IHK-Magazin Ausgabe 08/2022

TITELTHEMA | ENERGIE

IHK-Präsident Manfred Schnabel

Drei Fragen an … Präsident Manfred Schnabel zur IHK MRN-Stromstudie

alle Hürden zu beseitigen, die dem Ausbau der erneuer- baren Energien im Wege stehen, dazu zählen beispiels- weise Regeln im Denkmalschutz, zur Begrünung von Dachflächen und im Eigentums- und Mietrecht. Zudem muss die Verwaltung Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen. Wir IHKs bestärken die derzeit laufen- de regionale Raumplanung in ihrem Ziel, ausreichend Flächen für erneuerbare Energien bereitzustellen. Die Teilregionen mit viel Potenzial dafür dürfen mit Blick auf das begrenzte Flächenangebot nicht benachteiligt werden. Es geht um einen fairen Interessensausgleich hinsichtlich Entwicklungsflächen und Strukturmitteln. Daher ist jetzt ein Schulterschluss in der Region nötig, kommunale Alleingänge sind wenig hilfreich. Aus der IHK MRN-Stromstudie

Weshalb hat die IHK Metropolregion Rhein-Neckar die Stromstudie beauftragt? Manfred Schnabel: Im Herbst des vergangenen Jahres beschlich uns zunehmend ein mulmiges Gefühl mit Blick auf die zukünftige Energiesituation in der Region. Die Politik auf allen Ebenen überbot sich in ambitio- nierten und letztlich abstrakten Reduktionszielen von Emissionen. Wir haben daher im Januar, also noch vor Beginn des Russland-Ukraine-Krieges, beim Fraunhofer- Institut für Solare Energiesysteme unsere Stromstudie beauftragt. Damit wollten wir einen Beitrag dazu leisten, einen ambitionierten und konkreten Umsetzungspfad für die Energiewende in der Region aufzuzeigen. Schnabel: Die Studie zeigt, dass wir den massiv wach- senden Strombedarf der Region nur dann decken kön- nen, wenn wir alle Möglichkeiten zum Ausbau erneuer- barer Energien in der Region nutzen und gleichzeitig den Ausbau von Hochleistungsnetzen in die Region voran- treiben. Selbst wenn wir sofort und kompromisslos mit der Umsetzung beginnen würden, brauchen wir den von der EU gesetzten Zeitrahmen bis 2045 mit allen Über- gangstechnologien, wenn wir den industriellen Kern und den Wohlstand der Region nicht gefährden wollen. Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus den Studienergebnissen? Was sind daher Ihre Forderungen an die Politik? Schnabel: Wir brauchen ein politisches und gesell- schaftliches Klima, das den notwendigen Beitrag der gesamten Wirtschaft, sowohl von Unternehmen als auch deren Fachkräften, zur Dekarbonisierung anerkennt und unterstützt. Auf dem Feld der Regulatorik gilt es,

38 TERAWATTSTUNDEN Prognostizierter Stromverbrauch pro Jahr in der Metropolregion Rhein-Neckar bis zum Jahr 2045. Derzeitiger Verbrauch: 17 Terawattstunden.

16 GIGAWATTSTUNDEN Maximales Dach- flächenpotenzial für Photovoltaikanla- gen in der Metropol- region.

7,5 GIGAWATTSTUNDEN Maximales Flächenpotential für Onshore-Wind- kraft in der Metro- polregion.

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IHK Magazin Rhein-Neckar 08 | 2022

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