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POLEN Neues Pfandsystem bedeutet mehr Aufwand
Verpackungen auf dem Markt bringen. Den Verbrauchern entstehen keine zusätzlichen Kosten, da ihnen das Pfand bei der Rückgabe zurückerstattet wird. Das Pfandsystem bringt verwaltungsrechtli- che Herausforderungen mit sich. Zum einem muss eine präzise Pfandverfolgung bestehen und zum anderen eine korrekte Anpassung der Mehrwertsteuerbemessungsgrundlage für nicht zurückgegebene Pfande erfolgen. Dazu kommt die Koordinierung zwischen Herstel- lern, Betreibern, Einzelhändlern und Steuer- behörden. Die Unternehmen müssen ihre Rechnungslegungssysteme anpassen, damit die Mehrwertsteuervorschriften des Pfand- systems eingehalten werden. Dann muss eine transparente Berichterstattung möglich sein, damit Strafen wegfallen. GTAI/IHK Informationsseite des polnischen Klima- und Umweltministeriums „Was ist das Pfand- system?“ (auf Polnisch): gov.pl/web/klimat/system-kaucyjny
Seit dem 1. Oktober 2025 gibt es in Polen ein Pfandsystem für Getränke- verpackungen. Für Unternehmen gibt es einiges zu beachten. Das Pfandsystem wurde durch das Gesetz vom 27. November 2024 zur Änderung des Gesetzes über die Bewirtschaftung von Ver- packungen und Verpackungsabfällen und bestimmter anderer Gesetze eingeführt. Grundlage war die Richtlinie (EU) 2019/904 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Verringerung der Auswirkungen be- stimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt (die sogenannte SUP-Richtlinie). Das Pfandsystem umfasst Einwegverpa- ckungen aus Kunststoff mit einem Fassungs- vermögen von bis zu 3 Litern, Metalldosen mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1 Liter und Mehrweg-Glasflaschen mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1,5 Litern. Die Kosten für die Einführung und Auf- rechterhaltung des Pfandsystems werden von Unternehmern getragen, die Getränke in
Pfandpflicht für Getränke- verpackungen gestartet: Händler und Hersteller stellt der zusätzliche Verwal- tungsaufwand vor Heraus- forderungen.
KROATIEN Förderpaket für gewerbliche E-Fahrzeuge
Seit dem 15. Oktober 2025 können Unternehmen und Handwerksbetriebe in Kroatien Zuschüsse für den Kauf von Elektro- fahrzeugen beantragen. Gefördert werden bis zu 40 Prozent des Fahr- zeugwerts, maximal bis zu einem Nettopreis von 50.000 Euro. Damit reichen die bereitgestellten Mittel Schätzungen zufolge für den Kauf von rund 2.350 Fahrzeugen. Die Nachfrage ist groß: Bereits nach wenigen Tagen waren 2.000 Anträge für eine Kofinanzierung von 2.800 Fahr- zeugen beim Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz eingegangen. Eine weitere Runde über etwa 45 Millionen Euro für Taxis und Fahrzeuge von Lie- ferdiensten wird bereits vorbereitet. Kroatien liegt bei der Elektrifizie- rung des Verkehrs deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Laut der Europäi- schen Beobachtungsstelle für alterna-
tive Kraftstoffe beträgt der Anteil von vollelektrischen Pkw an der Gesamt- flotte nur 0,5 Prozent. Der EU-Durch- schnitt liegt bei 2,2 Prozent. Dem kroatischen Branchenverband Strujni krug zufolge könnte die För- dermaßnahme die Zahl der Elektro- fahrzeuge bis Ende 2026 verdoppeln. Gefördert werden ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge, keine Plug-in-Hybride. Für deutsche Anbieter von Lade- infrastruktur, Fuhrparkmanagement und Elektrofahrzeugen eröffnen sich in Kroatien durch das Programm neue Chancen. Gleichzeitig bleibt der Markt herausfordernd: Der Ausbau des Stromnetzes hinkt dem wachsenden Bedarf hinterher, die Netzspannung ist vielerorts unzureichend. Ohne Investitionen in die Netzinfrastruktur droht die Verkehrswende in Kroatien ins Stocken zu geraten. GTAI/IHK
Kroatien zählt bei vollelektrischen Pkw zu den Schlußlichtern Europas Prozentualer Anteil am Pkw-Bestand
Dänemark (Rang 1)
12,04
Deutschland (Rang 7)
3,36
EU-27 Durchschnitt
2,22
Kroatien (Rang 24)
0,51
0,26
Polen (Rang 27)
0
5
10 15
QUELLE: EUROPEAN ALTERNATIVE FUELS OBSERVATORY (EAFO), 2025
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IHK Global Business 01/2026
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