AMERIKAS
USA Flaute bei Pumpen und Kompressoren
Verfügung stellt. Hinzu kommen die beiden Bundesprogramme „Clean Water State Revolving Fund” (CWSRF) und „Drinking Water State Revolving Fund“ (DWSRF). Der Öl- und Gassektor erfährt seit dem Amtsantritt Donald Trumps starken Rückenwind. Bereits an sei- nem ersten Amtstag unterzeichnete der Präsident ein Dekret, mit dem er den nationalen Energienotstand ausrief. Die Gesellschaften können in Folge mit deutlich vereinfachten und beschleunigten Genehmigungs- verfahren rechnen. Doch der niedrige Ölpreis führte – vorerst zumindest – zu einer Investitionszurückhaltung. Viele Projekte rechnen sich schlicht nicht. Die Pumpen- und Kompressoren- branche hat in den letzten Jahren einen Konsolidierungsprozess durch- laufen. Dennoch prägen nach wie vor kleine Unternehmen das Geschehen. Marktführer 2024 war laut IBIS World
Ingersoll Rand mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden US$. Die beiden näch- stgrößeren Konkurrenten – Atlas und Mitsui – bringen es auf einen Wert von rund einer halben Milliarde US$. Gemeinsam halten die drei Herstel- ler einen Marktanteil von 9 Prozent. Grundsätzlich ist die Einfuhrabhän- gigkeit hoch. Mexiko ist traditionell der wichtigste Zulieferer, weitere wichtige Lieferländer sind Japan und Kanada. Deutschland lieferte 2024 Pumpen und Kompressoren im Wert von 2,4 Milliarden US$ in die Vereinigten Staaten und erreichte damit Rang 3 der Einfuhrstatistik. In den ersten sieben Monaten 2025 gingen die ent- sprechenden Einfuhren um 1 Prozent zurück. Damit ist die Branche noch mit einem blauen Auge davonge- kommen. Insgesamt schrumpften in dem Zeitraum die Lieferungen aller Maschinen „made in Germany“ um 10 Prozent. GTAI/IHK
Vor allem die Unsicherheiten in Bezug auf die US-Handelspoli- tik führen dazu, dass viele Manager Investitionsentscheidungen auf- schieben. Infolgedessen zeigt auch der Markt für Pumpen und Kompressoren derzeit nur eine verhaltene Entwicklung. Gleichzeitig hat sich die Konjunktur abgeschwächt, was sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die Konsumenten agieren daher zurückhaltender, und Unter- nehmen sehen sich gezwungen, ihre Absatzprognosen nach unten zu korrigieren. Die wichtigsten Abnehmerbranchen für Pumpen und Kompressoren sind laut Angaben des Marktforschungs- unternehmens IBIS World das ver- arbeitende Gewerbe, der Versorgungs- sektor, die Öl- und Gasindustrie sowie der Bau- und Bergbausektor. In der Industrie wachsen zwar einige Bran- chen gegen den Trend, vor allem der Halbleiter- und Pharmasektor. Aber in zahlreichen anderen Branchen herrscht Flaute. Dies gilt insbesondere für den Bau- sektor, der sich bereits in einer Rezes- sion befindet. So gingen die wert- mäßigen Bauleistungen in den ersten sieben Monaten 2025 um nominal gut 2 Prozent zum Vorjahreszeitraum zurück, berichtet das nationale Sta- tistikamt. Im privaten Wohnungsbau ist die Anzahl der Baustarts zwischen Februar und August 2025 um fast ein Fünftel zurückgegangen. Besserung ist nicht in Sicht. Doch im Wassersektor, einer für die Hersteller von Pumpen und Kompressoren besonders wichtigen Abnehmerbranche, herrscht nach wie vor Aufwind. Er profitiert noch immer vom 2021 erlassenen Infrastructure Investment and Jobs Act (IIJA), der rund 50 Milliarden US-Dollar (US$) für die Modernisierung und den Ausbau der Wasserwirtschaft zur
Ein Schlüsselmarkt für Pumpenhersteller: Der Öl- und Gassektor dürfte mittelfristig unter der aktuellen Trump-Administration neuen Auftrieb erhalten.
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IHK Global Business 01/2026
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