RZ_KW36_2019

AZA 4125 Riehen 1

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

FREITAG, 6.9.2019 98.Jahrgang | Nr.36

Felix Wehrli Pascal Brenneisen

Eduard Rutschmann

REDAKTION UND INSERATE: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehener-zeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Sebastian Frehner

Gianna Hablützel-Bürki

Arena: Jubiläumslesung mit Texten von sieben Autorinnen und Autoren SEITE 2

Fondation Beyeler: Bilder aus der Sammlung Rudolf Staechelin ausgestellt SEITE 3

Leichtathletik: TV Riehen holt Gold und Bronze an Staffel-SM in Langenthal SEITE 17

Frei und sicher – SVP wählen! Liste 12 in den Nationalrat #freiundsicher | www.svp-basel.ch

PODIUM Die Riehener Zeitung lud die drei Ständeratskandidatinnen Gianna Hablützel-Bürki, Eva Herzog und Patricia von Falkenstein zum Gespräch ein

Ständeratskandidatinnen auf dem Prüfstand

Die drei Kandidatinnen unterschiedlicher Couleur kreuzten Anfang Woche am RZ-Podium die Klingen.

zer Stadt, was mit dem hohen Auslän- deranteil zu tun habe, sagte Hablüt- zel-Bürki. Das Problem sei, dass zu viele Menschen aus anderen gefährli- chen Kulturen aufgenommen wür- den. Es sei hierzulande eine wahre Asylindustrie entstanden, die für Flüchtlinge unnötige Anreize schaffe. Gar nicht einverstanden zeigte sich die SP-Regierungsrätin, die von einer «guten und erfolgreichen Schweizer Integrationspolitik» sprach. Die rück- läufigen Zahlen bei den Asylgesuchen zeigten, dass derzeit gar kein Einwan- derungsproblem existiere. Für von Falkenstein müsse das Ziel sein, die Ausländer noch besser zu integrieren. Zum Beispiel mit obligatorischen Deutschkursen. Denn «nur gut Inte­ grierte fühlen sich hier wohl». Am kürzeren Hebel Das Rahmenabkommen mit der EU war das letzte Thema des Abends. Eva Herzog bedauert, dass es wohl zu keiner Unterzeichnung des Abkom- mens komme. Die Spielregeln seien klar definiert, die Schweiz würde sou- verän bleiben. Sie könne nicht verste- hen, dass viele Parlamentarier die ak- tuelle ungeregelte Situation besser fänden. Noch weiter ging Patricia von Falkenstein: Die Schweiz brauche die EU mehr als umgekehrt, bekräftigte sie. Komme das Rahmenabkommen nicht zustande, könne das für die Schweiz schwere Konsequenzen zur Folge haben. Die Aufhebung der Bör- senäquivalenz durch die Europäische Union sei ja bereits erfolgt. «Wir sind am kürzeren Hebel!», sagte die Basler LDP-Präsidentin. Von einem Rah- menabkommen nichts wissen will hingegen Hablützel-Bürki. Man ver- kaufe damit nur die Schweiz an die EU, zudem würde die Souveränität des Landes verloren gehen, unter- strich sie. Vor der abschliessenden Fragerun- de durfte der vierte Ständeratskandi- dat, der UnabhängigeMarcMeyer, ein fünfminütiges Statement abgeben. In diesem kritisierte er die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank scharf. Der Riehener Volkswirtschaft- ler prangerte in seiner Wutrede vor allem die 700 Milliarden Franken Schulden an, welche die National- bank gemacht hat, um in den letzten Jahren Euros und Dollars zu kaufen.

Loris Vernarelli

Mit Beginn der neuen Legislatur im kommenden Dezember wird der Kan- ton Basel-Stadt im Ständerat zum ers- ten Mal nach 16 Jahren von einem neuen Gesicht vertreten sein. Auf dem Sessel von SP-Politikerin Anita Fetz im altehrwürdigen Saal der kleinen Kammer wird neu entweder Partei- kollegin Eva Herzog, die Liberale Pat- ricia von Falkenstein oder SVP-Vertre- terin Gianna Hablützel-Bürki Platz nehmen. Weniger als zwei Monate vor dem Wahlgang vom 20. Oktober ka- men die drei Kandidatinnen am Montag auf Einladung der Riehener Zeitung zumersten öffentlichen Podi- umsgespräch im Saal des Land­ gasthofs zusammen. Eines vorweg: Zu einer eigentli- chen Diskussion kam es nicht. Denn Ziel des von RZ-Redaktor Rolf Spriess- ler moderierten Abends war, dass sich das Publikum einen Überblick über die Positionen der Kandidatinnen zu verschiedenen Themen verschaffen konnte. Die rund 60 Besucherinnen und Besucher des Anlasses erfuhren zwar nicht viel Neues, doch trotzdem war es interessant zu hören, wie un- terschiedlich die Weltanschauungen der drei Politikerinnen in gewissen Punkten sind. Und wie überraschend nahe bei anderen. Unehrliche Politik Eines der Hauptthemen des Podi- ums war die Klimapolitik. «Wir dürfen unsere Lebensgrundlage nicht zerstö- ren», mahnte Eva Herzog. Deshalb sei sie mit der Entscheidung des Bundes- rats, den CO 2 -Ausstoss bis 2050 netto auf null zu senken, einverstanden. Für Patricia von Falkenstein sei es ein Schritt in die richtige Richtung, doch wichtig sei vor allem, dass es der Wirt- schaft gut gehe und keine Arbeitsplät- ze verloren gingen. Als unrealistisch taxierte hingegen Gianna Hablützel- Bürki das Vorhaben des Bundesrats. Die Politik sei unehrlich den Jugendli- chen gegenüber, wenn sie diese im

Die Podiumsteilnehmerinnen Patricia von Falkenstein, Eva Herzog und Gianna Hablützel-Bürki (v.l.) stellten sich den Fragen von Moderator Rolf Spriessler.  Foto: Philippe Jaquet

dischem Bahnhof, verband die Podi- umsteilnehmerinnen. Alle drei betonten, dass das Projekt vital sei für den Agglomerationsraum Basel und deshalb realisiert werden müsse. «Wir wären schon viel weiter, hätten wir in der Nordwestschweiz von Beginn weg an einem Strang gezogen», kritisierte EvaHerzog. Bei anderen Projekten ha- be die Zusammenarbeit besser ge- klappt. «Wir wissen also, wie es geht.» Gianna Hablützel-Bürki und Patricia von Falkenstein waren beide der Mei- nung, dass es neben dem Ausbau der Bahninfrastruktur auch mehr Platz für Autos brauche. «Es hat immer mehr Leute», wiederholte die SVPlerin die zuvor angesprochene These. Und diese tauchte erneut auf, als es um die Asylpolitik ging. Basel sei laut Statistiken die gefährlichste Schwei-

Glauben lasse, mit ihren Protesten etwas verändern zu können. Nur neue Technologien könnten die Klimaver- änderung bremsen. BeimThema Raumpolitik plädierte von Falkenstein für verdichtetes Bau- en in die Höhe. Dies sei eine Notwen- digkeit, wolle man die Landschaft nicht zubetonieren. Hablützel-Bürki brachte ihrerseits die Masseneinwan- derung ins Spiel: «Wollen wir unsere Grünflächen bewahren, dürfen wir nicht alle in die Schweiz reinlassen.» Herzog vertrat dieMeinung, dass nicht nochmehr Strassen und Infrastruktur gebaut werden sollten, um die freien Flächen zu bewahren. Zudem sollten die Menschen weniger pendeln. Mehr oder weniger einig waren sich die Kandidatinnen beim Thema Krankenkassen. Die Notfallstationen

seien mit Bagatellfällen überfüllt, die das Gesundheitssystem finanziell be- lasten würden, meinte beispielsweise Hablützel-Bürki. Sie habe kein Patent- rezept, um die Prämien zu senken, sagte von Falkenstein. Weniger zum Arzt gehen und mehr Generika benut- zen könne ein erster Schritt sein. Doch die LDP-Politikerin fügte hinzu: «Wir profitieren alle von unserem sehr gut ausgebauten Gesundheitswesen. Soll dieses weniger kosten, muss sich jeder selbst etwas einschränken.» Herzog schliesslich wies darauf hin, dass ins- besondere Spitäler derzeit stark inves- tieren würden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Diese Entwicklung sei ein Kostentreiber. Auch das Thema Herzstück, die unterirdische S-Bahn-Durchmesser- linie zwischen Bahnhof SBB und Ba- Weltmusik, lokal. Bücher | Musik | Tickets Aeschenvorstadt 2 | CH-4010 Basel www.biderundtanner.ch

Reklameteil

Klare Worte.

FONDATION BEYELER 26. 5. –6. 10. 2019

frische Weisswürste, ab sofort freitags dazu Brezel, Senf und regionales Bier

www.sebastian-frehner.ch | Liste 12 2x auf jede Liste (12.01)

Telefon 061 643 07 77

Eva Herzog für Basel in den Ständerat. #klareSacheEva evaherzog.ch

190321_FB_RUDOLF_STINGEL_Riehener_Zeitung_54x55.indd 1 22.05.19 0:37

Mitten im Dorf – Ihre Riehener Zeitung

Aktuelle Bücher aus dem Verlag www.reinhardt.ch

3 6

9 771661 645008

Made with FlippingBook - Online magazine maker