiner theoretischen Integration postuliert Kernberg (2004, 2012, 2015) einen allgemeinen Entwicklungsrahmen, der die in der Objektbeziehungstheorie gründende psychoanalytische Entwicklungstheorie mit neurobiologischen Aspekten der Entwicklung integriert, indem er die Motivationssysteme sowohl auf der neurobiologischen als auch auf der symbolischen Ebene untersucht (siehe unten, Interdisziplinäre Untersuchungen). (Siehe auch den Eintrag OBJEKTBEZIEHUNGSTHEORIEN.) Otto Kernberg In IV. G. Beispiele der französisch-kanadischen Tradition : Dominique Scarfone (2017) verwendet Freuds und Laplanches konzeptuellen Rahmen, um Trauma- und Triebtheorie (unbewusste Phantasie) zu integrieren. Ausgehend von Freuds Entwicklung der psychoanalytischen Theorie – von der
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