Mein Haus & Grund - Unser Garten

38 STANDPUNKT

Praxistipp

xen Systems, bei dem alle Teile mitein- ander verbunden sind. Der Garten muss ihnen Nahrung und Brutmöglichkeiten bieten und dieses System funktio- niert nur als Ganzes. Das heißt, wenn Insekten fehlen, weil ihnen die Nah- rungspflanzen fehlen, dann fehlt auch den Vögeln die Nahrung und das gilt auch für Vogelarten, die sich selbst von Sämereien ernähren, denn ihre Jungen benötigen auf jeden Fall Insekten. Aber von Insekten und Spinnen leben auch viele andere Tiere. Auch die bekommen zunehmend Probleme. Worauf kommt es bei der Anlage eines naturnahen Gartens an? Kann das der Laie? Drews : Natürlich kann man das von einem kundigen Dienstleister machen lassen, aber auch selbst in Angriff nehmen. Es kommt im Wesentlichen auf die eigenen Ansprüche an und wie man zur Natur steht. Wer etwas Mut zur Un- ordnung und Geduld hat, kann sich an das Thema herantasten. Alles auf einmal und sofort muss auch gar nicht sein. Der Garten kann auch nur in Teilen naturnah sein und sich über die Jahre entwickeln. Als Gartenbesitzer sollte man das als fortlaufendes Projekt betrachten und gelassen bleiben, auch wenn der Garten zeitweise, z.B. im Winter, nicht pikobello aussieht. Hilfreich ist schon, für die He- cke heimische Gehölzarten zu wählen, z.B. Buche, Hainbuche, Weißdorn o.ä., denn an diese sind z.B. zahlreiche Insek- tenarten angepasst. Ihre Früchte dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung. Eine gemischte Hecke bietet dann für alle etwas. Kirschlorbeer, Thuja & Co. hingegen haben unserer heimischen Tierwelt nichts zu bieten. Und wer nur einen Balkon hat, ist außen vor? Drews : Bei der richtigen Gestaltung kann man das schon auf kleinstem Raum schaffen, selbst ein Balkon kann einiges in der Richtung leisten.

auch. Schöner ist es natürlich, wenn Hausbesitzer von sich aus den Wunsch verspüren, den Garten mit wildleben- den Pflanzen und Tieren zu teilen. Ein naturnaher Garten sieht für Sie aus, wie…? Drews : Ein naturnaher Garten sollte Lebensraum für die verschiedensten wildlebenden Tiere und Pflanzen sein. Vögel, Säugetiere, Insekten und Spin- nen, Amphibien, Reptilien und natürlich Pflanzen. Sie alle sind Teil eines komple-

mit Kindern ist das schlecht, denn wo keine Natur ist, können Kinder auch keine Tiere beobachten und Naturliebe entwickelt sich ja größtenteils in der Kindheit. Diese Kinder werden später auch keine Schmetterlinge oder Vögel vermissen, denn sie haben sie nie ken- nengelernt. Wenn dieser Trend anhält und Gärten möglicherweise immer häufiger so aussehen, dann muss man vielleicht auch den Außenbereich von Privatgrundstücken regeln. Bei Dächern und Geschosshöhen macht man es ja

Rüdiger Albrecht und Arne Drews sind bereit, den Leserinnen und Lesern von „Mein Haus & Grund“ mit Rat und Tat engagiert zur Seite zu stehen. Ganz um der Sache Willen und gar nicht hoheit- lich. Hier die Kontaktmöglichkeiten:  ruediger.albrecht@llur.landsh.de T. 04347 704 359  arne.drews@llur.landsh.de T. 04347 704 360 Sie raten im Übrigen zu mehr Gelas- senheit in den Gärten. Das heißt, es sollte nicht zu aufgeräumt zugehen und auch Pflanzen, die sich in Rissen und Fugen entwickeln, nicht immer gleich entfernt werden. Gerade dort bilden sich wichtige Lebensräume auf manchmal kleinster Fläche.

Unterschlupf im Garten. Alte Dach- ziegel sind

dafür gut geeignet.

Eine Blumenwiese ist ja für viele Gartenbesitzer Inbegriff eines naturnahen Gartens. Wenn man in einen bestehenden Rasen einsät, kommt da meist nicht viel oder ist nur von kurzer Dauer. Drews : Das ist richtig. Bei einem in- tensiv gedüngten Rasen ist das schwer zu erreichen. Das Zauberwort heißt:

„Nährstoffmangel“. Eine Wiese darf höchstens 1 - 2 mal pro Jahr gemäht werden. Nur so haben Kräuter eine Chance. Wenn ich aber jede Woche mähe bzw. mähen muss, weil das Gras so wüchsig und zudem dominant ist, dann wird das nie was. Einfacher ist es, wenn der Garten natürlicherweise sandig und damit nährstoffarm ist. >>

Verkauf und Bewertung meiner Immobilie?

Bunte Wiese – blauer Zaun. So schön kann ein Naturgarten sein. Und Totholz (unten) ist ein wichtiger Lebensraum. Arne Drews vom LLUR und seine Kollegen geben gerne Tipps.

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