Hausbau
Gebäudehülle Dach
n Kunststoff oder Dachpappe für alle Dachneigungen n Holzschindeln für Steildächer als die traditionelle heimische Dachdeckung. Diese Deckung ist bei Verwendung von handgespal- tenen Schindeln bis zu hundert Jahre haltbar. Die Abdeckung muss Widerstand gegen Flugfeuer, strahlende Wärme und Feuchtigkeit bieten und blen- dungsfrei sein. An Dachöffnungen sind übrigens die gleichen Anforde rungen gestellt, außerdem müssen sie verschließbar hergestellt wer- den (ausgenommen Lüftungsöff nungen) und von den Grenzen des Bauplatzes sowie anderen Bauten, an die sie auf dem Bauplatz her angebaut werden, mindestens 1 m entfernt sein. Primär gelten aber die Distanzvorgaben der Bestim mungen über die Lage der Bauten am Bauplatz. Auf den Dächern sind Vorrich tungen anzubringen, die das Ab rutschen des Schnees oder des lose gewordenen Deckmaterials mög- lichst verhindern, sofern dies die Sicherheit erfordert. Dachständer, Antennen, Blitzschutzeinrichtungen und dergleichen sind so anzubrin- gen, dass den Belangen des Orts bildschutzes Rechnung getragen wird und eine Überprüfung oder Instandsetzung ohne besondere Schwierigkeiten möglich ist. Glasdächer und Oberlichten sind so anzulegen, dass sie zur Reini- gung und Instandsetzung tunlichst ohne Gefahr erreicht werden kön- nen. Glasdächer und Oberlichten müssen Sicherheitsglas aufweisen oder mit Schutzvorrichtungen ge- gen das Herabfallen von Glasstü- cken ausgestattet sein. Dächer und Zugänge sind so auszuführen und zu erhalten, dass die Kehrtä tigkeit des Rauchfangkehrers ohne Behinderung möglich ist. Bei Dä chern, von denen Niederschlags wässer auf Verkehrsflächen gelan - gen können sind Dachrinnen und Ablaufrohre anzubringen.
n Geschmack: Neben dem funktio- nalen Aspekt stellt sich die Fra- ge der Ästhetik. Form und auch Farbe des Daches sollen einer- seits zum Haus passen und an- dererseits auch mit der Umge bung harmonieren. Die Zimmer leute früherer Zeiten befolgten tradierte Proportionsregeln zwischen Dachbreite, Höhe und Neigungslänge; Resultate waren Dachneigungen etwa von 37° oder 41°, nie aber das steril- moderne Mittelmaß von 45°. n Baubehörde: Was „harmonisch” ist, wird von der Baubehörde bzw. den Festlegungen der Be- bauungspläne mitbestimmt. n Technik: Der Dachstuhl ist eine tragende Konstruktion, die gro- ßen Belastungen standhalten muss: Die professionelle Arbeit von Zimmerleuten ist hier unab kömmlich. Flach- und Steildächer Grundsätzlich liegt bei 37° Nei- gung die Grenze zwischen Flach- und Steildächern. Flachdächer sind architektonisch reizvoll. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo die Wasserabdichtung bei flache - ren Dächern bautechnisch nicht zu lösen war, stellt dies heute kein Problem mehr dar. Höhere Kosten eines Flachdaches stehen die bes- seren Nutzungsmöglichkeiten des Dachraumangebotes gegenüber. Kalt- und Warmdächer Das Steildach wurde traditionell als Kaltdach ausgeführt. „Kalt” deshalb, weil die Innen- und Außentemperatur (im Winter also kalt) mit Hinterlüftung der Dach decke und Durchlüftung des Dach bodens annähernd gleich gehalten wird. Dadurch vermeidet man Kon denswasser und Eisbildung, allfäl- lige schadhafte Dachziegel können schnell entdeckt werden. Der Dachraum wird beim Kaltdach über Zu- und Abluftöffnungen an der Traufe und im Firstbereich, nach Möglichkeit auch quer durch Öffnungen in den Giebelwänden,
belüftet. Die Abluftöffnungen (ca. 1/500 der Dachfläche) sind etwas größer als die Zuluftöffnungen (ca. 1/600 der Dachfläche), abhängig auch von der gewählten Deckungs art. Alle Öffnungen sind mit Git ternetzen vor Vögeln und Insekten gesichert. Ein Unterdach, bestehend aus ei- ner Vollschalung samt Isolierbahn oder Unterspanntafeln, schützt vor Eisrückstau und Flugschnee. Benötigt wird es daher für Dach- ausbauten in exponierten Lagen oder bei Unterschreitung der für die gewählte Dachdeckung erfor- derlichen Dachneigung. Beim Warmdach sind unter dem Dach meistens Wohnräume unter gebracht; das Dach muss daher nicht nur gegen Kälte, Regenwas- ser und Dampf, sondern auch (und vor allem) gegen die sommerliche Sonneneinstrahlung entsprechend isoliert werden, um Überhitzung zu vermeiden. Der Dachstuhl ist derjenige Teil des Wohnhausbaus, wo Holz als kons- truktives Element praktisch unan- gefochten die Alleinherrschaft be- hauptet hat. Bei der Dachdeckung steht ein vielfältiges Angebot an Materiali- en zur Auswahl: n der naturnahe und altbekann- te Tondachziegel mit seiner be- lebten Oberfläche und vielen Farbtönen von gelblich-rot bis braun-violett. In der Regel wer- den Dachziegel schuppenartig auf Latten befestigt, der hohe Fugenanteil bewirkt eine gute Durchlüftung n der dem Tonziegel nachempfun- dene Betondachstein mit einer breiten Farbpalette n Aluminiumdachschindeln mit verschiedenen Farbbeschich tungen n Metall: verzinkte, gestrichene Eisen- und Kupferbleche, bei- de vor allem im städtischen Be reich n Faserzement-Dachschindeln oder -Wellplatten
133
Made with FlippingBook Digital Proposal Creator