Toskana-Renaissance | 2018

2 –– TOSKANA

3 TOSKANA ––

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Region

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TERRE DI PISA

Der Tourist, so soll Enzensberger einmal gesagt haben, “zerstört was er sucht, indem er es findet”. Aber wahrscheinlich steckt in dieser doppelten Wahrheit, dass alles nur einmal entdeckt werden kann und dass ein Entdecken im Massenwahn des modernen Tourismus gar nicht mehr möglich ist, noch eine ganz andere Dialektik. Auf unserer Reise durch die Toskana habe ich mich gefragt, ob der Zerstörer des Authentischen nicht auch zugleich ihr Retter sein kann. DIE RUHE DER SCHONEN HUGEL

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Der Geheimtipp TENUTA DI GHIZZANO

Der Geheimtipp TENUTA DI GHIZZANO

Exciting Heights POGGIO ANTICO

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im WEINKELLER NEU

Region CHIANTI

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Eine ganz normale Geschichte BADIA A COLTIBUONO

8

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Auf dem Gipfel des Chianti CASTELLO DI FONTERUTOLI

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Die wunderbare Welt des Barone Francesco CASTELLO DI BROLIO

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Region

MONTEPULCIANO

Die Toskana war auch im 20. Jahrhundert eine größten- teils landwirtschaftlich geprägte Region. Das es in vielen der kleinen Städte so aussah, als wäre man noch in Zeiten der Renaissance lag kaum daran, dass die Toskaner die alten Palazzi, Burgen und Landhäuser so schätzten, sondern sie hatten einfach kein Geld für neue. Aber selbst die Land- wirtschaft war mittlerweile unrentabel und so flohen immer mehr Toskaner aus den schönen Hügeln ihrer Heimat in die großen Städte oder direkt ganz nach Norden oder über den Atlantik. Die letzten Paläste verfielen, die Bauernhäuser waren verlassen und die Heimat immer unheimischer. Eigentlich war die Toskana nie das Sehnsuchtsland von Deutschen und Engländern gewesen. Auf ihren italienischen Bildungsreisen war Rom das Ziel und die Toskana bestand aus Florenz und vielleicht noch Siena. Das verehrte Kulturland Italien, war eine Ansammlung von Kulturstätten in Verbindung mit dem romantischen Ideal einer im einfachen Leben glücklichen Landbevölkerung. So hatte es das nie gegeben und spätestens in den 50er Jahren war auch der Schein verblasst. Die Landbevölkerung verschwand und auf die frei gewordenen Plätze drangen langsam andere vor. Touristen, italienische, deutsche, englische, die aus einigen flüchtigen Besuchen einen längeren Aufenthalt machten und Freunde und Bekannte mitbrachten. Sie strömten aus den Städten des Nordens in die Ruhe und Naturnähe der einsamen Hügel. Mit ihnen erwuchs auch wieder das Interesse an dem, was das Land hervorbrachte, wie Wein

und Käse und mit Ihnen kam auch das Geld zurück in die arme, aber an sich kulturreiche Region. Man muss es sich auch erst einmal leisten können, über die Qualität eines Olivenöls zu streiten oder einen alten Bauernhof oder Palazzo wohnlich einzurichten. Zugleich nahmen die Reisenden ihre Erfahrung und Liebe mit zurück und plötzlich trank man in Boston Brunello und ersetzte in Berlin die Butter durch Olivenöl. Der Stempel Toskana wurde ein Siegel der Liebe zum Einfachen aber Guten. Der Toskaner hatte mehr als einen Grund wieder Stolz zu sein und so kehrten einige zurück und viele der Dazugekommenen, waren bald toskanischer als viele Toskaner. Konvertiten eines guten Lebens. Manchmal muss man vielleicht die Heimat durch die Augen der Fremden sehen um sie wieder lieben zu lernen. Mit den Augen der Fremden und einheimischen Winzern als Führer sind wir von Pisa nach Gaiole, von Montepulciano nach Grosseto gefahren und haben Dinge neu gelernt und neu gesehen, waren erstaunt, belustigt, erschrocken und immer ein wenig in dieser toskanischen Stimmung, zwischen Gelassenheit und Aufbruch, zwischen Freude und der leichten Melancholie die einen in der Ruhe der schönen Hügel immer anweht. Hier ist unser Bericht... —

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Der einfallsreiche Michele

SALCHETO

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Weinbergssucher

POLIZIANO

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Region

MONTALCINO

Die Kunst der großen Weine LE PUPILLE

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Der Weinmathematiker

SIRO PACENTI

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Mehr Eleganz wagen

ALTESINO

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Exciting Heights POGGIO ANTICO

Der einfallsreiche Michele SALCHETO

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Region

MAREMMA

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Die Kunst der großen Weine

LE PUPILLE

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Epilog

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