sich gut im Maßstab 1:10 ausdrucken und sind eine wichtige Unterlage für die Entwicklung der Landschaft und die Planung des Anlagenunterbaus. Auch Letztere könnte man am Computer vornehmen, jedoch hat sich Josef Brandl entschlossen, hier bei klassischer Entwurfstechnik zu bleiben. Als Untergrund dient ihm dabei ein professionelles Zeichenbrett, das in seiner Neigung und Höhe verstellbar ausgeführt ist. Teil des Geräts ist weiterhin eine verstellbare Winkelschie- ne, mit der sich exakt definierte Winkel einstellen und zeichnen lassen. Gezeichnet wird mit Bleistift auf Trans- parentpapier – es soll möglich sein, später zu radieren und Änderungen einzufügen. Als Maßstab wählt Josef Brandl hier meist ebenfalls 1:10, d.h. ein 2 cm dickes Brett wird 2 mm dick gezeichnet. Diese Darstellung ist groß genug, um ausreichend genaue Maße für den späteren Zuschnitt abgreifen zu können. Bei der Anordnung der Quer- und Längsversteifun- gen innerhalb der einzelnen Rahmen folgt Josef Brandl einem einfachen Schema: Wenn möglich, werden die vordere und die hintere Anlagenkante in 20 cm Entfernung gedoppelt, die Längsspanten werden mit 40 cm Abstand gesetzt. Knifflig sind nur „schräge“ Winkel, hier hilft ein Blick auf die Wirtschaftlichkeit auf der einen und die Stabilität der Konstruktion auf der anderen Seite. Die in den Bildern dieser Seiten gezeigten Zeichnun- gen gehören zur Anlage Heigenbrücken (Vorstellung in Eisenbahn-Journal Josef Brandls Traumanlagen 1/2011, Magistrale im Spessart). Wer genau hinschaut und mit dem unten abgedruckten Gleisplan der Anlage vergleicht, erkennt, dass Josef Brandl unnötige Schnör-
kel vermeidet und pragmatisch vorgeht: Der Weg ins Anlagen-U weist beim Durchgang zwischen der Wen- del und dem gegenüberliegenden Hauptstreckenteil eine Engstelle auf. Um hier ein ungehindertes Durch- kommen zu gewährleisten, musste das Hauptstrecken- teil eine Einbuchtung erhalten – die Wendel gibt die Maße vor. Josef Brandl zog die Vorderkante nun bis zur Querversteifung zurück und erhielt damit einen ungefähr 70 cm breiten Durchgang. 60 cm Durchgang hätten auch genügt, aber um Vieles mehr an Arbeit und Kosten mit sich gebracht. Fazit: Bauen wie Brandl heißt, eine Anlage kom- plett in einem Stück zu planen. Dabei werden so viele äußere Bedingungen wie möglich berücksichtigt, die eigentliche Gleisplanung fixiert dagegen vor allem die Weichen und lässt dem Gleisverlauf eine gewisse Flexibilität. Der Grundrahmen wird ganz pragmatisch mit einem 20–40-cm-Raster vorgesehen.
Der Gleisplan der Anlage „Heigenbrücken“. Die relativ schmale Form ergibt sich aus den Raummaßen. Die U-Form ist asymmetrisch angelegt, um eine dynamische Linienführung der Gleise zu errei- chen. Am rechten unteren Ende des U ist eine Wendel zum Schat- ten- und Wendebahnhof angelegt. Ihre großzügigen Abmessungen
erfordern eine Einbuchtung auf der dem Mittelgang gegenüberlie- genden Anlagenseite, damit dieser Gang eine ausreichende Breite erhält. Der Ausschnitt der Rahmenzeichnung zeigt die entsprechende Stelle, die Josef Brandl um 20 cm bis zur inneren Querversteifung eingezogen hat.
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