Holzmassivbau Die Holz-Massivbauweise umfasst Baukonstruktionen, bei denen kei- ne Trennung zwischen tragender und raumabschließender Funktion existiert. Tragwerk und vollflächi- ger Raumabschluss sind identisch. Die ursprüngliche Form dieser Bau- weise mit Holz ist der Blockbau – grob bearbeitete Rund- oder Kant- hölzer ergeben übereinander ge- stapelt Wände. Heute wird übli- cherweise zusätzlich Wärmedäm- mung aufgebracht. Die moderne Weiterentwicklung der Blockbau- weise ist die Brettsperrholz- und Brettstapelbauweise: Einzelne Bret- ter werden durch Verkleben, mit Drahtstiften oder mit Holzdübeln kreuzlagig zu flächigen Elementen verbunden. Komplette Wände und Decken können vorgefertigt werden. Durch den hohlraumarmen Aufbau entsteht ein ausgeglichener Feuch tehaushalt, die Wärmespeicherung wird optimiert. Durch die statische Scheibenwir- kung dieser Platten ergeben sich neue konstruktive und damit auch gestalterische Möglichkeiten. Niedrigenergiehaus – Passivhaus Der Begriff des Niedrigenergie- oder Passivhauses bezieht sich nicht auf das verwendete Bauma- terial, sondern steht in Zusammen- hang mit der Gebäudehüllenform und -dämmqualität und dem dar- aus resultierenden Heizwärmebe- darf. Ein Gebäude mit einem spe- zifischen Heizwärmebedarf von unter 35 kWh/m²a (Kilowattstun - den pro Quadratmeter Wohnnutz- fläche und Jahr) wird als Niedrig- energiehaus eingestuft, ein Wert von 15 kWh/m²a oder weniger ist für ein Passivhaus erforderlich. Durch die ausgezeichneten Wär- medämm- und Wärmespeicher eigenschaften von Holz in Verbin- dung mit der meist zwischen der tragenden Struktur angebrachten Wärmedämmung ist es beim mo- dernen Holzbau fast ohne zusätz- lichen Aufwand möglich, Niedrig energiehausstandard zu erreichen. Abbildung links: 4,2 m auskragen de OG-Gebäudekante. Die schraub pressverleimte Massivholzdecke wurde an einer Fachwerkkonstruk- tion aus Brettschichtholzgurten und einer Stahlstrebe als Zugglied vom Dach her aufhängt. Fotos linke Seite: Lukas Schaller
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Abbildung oben und Seite 82 (kleines Bild): Ein „Nurholzbau” einfachster Art mit beeindruckender Weiterführung der Holzverwendung im Hausin- neren. „Ein Projekt mit Witz und Charme, in dem der Bauherr spürbar gut aufgehoben lebt und arbeitet”, so die Jury-Begründung für die Ver- leihung des Salzburger Holzbaupreises 2019, Kategorie Wohnbau. Pla- nung: lp architektur Tom Lechner, Foto: Volker Wortmeyer.
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