Traumanlagen selbst gestalten

RAHMEN UND FÜSSE Josef Brandls Werke sind für spätere Ortsveränderungen vorbereitet. Statt Leichtbau wird Stabilität gefordert. Diese erfordert Masse! Material wird natürlich trotzdem nicht verschwendet.

I m Vergleich zu manch anderen Anlagen sind die von Josef Brandl relativ schwer. Dies ist nicht zuletzt der kräftigen Spantenbauweise des Untergrunds geschul- det. Wie beschrieben, besteht die Grundlage eines Anlagensegments aus einem umlaufenden Rahmen mit inneren Längs- und Querversteifungen. Letztere werden in 20 cm Abstand zur vorderen und hinteren Rahmenkante angeordnet. Die Längsversteifungen liegen in jeweils 40 cm Abstand nebeneinander und verlaufen durchgehend von der vorderen bis zur rück- wärtigen Rahmenkante. Als Material für den Grundrahmen verwendet Josef Brandl, wie bereits in verschiedenen Eisenbahn- Journal-Heften beschrieben, seit Jahren Abachi-Holz. Dieses aus Afrika importierte helle, leicht gelbliche Holz ist leicht und doch belastbar. Aufgrund seiner relativ geringen Masse ist es recht weich. Trotzdem ist es formstabil und neigt wenig zum Verziehen. Zum Bear- beiten sollten nur scharfe Sägen verwendet werden, für weniger scharfe Blätter ist es zu weich. Aufgrund seiner Formstabilität trotz wechselnder Feuchtigkeit und des angenehmen Oberflächengefühls wird Abachi gerne im Saunabau für Sitzlatten verwendet. Josef Brandls Rahmenbretter haben einen Quer- schnitt von 2 x 10 cm, was sich in Bezug auf die Dicke

als sehr vorteilhaft erweist, wie später zu sehen sein wird. Das Ablängen erfolgt rechtwinklig anhand der von der Rahmenzeichnung abgenommenen Maße. Genauigkeit ist wichtig, fast noch wichtiger ist jedoch, dass alle parallelen Bretter die genau gleiche Länge haben, um Spannungen beim späteren Zusam- menbau zu vermeiden. Direkt nach dem Schnitt wird das fertige Werkstück gekennzeichnet. Eine mit einem weichen Bleistift beidseitig angeschriebene Kennung macht das Stück unverwechselbar und man behält jederzeit den Überblick, was schon alles geschaffen wurde und was nicht. Rahmenbau mit der Tischkreissäge Verarbeitet werden die Stücke auf einer Tischkreissäge. So sind exakt rechtwinklige Schnitte möglich, Voraus- setzung für einen stabilen Rahmenbau. Gehrungen für schräge Rahmen werden durch passendes Verstellen des Sägeblatts erreicht. Hat man wenig Erfahrung mit der Säge, sollte man eine Testreihe mit Holzresten durchführen, um ein Gefühl für den entstehenden Versatz zu bekommen. Die inneren Quer- und Längsstreben werden verkämmt montiert. Die dazu nötigen Ausnehmungen lassen sich sehr gut ebenfalls mit der Tischkreissäge

Die für das Gitterwerk aus Abachi-Holz notwendigen Kammschlitze entstehen präzise mit Hilfe einer Tischkreissäge.

Die Ausnehmungen für die Versteifungen werden im rechten Winkel zum Rahmenbrett ausgearbeitet.

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