20171117_RHV_RIEHNE_001_neu_Ins.kopf.indd

AZA 4125 Riehen 1

Buchen Sie jetzt Ihr Inserat auf der Front

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

Kleiner Preis – grosse Wirkung! Ihr Frontinserat

FReitag, 17.11.2017 96. Jahrgang | Nr. 46 nächSte auSgaBe gRoSSauFlage

Fr. 550.– Fr. 700.–

Aboausgabe

Grossauflage

Redaktion und inSeRate: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehenerzeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Einwohnerrat: Zwei Leistungsaufträge und eine Schulvorlage

Jahrbuch: Die 56 Jahre alte Publikation sorgt für geteilte Meinungen Seite 7

Taekwondo: Maria Gilgen gewinnt in Portugal das letzte Turnier der Saison Seite 17

Seite 2

gemeindehauS Verwaltungsmitarbeiter wurden evakuiert

Bettingen Der nächste Schritt für eine neue Kirche in Bettingen ist das Fundraising

Neubauprojekt nimmt Formen an

Zum Glück war es nur Abfall

Das 54jährige Kirchenprovi­ sorium an der Brohegasse in Bettingen soll bald schon einem Definitivum weichen. Die Vision ist da, nun fehlt noch das nötige «Kleingeld». Gegen 50 Menschen versammelten sich am Montagabend im Kirchli in Bettingen. Es wurde über eine neue Kirche informiert, die – wenn alles nach Plan läuft – 2021 eingeweiht wer­ den soll. Ein Neubau hätte – wenn da­ mals alles nach Plan gelaufen wäre – bereits vor gut vier Jahrzehnten realisiert werden sollen, denn die ehemalige Missionskapelle der Me­ thodisten, die früher im Basler Neu­ badquartier stand und 1963 als evan­ gelische Kapelle an der Brohegasse in Bettingen eingeweiht wurde, war dort als Provisorium gedacht. Mit dem Kanton wurde ein Bau­ rechtsvertrag abgeschlossen, und zwar mit der Auflage, bis 1975 ein neu­ es Gebäude zu errichten. Stattdessen wurde das alte Kirchli weiterhin be­ nutzt und immer wieder repariert. Das Bedürfnis nach einem Neubau wurde ab 1994 wieder aktueller, als Bettingen einen eigenen Pfarrer be­ kam. Zum heutigen Projekt, das am Montag vor Ort vorgestellt wurde, führte eine Nutzungsstudie der evan­ gelischreformierten Kirche Basel­ Stadt aus dem Jahr 2009. 1,3 Millionen Franken gesucht Pfarrer Stefan Fischer riss den Einzahlungsschein vom Flyer, hielt ihn in die Höhe und sagte schmun­ zelnd: «Der ist noch aktuell!» Mit dem kleinen Schlenker, von der Informa­ tion ausgehend, dass die in die Haus­ halte verteilten Flyer nicht ganz dem neusten Stand entsprächen, brachte der Pfarrer ein Hauptthema des Abends auf den Punkt, nämlich die Finanzierung des Neubauprojekts, dessen Gesamtkosten auf rund 2,5 Millionen Franken geschätzt werden. Nebst den von der Kantonalkirche und der Gemeinde Bettingen zu er­ wartenden Beiträgen seien rund 1,6 Millionen Franken Drittmittel zu sammeln, so Fischer. Mit den bereits vorhandenen 330’000 sind also noch gegen 1,3 Millionen Franken einzu­ bringen. Michèle Faller

So könnte sich die neue Bettinger Kirche dereinst präsentieren. Visualisierung: zVg

Der schwarze Koffer im Foyer enthielt nur Gerümpel.

Foto: Loris Vernarelli

eine Küche, WCAnlagen und ein Ma­ gazin. «Die Fassade öffnet sich auch nach oben in die Richtung, wo die Ver­ kündigung des Worts stattfindet», umschrieb Hindemann die auffällige Form des Dachs. «Wer will nicht so ein schönes Kirchli?», fragte Maurer rhetorisch und erklärte, dass die nächste Phase das Sammeln des Gelds unter der Lei­ tung von Pfarrer Fischer und seinem Team sei. Dieser wies darauf hin, dass die Fundraisinggruppe für alle Inter­ essierten offen sei, worauf die Frage­ runde eröffnet wurde. Erdbebensicherheit, Fotovoltaik­ anlagen, Akustik – die Fragen waren zahlreich und zeigten das grosse Inte­ resse der Anwesenden. Auf die Frage, ob eine neue Kirche angesichts der Tatsache, dass überall Kirchenbauten umgenutzt oder abgebaut würden, sinnvoll sei, wies Maurer auf die mul­ tifunktionelle Nutzung hin sowie auf den Umstand, dass zwar weniger Kir­ chensteuern bezahlt würden, jedoch die Angebote von den verbleibenden Kirchenmitgliedern intensiver ge­ nutzt würden. Und Fischer ergänzte, das Optimieren sei zentral, nämlich die Frage, an welcher Stelle eine Kir­ che sinnvoll sei. Und das sei in Bettin­ gen gegeben. Was passiere, wenn die besagten 1,3 Millionen Franken nicht zusammenkämen, wollte noch je­ mand wissen. Maurer stellte darauf klar, dass nicht alles so wie im Pros­ pekt realisiert werden müsse. «Ein neuer Kirchenbau, der finanzierbar ist, steht im Zentrum.»

Anwesend war auch der für das Bauwesen zuständige Kirchenrat Ste­ phan Maurer, der sich seit neun Jah­ ren mit dem Thema beschäftigt. «Vielleicht sagen Sie: Die sind ja ver­ rückt; jetzt wollen sie im kleinen Bet­ tingen eine neue Kirche bauen!» Eine Renovation würde allerdings rund 500’000 Franken kosten, weshalb ein Neubau eher angezeigt sei. «Unsere Idee ist, das Kirchlein nicht eins zu eins zu ersetzen, sondern es noch ein bisschen besser zu machen», erklärte Maurer. Das vorgeschlagene Projekt sei bereits im generellen Baubegeh­ ren sehr positiv gewürdigt worden, freute er sich. Darauf übergab Maurer dem Ar­ chitekten und Münsterbaumeister Andreas Hindemann das Wort, der anhand von Grundrissen und Visua­ lisierungen zeigte, wie sich die neue Kirche ins Dorf einfügen könnte. Und tatsächlich beeindruckte der geplan­ te Neubau, der nur wenig grösser als das aktuelle Kirchli ist, durch seine Möglichkeiten: Statt der aktuell 140 Quadratmeter weist die projektierte Kirche eine Nettonutzfläche von 456 Quadratmetern auf. Viel Raum im Untergeschoss Der 123 Quadratmeter grosse An­ dachtsraum im Erdgeschoss bietet 88 Leuten einen Sitzplatz, bei engerer Bestuhlung 133; ein Foyer bietet zu­ sätzlichen Platz. Im Untergeschoss, das eine grössere Fläche als das EG hat, befinden sich zwei koppelbare Gemeinderäume, ein Jugendraum,

Patrick Breitenstein (3.v.l.) im Gespräch mit Polizeibeamten. Foto: Katrin Kezdi

richtig gehandelt und gleich die Po­ lizei alarmiert. Bei unbeaufsichtigten Gegenständen wie Koffer und Ta­ schen ist immer Vorsicht geboten.» Im Gemeindehaus war nach neun Uhr die Normalität wieder einge­ kehrt. Die Evakuierung habe sehr gut funktioniert, weil sich alle ruhig, besonnen und korrekt verhalten hät­ ten, blickt der Sicherheitsverantwort­ liche Patrick Breitenstein auf den hektischen Morgen zurück. Das Er­ eignis habe gezeigt, dass die Abläufe und die Zusammenarbeit mit den Polizeikräften gut funktionieren wür­ den. Man werde den Vorfall genauer analysieren sowie allfällige Verbes­ serungen vornehmen. Neu: Rindszunge gekocht an feiner Kapernsauce Reklameteil

lov. Das grosse Polizeiaufgebot und das gelbe Absperrband vor den bei­ den Eingangsbereichen des Ge­ meindehauses verhiessen an diesem regnerischen Montagmorgen nichts Gutes. Immerhin war keine Spur von Panik zu spüren. Ruhig und beson­ nen verliessen die Verwaltungsmit­ arbeiter das Gebäude durch den Hin­ tereingang und begaben sich zum Sammelplatz. In der Kälte mussten die rund 50 Frauen und Männer nicht lange verharren, denn schon bald erhielten sie die Erlaubnis der Polizei, sich einen warmen Platz zu suchen. Die Wahl fiel auf das nahe gelegene Restaurant «schlipf@work», wo es zu einem ungeplanten ge­ meinsamen Zmorge kam. Eine halbe Stunde später war die Notsituation vorbei und in den Büros an der Wett­ steinstrasse 1 konnte wieder gearbei­ tet werden. Doch was war geschehen? Kurz nach acht Uhr am vergangenen Mon­ tagmorgen wurde im Foyer des Ge­ meindehauses ein unbeaufsichtigter Koffer gefunden. Die Weibeldienste alarmierten daraufhin die Polizei, die rasch vor Ort war und die Liegen­ schaft räumte. Der Inhalt des grossen schwarzen Koffers stellte sich zum Glück rasch als harmlos heraus. Die Ordnungshüter fanden Gegenstände wie einen Topf, ein Badetuch, Plastik­ becher und verschiedene Kabel. Da es kein Delikt ist, seinen Abfall in einem öffentlichen Gebäude zu entsorgen, schaltete sich auch die Basler Staats­ anwaltschaft nicht ein. Medienspre­ cher Peter Gill lobte jedoch die schnelle Reaktion der Verantwort­ lichen: «In Riehen hat man genau

Telefon 061 643 07 77

4 6

Konzentriert folgen die Anwesenden im Kirchli Bettingen den Ausführungen von Stephan Maurer.

9 771661 645008

Foto: Michèle Faller

Made with FlippingBook flipbook maker