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REORGANISATION Riehen überdenkt seine Jugendarbeit

KULTURPREIS RIEHEN Preisträgerin für das Jahr 2019 ist Schriftstellerin Gabrielle Alioth

Alles unter einem Dach

Zwischen Erinnerung und Imagination Die Autorin mit dem unver- wechselbaren Schreibstil Gabrielle Alioth erhält den Riehener Kulturpreis 2019 für bemerkenswerte kulturelle Leistungen.

Michèle Faller

Siewurde 1955 inBasel geboren, wuchs im Niederholzquartier in Riehen auf und dürfte den Leserinnen und Lesern des Jahrbuchs «Z‘Rieche» 2016 durch die einnehmende Schilderung ihrer Kindheit am Bluttrainweg in Erinne- rung geblieben sein: Gabrielle Alioth. Die Schriftstellerin, die 1991 für ihren ersten Roman «Der Narr» mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde, erhält den Kulturpreis der Ge- meinde Riehen für das Jahr 2019. Die Verleihung des mit 15’000 Franken do- tierten Preises ist öffentlich und findet voraussichtlich im September statt, wie die Gemeinde Riehen in einem Communiqué mitteilt. Romane, Kinderbücher, englische Lyrik Nach dem Studium der Wirt- schaftswissenschaft, Kunstgeschich- te und Philosophie in Basel und Salz- burg zog Gabrielle Alioth 1984 nach Irland, wo sie als Journalistin und Übersetzerin tätig war und seit 1990 als freie Schriftstellerin arbeitet. Ihr Schaffen umfasst mehrere Romane, Kinderbücher auf Deutsch, Theater- stücke, Sachbücher und neu auch Ly- rik, Letztere auf Englisch. Die Preis- trägerin lebt immer noch in Irland, und zwar in Termonfeckin (County Louth) nördlich von Dublin, unter- richtet aber auch an der Hochschule Luzern – Design & Kunst und gibt Schreibkurse am Literaturhaus Basel und der Volkshochschule beider Ba- sel. Das literarische Geschehen in der Schweiz prägt sie seit 2017 auch als Mitglied der Programmkommission der Solothurner Literaturtage mit. «Gabrielle Alioth zeichnet sich durch ein reiches Schaffen in sehr un- terschiedlichen Bereichen innerhalb der Literatur aus und hat auch über die Region hinaus Bedeutung er- langt», sagt Herbert Matthys, Präsi- dent der Jury für den Kulturpreis. Er selber sei durch den neuesten Roman «Gallus der Fremde» auf Alioth auf- merksam geworden. Von diesem 2018 erschienenen sehr eindrücklichen Werk – es handelt vomWandermönch Gallus, der im 7. Jahrhundert Irland verliess, am Bodensee eine neue Heimat fand und schliesslich zum

Das Open Air «No Biz Chille» auf der Grendelmatte wird seit 2016 von der Mobilen Jugendarbeit Riehen unterstützt. Foto: Archiv RZ Philippe Jaquet

lov. Auf Anfang2021plant dieGemeinde Riehen eine Reorganisation der Jugend- arbeit, um die Umsetzung ihres Ju- gendleitbilds weiter voranzutreiben. Mit der Zusammenlegung von mobiler Jugendarbeit und dem Jugendtreff des Freizeitzentrums Landauer solle die Voraussetzung für eine f lexiblere, eng an den Bedürfnissen der Jugendlichen ausgerichtete Jugendarbeit geschaffen werden, heisst es in einer Medienmit- teilung. Gleichzeitig könne so eine An- sprechstelle für Anliegen von und zu Jugendlichen definiert werden. Mit demJugendleitbildRiehen 2016– 2030, in dem die Ziele für Angebot und Entwicklung der Jugendarbeit definiert sind, hat die Gemeinde Riehen die Be- deutung der offenen Kinder- und Ju- gendarbeit unterstrichen. Um diesen Zielen noch besser gerecht zu werden, steht auf Anfang 2021 eine Reorganisa- tion an. Geplant ist laut Communiqué, die mobile Jugendarbeit und das Jugi Landauer zusammenzulegen und so eine etwas grössere, gemeindeeigene Organisationseinheit zu schaffen, die sich um Jugendarbeit in ihren verschie- denen Facetten kümmern kann. Als Folge davon beendet die Gemeinde die Zusammenarbeit mit demVereinMobi- le Jugendarbeit Basel und Riehen (MJAB/R) per Ende Jahr. Grössere Flexibilität Mobile Jugendarbeit gehört seit 1998 zu den Leistungen der Gemeinde Rie- hen, seit 2007 wird sie von der MJAB/R im Auftragsverhältnis ausgeführt. Wegzudenken ist diese niederschwelli- ge Form der Jugendarbeit nicht mehr: «Nahe an den Bedürfnissen und Auf- enthaltsorten der Jugendlichen trans- portiert sie Anliegen, vermittelt bei Konf likten und ergänzt die anderen Jugendangebote auf sinnvolle Weise», erklärt Christian Lupp, Abteilungsleiter Kultur, Freizeit und Sport der Gemein-

de Riehen. Die aufsuchende Jugendar- beit im öffentlichen Raum bleibe des- halb auch weiterhin eine wichtige Aufgabe. Durch die kostenneutral ge- plante Zusammenlegungmit der Arbeit im Jugendtreff Landauer würden Syn- ergien genutzt, wobei die Jugendlichen künftig noch mehr im Fokus stünden, sagt Lupp. Anders ausgedrückt: Da mo- bile und stationäre Jugendarbeit künf- tig unter einem Dach zu finden sein werden, ist eine grössere Flexibilität gegeben. Die neuen Strukturen bringen einen weiteren, entscheidenden Vorteil mit sich: Es wird nämlich möglich sein, die im Jugendleitbild verankerte Rolle ei- nes oder einer Jugendbeauftragten zu verorten, der als erste Ansprechperson und «Motor» für Jugendthemen eine wichtige Funktion zukommt. Tatsäch- lich rangiere das Jugendangebot seit Jahren in der Riehener Bevölkerungs- befragung unter den negativen Punk- ten, bestätigt Gemeinderätin Christine Kaufmann. Es werde einerseits als sehr wichtig bezeichnet, möge andererseits die Erwartungen aber nicht genügend erfüllen. Mit den aufgegleisten Verän- derungen solle nun eine positive Ent- wicklung angestossen werden. «Jugendbeauftragter» wird übrigens kein eigener Posten sein, sondern eine Aufgabe, umdie sich der künftige Leiter oder die künftige Leiterin der Jugendar- beit im Rahmen seines oder ihres Pen- sums kümmern wird. Die Zusammen- legung von Jugi Landauer und mobiler Jugendarbeit schafft den dafür nötigen Spielraum. In der Medienmitteilung dankt die Gemeinde Riehen dem Verein MJAB/R ausdrücklich für die langjährige enga- gierte Arbeit zugunsten der Riehener Jugendlichen. Er habe in diesen Jahren nicht nur unzählige Jugendliche beglei- tet, sondern auch Projekte wie die Zwi- schennutzungen des ehemaligen Rüch- ligareals oder des Areals Hinter Gärten, die Nutzung des Gewölbekellers oder das Open Air «No Biz Chille». Bedauern bei Vereinsvorstand Völlig überrascht vomEntscheid des Gemeinderats sei man nicht gewesen, sagt MJAB/R-Vorstandsmitglied Joël Thüring auf Anfrage. Die beiden Mitar- beiter vor Ort hätten schon gespürt, dass ein Wechsel in Betracht gezogen würde. Man nehme die Reorganisati- onspläne der Gemeinde Riehen zur Kenntnis und sei dankbar für das lang- jährige Vertrauen in den Verein. Gleich- zeitig bedauert der Verein laut Thüring den Entscheid der Gemeinde, den Ver- trag nicht zu verlängern. Dies habe zur Folge, dass aufgebaute Beziehungen zur Zielgruppe beendet und zwei Stel- len abgebaut werden müssten. «Die MJAB/R hofft, dass die offene Jugendar- beit und der öffentliche Raum in Riehen weiterhin einen wichtigen Stellenwert einnehmen wird», betont Joël Thüring.

Zwischen Riehen und Termonfeckin zu Hause: Gabrielle Alioth, Riehener Kulturpreisträgerin 2019. Foto: zVg

den, sondern die bemerkenswerten kulturellen Leistungen der 65-Jähri- gen insgesamt. «Wiewohl die Schriftstellerin seit längerer Zeit in Irland lebt, betrachtet sie Riehen nach wie vor als ihre reale und geistigeHeimat, die sie in sich tra- ge», ist am Schluss der Medienmittei- lung der Gemeinde Riehen nachzule- sen. Das erstaunt angesichts des bereits erwähnten Jahrbuchartikels nicht, in dem Alioth den Wohnort ih- rer Kindheit rundheraus als Paradies bezeichnet. Natürlich mit Vorbehal- ten, die mit der gefährlichen Kies­ grube und unheilvollen Geburtstags- festen zusammenhängen. Jedenfalls ist auch hier das enge Verwobensein von Realität und Fiktion zu beobach- ten, denn die Autorin teilt in dieser Geschichte ihre «Erinnerungen ans Niemandsland», so der Titel des Texts, mit einem vorlauten Eichhörnchen.

Namensstifter St. Gallens wurde – habe er sich quasi rückwärts bis zum «Narr» durchgelesen, wie der Jury­ präsident begeistert berichtet. Die Autorin habe einen ganz be- sonderen Schreibstil, der die reale und die persönlich wahrgenommene Welt miteinander verf lechte, so Matthys weiter. So kämen etwa auch in «Irland. Eine Reise durchs Land der Regen­ bogen», einem der zahlreichen Reise- führer Alioths, Sagenfiguren oder historische Personen vor, die ihren Weg in die Gegenwart gefunden zu haben scheinen. Die Jury für den Kulturpreis Rie- hen hat in der Vergangenheit schon einige Male junge Kulturschaffende geehrt, sodass die Auszeichnung auch im Sinne eines Förderpreises zu ver- stehen war. Bei Gabrielle Alioth sei nicht speziell ihr Schaffen im vergan- genen Jahr im Vordergrund gestan-

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Der Jugendtreffpunkt «2wei» an der Bahnhofsrasse Foto:Loris Vernarelli

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