RZ_KW21_2017

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26. MAI 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 21

Redaktion und Inserate: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehener-zeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Sportpreis: Grosse Ehre für den Basler Ruder-Club und seine Olympiasieger SEITE 2

Exgardist: Vor über 50 Jahren trat Leo Graf in die Schweizergarde ein SEITE 3

Erinnerungen: Als die Migros vor 50 Jahren ihre Türen im Dorf öffnete SEITE 7

Leichtathletik: Spielmann und Michiel liefen der Konkurrenz davon SEITE 15

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BETTINGEN Gemeinderats-Ersatzwahl zweiter Wahlgang

FRIEDHOF HÖRNLI Bettina Eichin weihte neue Skulptur ein

Dunja Leifels wird Gemeinderätin

Weite Reise der Schlafenden Muse

1969 lebte. Die ersten fünf Musen wur- den zunächst auf dem Augustiner- platz aufgestellt. Bettina Eichin unter- brach ihre Arbeit jedoch für den Marktplatzbrunnen in Basel, den sie imAuftrag der Sandoz gestalten sollte. Den Unfall am 1. November 1986 habe sie im Brunnen künstlerisch verarbei- tenwollen, weshalbdie Sandoz ihr den Auftrag entzog. Die Vergiftung des Rheins prägte die Künstlerin sehr: «Die sechste Muse, die ich danach schuf, hat kein Gesicht.» Als sie die restlichen Musen fertig- stellen wollte, waren in Freiburg die vorgesehenen Standorte bereits über- plant. Dennoch erfüllte sie den Auf- trag der Stadt Freiburg; die neun Göt- tinnen verbrachten die 1990er-Jahre jedoch in Ausstellungen in Berlin, Bern und im Innenhof des Basler Rat- hauses. Heute stehen sie auf demUni- campus in Freiburg an einemgemein- samen Standort. «Die schlafende Muse konnte man jedoch nicht zur Gruppe stellen: Sie braucht Platz um sich», erklärte die Künstlerin. So schuf sie eine weitere für die Gruppe der Neun. Und die, die nun auf demFried- hof in Riehen schläft, blieb eine Ein- zelfigur. Zur Einweihung las die Basler Schriftstellerin Ingeborg Kaiser einige Gedichte über jene Schlafende Muse, die sie in der Zeit, als sie auf dem Au- gustinerplatz in Freiburg lag, jeden Monat geschrieben hatte. ImMai zum Beispiel stellte Kaiser fest, dass die Zeit die Menschen im Griff habe, die Muse aber tatsächlich die Zeit: «Ich suche ein Wort dafür: Dauer.» Welch eine passende Interpretation für ihrenneu- en Standort auf dem Gottesacker! Boris Burkhardt

Zuerst habe er die Frau für die «Trau- ernde Witwe» gehalten, gesteht Peter Galler.Wer wie er sein ganzes Leben als Grabmacher auf dem Friedhof ver- brachte und in seiner Freizeit das Friedhofsmuseum Hörnli aufbaute, pflegt und besitzt, demmagman nach- sehen, dass er zunächst solche Assozi- ationen hat. Denn die Frau, die seit Sonntag in Bronze gegossen mit dem Kopf auf den verschränkten Armen un- ter einer leichten Decke vor dem Ein- gang der Sammlung Friedhof Hörnli liegt, trauert nicht, sie schläft. Sie ist auch keine Witwe, sondern eine Muse. Sein neues Prachtstück in der Sammlung verdankt Galler der Künst- lerin Bettina Eichin, mit der ihn eine langjährige Freundschaft verbindet. Zu einem «sehr guten Freundschafts- preis» habe sie ihm die Figur verkauft, erzählte er bei der kleinen Einwei- hungsfeier am Sonntagvormittag vor rund 50 Gästen. Eichin ist gebürtige Bernerin, allerdings mit Basler Bür- gerrecht, und wohnt inzwischen in Oberrotweil im Kaiserstuhl. Sie hat in Basel 1980 die «Helvetia auf Reisen» an der Mittleren Brücke und die mit dem Sandoz-Unfall 1986 verbunde- nen Markttische im Kreuzgang des Münsters geschaffen. Erst vor zwei Wochen wurde Eichin mit dem He- beldank des Hebelbunds Lörrach aus- gezeichnet. Die Muse, die den Eingangsbereich des Friedhofsmuseums schmückt, war Teil einer Serie von neun Musen und hat eine lange Geschichte hinter sich. Entstanden sind sie und ihre Schwestern ab 1978 ausgehend von ei- nem Künstlerwettbewerb der Stadt Freiburg im Breisgau, wo Eichin seit

Im zweiten Wahlgang um den frei werdenden Sitz des zurücktretenden Bettinger Gemeinderats Marco Fini setzte sich Dunja Leifels Bilecen (Aktives Bettingen) mit 16 Stimmen Differenz gegen Dieter Kunz (Bettinger Dorfvereinigung) durch. Als Hanspeter Schlup, Sekretär des Wahlbüros, amSonntag um15 Uhr im Café Wendelin das Resultat des zwei- ten Wahlgangs der Gemeinderats-Er- satzwahl verkündete, sanken sich die zukünftige Gemeinderätin Dunja Lei- fels Bilecen und Gabriella Ess, Präsi- dentin von Aktives Bettingen, in die Arme. Unter den ersten Gratulanten befand sich der knapp unterlegene BDV-Kandidat Dieter Kunz. Er hoffe, dass der schmutzige Wahlkampf nun vorbei sei und wieder Ruhe einkehre im Dorf, sagte Kunz. Das sei nun das Wichtigste und mehr habe er dazu nicht zu sagen. 238 gegen 222 Stimmen Dunja Leifels erreichte bei einer Stimmbeteiligung von 67,21 Prozent 238 Stimmen, Dieter Kunz kam auf 222 Stimmen, eine Stimme ging an ei- ne andere Person, 21 Wahlzettel wa- ren leer und 12 ungültig. Im ersten Wahlgang der Ersatzwahl für denMit- te Jahr zurücktretenden Marco Fini war das absolute Mehr nicht erreicht worden, Dieter Kunz hatte eine einzi- ge Stimme mehr erhalten als Dunja Leifels. Mit diesem Resultat habe sie so nicht gerechnet, meinte Dunja Leifels kurz nach Bekanntgabe ihres Wahler- folges im Café Wendelin. Nach dem Rolf Spriessler-Brander

Die frisch gewählte Bettinger Gemeinderätin Dunja Leifels Bilecen mit Blumenstrauss vor dem Brunnen auf dem Lindenplatz.

auch im zweiten Wahlgang relativ knapp gewesen sei. Das zeige, dass die Art und Weise, wie der Wahlkampf von gewissen Exponenten geführt worden sei, nicht dazu geführt habe, dass eine Person in der Bevölkerung völlig diskreditiert worden wäre. BDV-Präsidentin Eva Biland hatte mit der Niederlage ihres Kandidaten im zweiten Wahlgang gerechnet. Denn nach dem ersten Wahlgang ha- be die Polemik gegen den BDV-Kandi- daten zugenommen. Der erste Wahl- gang sei wohl der demokratischere gewesen. Dieter Kunz habe sich aber als guter Verlierer gezeigt und sie hof- fe, dass nun impolitischen Alltag wie- der Ruhe einkehre. Polemik und abgesagtes Podium Während des Wahlkampfes waren verschiedene polemische Leserbriefe erschienen. Wahlplakate wurden ver- unstaltet, umplatziert oder verstellt. Es gab Gerüchte und Anschuldigun- gen sowie bösartige Mails, wovon ei- nes zur kurzfristigen Absage einer Podiumsdiskussion geführt hatte, die die Riehener Zeitung mit beiden Kan- didierenden geplant gehabt hatte. Unter den Gästen, die der Verkün- digung des Resultats beiwohnten, be- fanden sich auch Gemeindepräsident Patrick Götsch sowie die weiteren Ge- meinderatsmitglieder Belinda Cou- sin, Eva Biland, zugleich in der Funk- tion als BDV-Präsidentin, Ueli Mauch und Marco Fini.

langen und mit harten Bandagen aus- getragenenWahlkampf sei bei ihr vor- übergehend die Euphorie verflogen, aber sie freue sich nun auf ihre Aufga- be und sei dankbar, dass sie von Akti- ves Bettingen so gut unterstützt wor- den sei. «Ich hoffe, dass ich in den kommenden zwei Jahren mit meiner Arbeit im Gemeinderat auch diejeni- gen überzeugen kann, die mich jetzt nicht gewählt haben, und dass sich die Wogen nun wieder glätten. Wir brau- chen eine Kommunikationskultur, in welcher man respektvoll miteinander und nicht spekulativ übereinander re- det», so Dunja Leifels. Gabriella Ess zeigte sich glücklich und zufrieden mit demResultat. «Bet- tingen steht vor einer guten Zukunft mit einer guten Kandidatin, die ihren Job gut machen wird», so Ess, die sich erleichtert zeigte, dass das Ergebnis

Der knapp unterlegene BDV-Kandidat Dieter Kunz (sitzend, Zweiter von links), links neben ihm sitzend BDV-Wahlkampfleiter Beat Fehr, ganz rechts der abtretende Gemeinderat Marco Fini. Fotos: Rolf Spriessler-Brander

Neues Kunstwerk für das FriedhofsmuseumHörnli: Besitzer Peter Galler und die Künstlerin Bettina Eichinmit der «Schlafenden Muse». Foto: Boris Burkhardt

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«Jugendzentren und Alkohol» das Ab- stimmungsergebnis aus den beiden Landgemeinden. Die einzige eidgenössische Ab- stimmung betraf das Energiegesetz. Hier stimmte Basel-Stadt wie die Mehrheit der anderen Kantone und hiess die Vorlage gut. Basel klar und Riehen knapp sprachen sich ebenfalls für das Energiegesetz aus, Bettingen hingegen lehnte es ab. Die Stimmbeteiligung bei der eid- genössischen Abstimmung betrug 49,2 Prozent. Bei den kantonalen Abstim- mungen war sie mit durchschnittlich 50,7 Prozent leicht höher.

lov. Basel bekommt keinen 25 Millio- nen Franken teuren Veloring. Überra- schend klar haben die Stimmberech- tigten des Kantons Basel-Stadt am letzten Sonntag die Vorlagemit einem Nein-Anteil von 58,3 Prozent abge- lehnt. Knapper wurde es bei der Vor- lage zur Änderung des Gastgewerbe- gesetzes, bei der sich eine Mehrheit von 52,4 Prozent für ein Ja entschie- den hat. Somit ist die Ausgabe von alkoholischen Getränken in Basler Jugendzentren künftig nicht mehr verboten. Während Riehen und Bet- tingen den Veloring wie Basel klar ab- lehnten, kippte die Stadt beim Thema

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