Handbuch Bauen und Wohnen 2026

Hausbau

Gebäudehülle Errichtung

Wände und Decken

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Zement Aufgrund der hohen Festigkeit und Dauerhaftigkeit von Beton ist Ze- ment weltweit eines der wichtigs- ten Bindemittel. Mit einer Weltpro- duktion von 2,8 Milliarden Tonnen ist Zement der meistverwendete Werkstoff überhaupt. Portlandzement besteht überwie- gend aus Kalziumsilikaten und enthält außerdem Aluminium-, Ei- sen- und andere Oxyde in gebun- dener Form. Die Hauptrohstoffe für die Zementklinkererzeugung sind Kalkstein und Ton. Diese wer- den aufbereitet und im Drehrohr- ofen gebrannt. Daneben gibt es je nach Sorte noch verschiedene andere Bestandteile, welche auch Zumahlstoffe genannt werden. Die absolute Gleichmäßigkeit der Zemente wird dadurch erzielt, dass Portlandzementklinker und die anderen Bestandteile entwe- der gemeinsam gemahlen oder nach einer getrennten Feinmah- lung intensiv gemischt werden. Alle Normzemente sollten ohne Zumischungen verarbeitet wer- den. Auch nur geringe Beimengun- gen von Stoffen, die nicht für die Vermischung mit Zement geeignet und geprüft sind, müssen von den Herstellern vermieden werden, weil sie zu Störungen des Erstar- rungs- und Erhärtungsverhaltens und unter Umständen zu Schädi- gungen des erhärteten Betons füh- ren können. Zement sollte nicht länger als bis zum Ablaufdatum (das als Sack- aufdruck zu sehen ist) lagern und muss vor Nässe und Schmutz (Humus, Düngemittel, etc.) ge- schützt werden. Wird Sackzement zwischen seiner Auslieferung und Verwendung ungeschützt gelagert, kann er trotz geschlossener Ver-

packung Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und erhärten. Harte Zementknollen, die nicht mehr mit der Hand zerdrückt wer- den können, dürfen nicht mehr verarbeitet werden, weil diese Ze- mentqualität nicht mehr ihre volle Bindekraft hat. Betonqualität Für die Betonqualität ist der aus Zementleim entstandene Zement- stein, der die Körner der Gesteins- körnung vollständig umhüllen und nach dem Erhärten dauerhaft ver- binden muss, entscheidend. Die Erhärtung des Zementleims er- folgt unter chemischer Einbindung von Wasser (Hydratation). Damit der Zement vollständig aushärten kann, benötigt er etwa 40 % seiner Masse an Wasser. Der W/Z-Wert ist das Verhältnis Wasser zu Zement. Wird zuviel Wasser beigegeben, bleibt Restwasser zurück und bil- det Kapillarporen. Früher war Be- ton anmischen eine geübte Fertig- keit zweier Bauarbeiter, die sich gegenüber standen und mit den Schaufeln abwechselnd Zement und Sand auf einem Blech ver- mischten und hin und wieder Was- ser beigaben. Auch bei der Beton- mischmaschine auf der Baustel- le wird mit dem Wasser vorsich- tig umgegangen. Heute ist man im Straßenbild die großen, sich dre- henden Mischtrommeln der Trans- portbetonfahrzeuge gewohnt, die normierte Betonqualitäten vom Betonwerk anliefern und keine nachträgliche Wasserzugabe vor- nehmen (würde den Beton porös machen). Leichtbeton wiegt zwischen 800 und 2000 kg/m 3 und benötigt in der Regel Leichtzuschläge. Nor- malbeton mit einer Rohdichte von 2000-2600 kg/m 3 wird mit Sand,

Wände und Decken werden im We- sentlichen in mineralischer Bau- weise oder in Holzbauweise (dazu eigener Teil in diesem Handbuch) gebaut. Bei der mineralischen Bauweise werden Mauern entwe- der mit Ziegeln oder Mauerwerks- steinen errichtet oder sie werden betoniert. Alle Arten gehören zur Massivbauweise. Beim Holz gehören nur die schicht- verleimten, -gedübelten oder ge- schraubten Vollholzwände und -decken zur Massivbauweise (d.h. ohne Unterschied zwischen tragen- der und raumabschließender Funk- tion). Der Holzriegelbau (Holz- rahmenbau) und Holzständerbau hingegen gehören zur Skelettbau- weise ebenso wie Stahlkonstruk- tionen, wo die Last nicht auf der gesamten Wandbreite, sondern nur auf den Stahlstützen ruht. Beton Beton ist ein Gemenge aus Was- ser, Zement und einer Gesteinskör- nung, wie zum Beispiel Sand, Kies, Schotter, Blähton oder Ziegelsplitt. Je nach Art der Gesteinskörnung un- terscheidet man Leicht-, Normal- und Schwerbeton. In frischem Zu- stand ist Beton plastisch und er- starrt dann nach einer bis mehre­ ren Stunden. Mit fortschreitender Zeit erhärtet Beton immer mehr und erhält je nach Anteil der ein- zelnen Komponenten steinartige Eigenschaften. Ausgangsstoff bzw. wichtigster Bestandteil des Betons ist der Ze- ment, ein hydraulisches Bindemit- tel. Das bedeutet, dass Zement durch Einbindung von Wasser zu Zementstein erhärtet und danach auch unter Wasser fest und be- ständig bleibt. Sein wichtigster Be- standteil ist Portlandzementklinker.

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