Traumanlagen selbst gestalten

Die Anschaffung einer eigenen Tischkreissäge für den Rahmenbau sollte man nicht gleich von der Hand weisen, auch wenn Argumente wie „Brauche ich längerfristig nicht“ oder „Dafür habe ich keinen Platz“ im Raum stehen. Zum einen kann man Tischkreissägen mieten, zum anderen gilt: Wenn das eigene Gerät ein hochwertiges Markengerät ist, hat man gut Chancen, bei einem Weiterverkauf einen vernünftigen Preis zu erzielen. Das Platzargument ist eigentlich keines – wer bauen will „wie Brandl“, benötigt einfach Platz. Sinnvoll ist ein eigener Raum, in dem „Dreck“ ge- macht werden kann. Dies kann durchaus das zukünf- tige Modellbahnzimmer sein, man sollte sich jedoch darüber klar sein, dass sich der Raum kurzfristig in eine

ausgewachsene Werkstatt verwandeln wird – und das nicht nur wegen des Rahmenbaus. Natürlich gibt es immer die Alternative, sich den kompletten Rahmen von einem Schreiner vor Ort bauen zu lassen. Sind die Rahmen fertig, testet Josef Brandl, ob sie zueinander passen und die gewünschte Form ergeben. Dazu legt er sie auf dem Boden aus und klemmt sie mit Handzwingen zusammen. Erst dann erhalten sie ihre Füße. Aus einer Tischlerplatte entstehen ca. 20 x 20 cm große Stücke. Diese werden an den notwendigen Stellen von unten gegen den Rahmen geschraubt. Auf diesen wie Knotenblechen wirkenden Platten lassen sich dann die Füße montieren. Welche das sein sollen, entscheidet der Auftraggeber. Es gibt verschiedene Systeme am Markt, die jeweils eigene Möglichkeiten mitbringen. Gemeinsam ist den meisten, dass eine ge- trennte Kopfplatte unter dem aufzuständernden Objekt montiert wird, in der dann der eigentliche Fuß befestigt wird. So bleiben die Füße demontierbar und das Objekt selbst besser transportierbar. Vom „Gesicht“ auf die Füße gestellt, werden die Rahmen nun erstmals miteinander verbunden. Dabei geht es darum, feste, aber doch lösbare Verbindun- gen zwischen der Rahmen herzustellen. Josef Brandl verwendet hier spezielle Muffen, die z.B. von Hobby- Ecke Schuhmacher als Modulverschraubung angeboten werden. Ihre Funktion ist es, präzise und ausschlag- sichere Löcher für die Rahmenverbindungsschrauben bereitzustellen. Gleichzeitig verteilen sie den Druck, den die Verschraubung auf das Holz ausübt, auf eine größere Fläche. Die eigentliche Verbindung zwischen den Rahmen wird duch M10-Maschinenschrauben mit Beilagscheiben und Flügelmuttern hergestellt.

Josef Brandls spezielle Lehre erlaubt es ihm, schnell und präzise die für die Modulverschraubung nötigen Löcher herzustellen.

Gebohrt wir mit dem Winkelschleifer und einem im Durchmesser passenden Fräskopf.

Nun können die Muffen eingesetzt und die Hilfsschrauben heraus- gedreht werden.

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