IHK-Global Business Ausgabe 2/2026

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Transparenz erfor- derlich: Humanoide Roboter kommen in vielen Lebensbereichen zum Einsatz und er- setzen – mit KI-Sprach- modellen ausgestattet – immer häufiger echte Menschen. Doch wie funktioniert das „Ge- hirn“ hinter der Maske?

Welche Regeln gelten weltweit Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich exponentiell und wird im Alltag immer präsenter. Gleichzeitig wächst die Sorge über deren mögliche negative soziale, ethische oder gesundheitliche Auswirkungen. Die EU und immer mehr Länder haben damit begonnen, die Entwicklung und Nutzung von KI zu regulieren. Wie ist der aktuelle Stand und was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

EU: Regeln treten stufenweise in Kraft

Mit dem rasanten Fortschritt der KI-Technologien hat das Thema weltweit an rechtlicher Relevanz gewonnen. Einige Staaten haben bereits spezielle KI-Gesetze verabschiedet, andere arbeiten an Gesetzesentwürfen oder passen ihren Rechtsrahmen an. KI wirkt sich auf zentrale Rechtsberei- che wie Datenschutz, Menschenrechte und rechtsstaat- liche Prinzipien aus. Unternehmen, die KI-Technologien entwickeln, anwenden oder damit handeln, müssen sich auf immer neue Verpflichtungen einstellen. Daneben sollen aber auch die positiven Eigenschaften der KI und damit verbunden Chancen genutzt werden. Einige Länder haben in ihre Gesetzgebung daher auch Förderprogramme für Innovationen und Investitionen integriert. Wir haben uns die Regulierungen in wichtigen Märkten wie der EU, dem Vereinigten Königreich, den USA, Korea und China angeschaut und bieten einen Überblick über den Stand der KI-Gesetzgebung weltweit.

Mit dem AI Act schuf die EU erstmals verbindliche Regeln für Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Verordnung (EU) 2024/1689 trat am 2. August 2024 in Kraft und wird schrittweise bis 2027 voll anwendbar. Ziel ist es, Risiken zu begrenzen und zugleich Innovationen zu ermöglichen. Herzstück ist ein risikobasierter Ansatz: Systeme mit inakzeptablem Risiko („verbotene Praktiken“) – etwa zur Aufzeichnung des Verhaltens der Bürger, zur Verhaltens- manipulation oder zum „Social Scoring“ – sind in der EU seit dem 2. Februar 2025 verboten. Als Hochrisiko-KI gelten Systeme, die ein erhebliches Risiko für die Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte von Menschen bergen, wie etwa beim Einsatz in kritischer Infrastruktur oder im Personalwesen. Diese werden sehr

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IHK Global Business 02/2026

ihk.de/rhein-neckar

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