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6. Die Benutzung eines „ konkreten Objekts “ als Zeuge einer Beziehung (S.87). Ausgehend von diesen Punkten beschreibt Guerra das Fort-da-Spiel von Freuds Enkel (Freud 1920g) als eine Erfahrung, die die Verflechtung von vier Figuren symbolisiert, die der Erschaffung psychischen Lebens zugrunde liegen: „Rhythmus, Blick, Wort und Spiel“ (S. 90), und fragt: „Kann das Baby in Abwesenheit des Objekts einen intrapsychischen Bearbeitungsprozess durchführen, ohne zuvor eine intersubjektive Begegnung in symbolisierender Anwesenheit erlebt zu haben?“ (S. 89) Diese Beschreibung rekurriert auf Winnicott Erläuterungen, die Guerra mit den Worten wiedergibt: „Das Spiel des Jungen hatte die Bedeutung einer an eine andere anwesende Person, die sie verbinden und übersetzen konnte, gerichteten Botschaft. Die Transformation von körperlicher Aktivität in ein Spielsymbol erfolgte durch die psychische Aufmerksamkeit und Verbalisierung (des Analytikers)“ (S. 91). Um Guerra zu zitieren: “So entsteht mit der ‚Repräsentation‘ (in Anwesenheit- Abwesenheit) eine fragile, widersprüchliche, polychromatische, sich wandelnde und formbare Struktur, die dem ‚Werk‘ seinen Titel verleiht: Symbolisierungsprozess“ (S.94). Vor wenigen Jahren konzentrierte sich Guerra (2020) in einem Buch und Film desselben Titels auf die frühen Protosymbolisierungen in der frühen Phase der Mutter- Kind-Beziehung, die mit einem sprechenden Subjekt, das die erste Person Singular beherrscht, ihren Höhepunkt findet. V. Bh. Emma Ponce de León (Uruguay) Ponce de León (2016) beschreibt die subjektive psychische Konstitution als ein Modell der Symbolisierung, die zwischen zwei Polen stattfindet: dem Körper und einer transformierenden und containenden Beziehung „symbolisierender“ Art. Sie versteht die Symbolisierung als einen progressiven Prozess im Rahmen intersubjektiver Beziehungen in einer Hierarchie von Ebenen, die vom Körper bis zur Sprache reichen. Sie führt multidisziplinäre Quellen zusammen und postuliert einen multidisziplinären klinischen Ansatz, der unten im Abschnitt über Interdisziplinäre Untersuchungen detaillierter beschrieben wird. V. Bi. Inga Villarreal (Kolumbien) Villarreal (1991) leistete zwei wichtige Beiträge. Der erste Beitrag konzentriert sich auf den klinischen Kontext (auf das, was vom Analytiker erwartet wird, der Patienten mit Beeinträchtigungen des Symbolisierungsprozesses behandelt, der zweite auf den Supervisionskontext.
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