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Diskurses, den sie als „Prozess inkrementalen symbolischen Wissens“ zu betrachten empfehlen. Gegenübergestellt wird diese Sichtweise dem aktuellen Interesse am impliziten Beziehungswissen, wie es von D. N. Stern (Bruschweiler-Stern et al. 2004) konzipiert wurde (Friedman & Russell 2003, S. 39). IV. N. Mit präsymbolisiertem/nichtsymbolisiertem Material arbeiten: Vom senso- motorischen Aktionsregister zur Symbolbildung Howard Levine In mehreren Publikationen, in denen Levine (1985, 2009, 2010; Levine & Friedman 2000) Freud, Bion, Ogden, Green, Roussillon, Ferro, Loewald, Modell und andere internationale und nordamerikanische Autoren zusammenführt, untersucht er statt der „archäologischen“ die „Transformations“-Dimension der psychoanalytischen Arbeit mit Patienten und deren unrepräsentierten und kaum repräsentierten psychischen Zuständen. Dies spiegelt eine Sichtweise des Unbewussten wider, das über die vorbewussten erlebten und anschließend verdrängten Inhalte hinaus auch Protogedanken und Protogefühle enthält, die noch nicht artikuliert wurden und nicht nur auf Wiederholung drängen, sondern auch auf Repräsentation und Niederschrift. Diese Inhalte verlangen eine Transformation, die in den unterschiedlichen Theorien als „Repräsentation“, „Symbolisierung“, „Mentalisierung“ und „Alphabetisierung“ verstanden wird. Statt an Deutungen zu denken, die den symbolisch aufgeladenen Assoziationen in der Widerstandsanalyse lediglich folgen oder verdrängtes Material aufdecken, konzipiert Levine Situationen, die von unrepräsentierten oder unzulänglich symbolisierten und verknüpften psychischen Zuständen bestimmt sind, in denen die Interventionen des Analytikers die Richtung weisen können, indem sie die Voraussetzungen für die Produktion bedeutsamer, symbolisch aufgeladener Assoziationen schaffen. Diese Arbeit hängt eng mit der Förderung und Katalysierung oder Ko-Kreation des von Botella und Botella (2005) beschriebenen Prozesses der „psychischen Darstellbarkeit“ und der von Green (1999, 2002) beschriebenen „Übertragung aufs Sprechen“ zusammen. Eva Papiasvili Indem Papiasvili Buccis (2005) Multiple-code-Theorie (MCT), moderne neuro- analytische Erkenntnisse über frühes Trauma und Gedächtnis (Schore 2001; Balbernie 2001; Manchia 2006) in ihrem inklusiven zeitgenössischen freudianischen Rahmen mit Akzenten aus Ferenczis Theorien (Ferenczi 1949b) verbindet, entwickelt sie die konstruierende und rekonstruierende analytische Arbeit mit akut und chronisch traumatisierten Patienten, mit frühen Störungen der Bindung und der Separation- Individuation sowie mit Beeinträchtigungen der Symbolisierung. Die Abfolge besteht
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