AMERIKAS
MEXIKO Schub für die Infrastruktur Die Regierung Sheinbaum hat zahlreiche Infrastrukturprojekte auf den Weg gebracht und modernisiert Zugstrecken, Verkehrsinfrastruktur, Häfen und Flughäfen. Letztere müssen fit gemacht werden für die Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft. Bahn- und Straßennetze werden modernisiert Neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben sich durch die Infrastrukturprojekte des staatlichen Wirtschaftsprogramms Plan México. So sollen bis 2030 Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von 3.400 Kilometern für den Personenver- kehr entstehen. Auch das Straßennetz wird für 18,9 Milliarden US-Dollar (US$) verbessert und ausgebaut. Dazu gehört die Instandhaltung von rund 49.000 Kilometern und die Neuasphaltie- rung von 9.400 Kilometern des Bundesnetzes. Flughäfen im Fokus Zudem sollen landesweit 62 Flughäfen moder- nisiert und ausgebaut werden. Das Transport- und Kommunikationsministerium SICT beziffert das Volumen der Gesamtinvestitionen auf 6,6 Milliarden US$. Die Flughäfen an den me- xikanischen Austragungsorten der Fußball-WM haben Priorität. In Mexiko-Stadt fließen rund 160 Millionen US$ in den Flughafen Benito Juá- rez. Für den Flughafenausbau in Monterrey sind 400 Millionen US$ vorgesehen und in Guadala- jara wird anlässlich der Fußball-WM Terminal 1 modernisiert. Wettbewerbssituation bringt Herausforderungen Die Großprojekte sind vielfach auf spezialisier- te Bauausrüstung aus dem Ausland angewie- sen. Für deutsche Anbieter ist es jedoch nicht einfach, in Mexiko Fuß zu fassen. Der Bausektor wird von lateinamerikanischen, iberischen und inzwischen auch chinesischen Baufirmen dominiert. Für Technologieanbieter ist es daher umso wichtiger, frühzeitig Kontakte zu den zu-
ständigen Behörden und zu den Hauptauftrag- nehmern zu knüpfen. Technologie muss importiert werden Der mexikanische Tiefbau benötigt generell Ausrüstungen wie Baumaschinen, Tunnel- bohrmaschinen, Portaldrehkräne, Pumpen und Generatoren. Im Straßenbau werden insbesondere Mobil- und Drehkräne, Front- lader, mobile Plattformen und Verkehrsleit- technik gebraucht. Frontlader und einfache Verkehrsleittechnik werden zum Teil im Land selbst hergestellt, während Kranausrüstung mit hoher Kapazität ausschließlich importiert wird. Der Bau und Betrieb von Häfen erfor- dern Containerkräne, Sicherheitssysteme, IT-Dienstleistungen, Planungs- und Bauleis- tungen sowie Baggerarbeiten. Schienenver- kehrsprojekte brauchen Rahmen-, Mobil- und Drehkräne, außerdem Lokomotiven, Waggons, Stahlschienen, Fahrgestelle und Anhänger, Schienenverlege- und Wartungsgeräte sowie Signalsysteme. Auch Dienstleistungen sind gefragt Deutsche Baufirmen, die als Anker fungieren könnten, sind derzeit nicht in Mexiko aktiv. Allerdings expandiert die Firma DB Engineering & Consulting im Planungsbereich von Zug- strecken. Unternehmen wie Liebherr, Kaeser, Beumer Group, Wirtgen Group, Siemens und Herrenknecht sind wichtige Technologieliefe- ranten für den mexikanischen Bausektor. Neben spezialisierten Produkten und Maschi- nen besteht auch Bedarf an entsprechenden Ingenieur- und Beratungsleistungen sowie an Software für Infrastrukturprojekte. So kam DB Engineering & Consulting als sogenannter Schattenbetreiber des Zugprojektes Tren Maya zum Einsatz und beriet in dieser Funktion unter anderem bei der Erstellung der Fahrpläne. Zu- letzt wurde das Unternehmen mit dem Design Review für die Zugstrecke zwischen Mexiko- Stadt und Querétaro beauftragt. GTAI/IHK
Fit für die Fußball- WM: Mexiko treibt die Modernisierung seiner Flughäfen voran, um steigen- de Passagierzahlen und internationale Besucherströme bewältigen zu können.
58 MILLIARDEN US$ an Investitionen sind schätzungs- weise zur Realisie- rung der Zug- projekte des Plan México erforderlich. QUELLE: BNAMERICAS
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IHK Global Business 02/2026
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