PEGaktiv für Senioren, Pflege und Reha | April 2026

FIRMENINFORMATION

Von der Bestandsaufnahme zur Planung

vorgeschriebener Prüfungen und Fristen – ein wichtiger Beitrag zur Betriebssicherheit. So lassen sich Verstöße gegen Vorschriften vermeiden, die nicht nur Sanktionen, sondern im schlimmsten Fall Belegungsstopps nach sich ziehen können.

Grundlage jeder Strategie ist Transparenz. Eine technische Objektbewertung (TDD) durch einen Ingenieur erfasst den Zustand aller Bauteile, identifiziert Mängel und Risiken und bildet die Basis für die Instandhaltungsplanung. Neben technischen Aspekten werden auch Haftungsrisiken und die Übereinstimmung mit dem Nutzungskonzept geprüft. Die Ergebnisse fließen in eine Instandhaltungsliste ein, die Maßnahmen über einen Zeitraum von 10 bis 30 Jahren priorisiert und mit Kosten hinterlegt. Kurzfristige Schäden werden ebenso berücksichtigt wie theoretisch abgeleitete Lebensdauern. So entsteht eine belastbare Grundlage für die Budgetierung. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Objektbewertung ergibt, dass 30 % der Kunststoff- fenster kurzfristig ausgetauscht werden müssen, weitere 30 % in den kommenden acht Jahren. Diese Maßnahmen werden samt Kosten in die Instandhaltungsliste aufge- nommen und bilden die Grundlage für eine wirtschaftliche Planung.

Fachkompetenz als Erfolgsfaktor

Die Umsetzung erfordert qualifizierte Objektbetreuer und Ingenieure. Angesichts des Fachkräftemangels kann die Einbindung externer Dienstleister eine Lösung sein. Sie übernehmen die Steuerung des Immobilienportfolios und gewährleisten die Einhaltung technischer und rechtlicher Standards. Ein klar definiertes Vertragsbild sorgt für Trans- parenz und Verbindlichkeit. Fazit: Systematische Instandhaltung ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit. Wer heute auf strategisches Immo- bilienmanagement setzt, minimiert Risiken, steigert die Betriebssicherheit und sichert den langfristigen Wert seiner Sozialimmobilien.

Systematische Instandhaltung von Sozialimmobilien Warum professionelles werterhaltendes Immobilienmanagement für Sozialimmobilien unverzichtbar ist Die Qualität von Sozialimmobilien entscheidet über Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Zukunfts- fähigkeit. Wer nur bei Schäden reagiert, riskiert teure Notfälle und behördliche Auflagen. Strategisches Instandhaltungsmanagement hingegen ermöglicht planbare Maßnahmen, redu- ziert Risiken und schützt den Wert Ihrer Immobilie nachhaltig.

Budgetierung und Umsetzung

Auf Basis der Instandhaltungsliste erfolgt die Budgetplanung. Neben identifizierten Maßnahmen sind Reserven für Unvor- hergesehenes sowie Wartungs- und Sachverständigenkosten einzuplanen. Frühzeitige Ausschreibungen sind entschei- dend, um Engpässe bei Bauunternehmen zu vermeiden. Erfahrungsgemäß sollten die wichtigsten Projekte bereits im ersten Quartal angestoßen werden, da spätere Starts – etwa bei Dach- oder Fassadensanierungen – oft scheitern. Eine jährliche Folgebegehung dient der Fortschreibung und Anpassung des Budgets und ermöglicht die frühzeitige Iden- tifikation neuer Risiken.

Warum strategisches Instandhaltungsma- nagement unverzichtbar ist

Sozialimmobilien sind das Fundament für Pflege und Betreu- ung – und zugleich einer der größten Vermögenswerte von Trägern. Ihre bauliche und technische Qualität beeinflusst nicht nur die Sicherheit und das Wohl der Bewohner, sondern auch die Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. Dennoch wird die Immobilie in der Praxis oft vernachlässigt. Viele Betreiber verfolgen noch immer eine schadensabhängige Instandhaltungsstrategie: Reparaturen erfolgen erst bei Aus- fall. Ein Beispiel aus der Praxis: Die 23 Jahre alte Ölheizung fällt zwischen Weihnachten und Neujahr aus. Die letzte War- tung liegt Jahre zurück, festgestellte Mängel wurden ignoriert. Die Folgen sind gravierend – von hohen Kosten über orga- nisatorischen Stress bis hin zu Nutzungsunterbrechungen oder je nach Schaden behördlichen Sanktionen.

Ein professionelles, werterhaltendes Immobilienmanage- ment reduziert Risiken und schafft Planungssicherheit. Statt auf Schadenseintritt zu warten, werden Zustände regelmäßig überprüft, bewertet und Maßnahmen gebündelt. So lassen sich Kosten senken und die Lebensdauer der Immobilie verlängern. Die Einführung eines strategischen Instandhal- tungsmanagements ist zwar zeitintensiv und bindet perso- nelle Ressourcen, führt aber langfristig zu einer deutlichen Reduzierung von Immobilienkosten und insbesondere auch Haftungsrisiken.

Dokumenten- und Wartungsmanagement

Rechtssicherheit und Nachvollziehbarkeit sind zentrale An- forderungen. Häufig fehlen vollständige Unterlagen wie Brandschutzkonzepte oder Wartungsverträge. Ein digitales Dokumentenmanagement schafft Ordnung und ermöglicht jederzeitigen Zugriff auf aktuelle Nachweise. Ergänzend sorgt ein Wartungstool für die Überwachung gesetzlich

RALF WEINHOLT, Geschäftsführer soleo* GmbH Beratung und Planung für Sozial- und Gesundheitsimmobilien Hansaallee 249 | 40549 Düsseldorf +49 211 957 423 0 info@soleo-gmbh.de | www. soleo-gmbh.de

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