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FREITAG, 27.9.2019 98.Jahrgang | Nr.39

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OPERA BASEL Begeisterte Aufnahme von «I due Foscari» in der Reithalle des Wenkenhofs Eitelkeit und deren Untergang

digt hatte, bewahrheitet sich am Schluss, der alles andere als ein Happy End ist. Die historischen Begebenhei- ten, die sich im Jahr 1457 abspielen, hat 1821 Lord Byron unter dem Titel «The two Foscari» dramatisiert undVerdi ver- tonte die bedrückende Story 1844 auf wunderbare Weise. Und genauso wun- derbar präsentierten die Solistinnen und Solisten, Chor, Orchester und Diri- gentin die Musik in der Reithalle des Wenkenhofs. Die rührenden Soli von Foscari senior und junior (Gerardo Gar- ciacano und Felipe Rojas Velozo) und der ergreifend dramatische Gesang von Eva Fiechter als Lucrezia waren nur die herausragendsten Elemente eines mu- sikalischen Gesamterlebnisses, das sei- nesgleichen sucht. Venedig auf kleinstem Raum Genauso zauberhaft wie die darge- botene Musik waren das Bühnenbild und die Kostüme von Peter George d’Angelino Tap, der auch als Regisseur fungierte. Sowohl Böden als auchWän- de waren allemit einem schimmernden Blau überzogen, von dem sich die in lu- xuriöse Stoffe gehüllten Protagonisten als Farbtupfer abhoben. Damit gelang dem Regisseur und Ausstatter, die At- mosphäreVenedigs auf kleinstemRaum darzustellen, wo das Blau des Wassers imLicht der Lagune zuweilen nicht vom Blau des Himmels zu unterscheiden ist. Um die Eitelkeit der Figuren – denn auch die «Guten» der Geschichte leiden an dieser Untugend – sichtbar zu ma- chen, habe er sich für die üppige Garde- robe entschieden, wie im Programm- heft nachzulesen ist. Dazu passt das eher Statischeder Figuren, die sichnicht in den Armen liegen, denen man Folter und Gefangenschaft nicht ansieht: Wie schön gekleidete Puppen bewegen sie sich durch die Szenerie und berühren doch durch ihre glaubhaft dargestellte Menschlichkeit. So passte alles zusammen. Das Traumartige des Bühnenbilds, das zau- berhafte Licht, das für Venedig sprich- wörtlich geworden ist, und die Tatsa- che, dass alles geradezu pompös war, vom Kostüm des Dogen bis zur Frisur von Lucrezia. Fast zu schön, um es aus- zuhalten, wieVenedig, das ein bisschen wie ein Traum ist. Die wilden Zeiten beginnen mit grossem Wild- Schaubuffet

Mit hochkarätiger Besetzung kehrte die Opera Basel nach Riehen zurück und wurde vom hiesigen Publikum gefeiert.

Michèle Faller

Wie mit einem Paukenschlag beginnt dieOuvertüre, auchwennes tatsächlich die Streicher sind, die in Giuseppe Ver- dis Oper um den unglücklichen Dogen Foscari und seinen ebenso unglückli- chen Sohn den Anfang machen. Die Musik ist so dramatisch wie in einem Thriller, kurz bevor der Mörder auf- taucht – und das passt sehr gut, ist doch die wahre Geschichte, die die letzten Tage des Dogen Francesco Foscari dar- stellt, gespickt mit Mord, Totschlag und Intrigen, mit unschuldigen Opfern und gewieften Tätern, die am Ende sogar noch Ruhm und Ehre ernten. Nun än- dert die Stimmung imOrchestergraben inmitten des Publikums, ruhig erklingt eine Klarinette, deren Melodie etwas Träumerisches hat – und ja, wir sind schliesslich in Venedig, der Stadt, die auch den rationalstenMenschen schon wie ein Traum vorgekommen sein dürfte. Mitten im Geschehen Genaugenommen sind wir in der Reithalle desWenkenhofs in Riehen, wo gerade die Premiere von «I due Foscari» über die Bühne oder vielmehr die Büh- nen geht. Die Opera Basel, die nach ei- nigen Jahren Riehen-Abstinenz glückli- cherweiseindieReithallezurückgekehrt ist, hat nämlich ihr Konzept der «Oper hautnah» beibehalten: Das Orchester unter der Leitung von Olga Machonova Pavlu war imZentrum, rundumdas Pu- blikum, während sich die Mitwirken- den auf Laufstegen und erhöhten Büh- nenelementen bewegten und sich zuweilen auch ganz unter die Zuschau- erinnen und Zuschauer mischten. Je nachdem, woman sass, fühlteman sich also den Chorherren oder aber der Har- fe, den Bläsern oder der Dirigentin, Lu- crezia oder Loredano näher und damit auch ein bisschen verbundener. Kurz- um: Man war mitten im Geschehen.

Einsatz für Jacopo Foscari, den unschuldig verurteilten Sohn des Dogen (Felipe Rojas Velozo). Rechts davon seine Frau Lucrezia (Eva Fiechter).

Der verzweifelte Vater Francesco Foscari (Gerardo Garciacano) und die venezianischen Damen, die sich mit dem Volk Riehens mischen. Fotos: Philippe Jaquet

besingt – unschuldig und Opfer einer Intrige ist. Francesco Foscari, der alte Doge, ist innerhalb der politischen Gre- mien machtlos, Lucrezia, die Frau des jungen Foscari, versucht mit allen Mit- teln ihrenMann zu retten, dochdie düs- tere Stimmung, die sich bereits mit den ersten Tönen der Ouvertüre angekün-

soll. Nicht unwichtig zu erwähnen: Auch die Familie Loredano ist mit der Dogenfamilie Foscari verfeindet … Trotz Folter gesteht der junge Jacopo Foscari nicht und wird zu erneuter Ver- bannung auf Kreta verurteilt. Bald er- fahren wir, dass er tatsächlich – wie er herzzerreissend und fantastisch schön

Zu Beginn des ersten Akts verhan- deln der Rat der Zehn und die Mitglie- der des Senats über den jungen Foscari, der auf Initiative von Loredano wegen Korruption auf Kreta verbannt wurde, heimlich nach Venedig zurückkehrte und in der gleichenNacht einenGegner der Familie Foscari ermordet haben

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