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DOGS today

Hundemenschen

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Gibt es etwas Beglückenderes als einen Hund? Ja: zwei Hunde. Davon sind zumindest die Menschen überzeugt, die mit einem Doppelpack oder gar einem ganzen Rudel zusammenleben. Menschen, die zwei Vierbeiner an der Leine führen, in deren Gärten sich drei und mehr Hunde tummeln, die umringt von ihrer Bande querfeldein laufen. Sie sind längst kein exotischer Anblick mehr: Sie gehören zu denen, die die Haustierzahl während der Corona-Zeit um eine Million in die Höhe trieben. Fast zwei Millionen Doppelhundehalter verzeichnete das Portal Statista Ende 2021, immerhin 350.000 Familien beherbergen sogar mehr als zwei Hunde.

Die Gründe für die Entscheidung zu einem weite- ren Vierbeiner sind höchst unterschiedlich. Ganz oben auf der Liste der Argumente rangiert der Wunsch nach dem doppelten Genuss. Schließlich sorgt schon ein Hund für bessere Gesundheit, weniger Einsamkeit, ver- mehrte Glückshormone, die nachweislich entstehen, wenn Mensch und Hund sich nahekommen – und sei es nur zum Blickaustausch. Der Drang zu helfen, etwas Gutes zu tun, ist genauso weit verbreitet: Dem ersten Tierschutzhund folgt oft der zweite. Viele wollen sich auch von dem herrenlosen Tier, das sie nur zur Pflege aufgenommen haben, nicht wieder trennen und behalten ihren Glücksbringer bei sich. Wenn schon ein Hund das Leben so stark ins Positive kehrt, wie viel mehr könnte dann ein zweiter bewirken, so die Vorstellung. Schließ- lich sind auch die Liebe zu einer bestimmten Rasse, von der man einfach nicht genug kriegen kann, sowie hun- desportlicher Ehrgeiz oft genannte Beweggründe. Und dann gibt es noch die, die auffallen wollen, für die ein zweiter Hund ein Statussymbol darstellt, das sie selbst in ein besseres Licht stellt. Hört sich alles nach einer Win-win-Situation an – wenn die Wunschträume nicht zu einem Spontanent- schluss führen. Schließlich gibt es auch Schattenseiten: Da ist einmal der Zeitaufwand, denn auch Hund Num- mer zwei oder drei muss gut erzogen werden. Er geht in den Kindergarten, in die Hundeschule oder bekommt Einzelunterricht daheim. Der Doppel- oder Mehrpack macht sich zudem auf dem Konto bemerkbar. Der Tier- arzt gibt keinen Mengenrabatt, an Futter will und darf man nicht sparen, jeder Hund braucht ein Körbchen oder Bett, nicht zu vergessen Halsband, Leine, Geschirr, die Versicherungen – und die Hundesteuer. Die ist in fast al- len Kommunen für den Zweithund erheblich höher als für den ersten und jeder weitere Hund wird noch einmal kräftig besteuert. Ein Hund mehr bedeutet mehr Haare, G

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