IHK-Global Business Ausgabe 1/2026

AMERIKAS

KANADA Schienenwege für den Bergbau

Hafenanlagen. Perspektivisch könnte auch die bestehende Infrastruktur in Sept-Îles eine Rolle spielen, etwa für den Materialtransport oder die Weiterverarbeitung. Kupfer für die Energiewende Auch das McIlvenna Bay Copper-Zinc Project in Saskatchewan zeigt, wie eng Bergbau und Bahnlogistik verknüpft sind. Als erstes „Net- Zero“-Kupferprojekt Kanadas, das auf klima- neutrale Förderung und Verarbeitung abzielt, wurde es vom Major Projects Office priorisiert – einer Bundesstelle, die große Infrastrukturvor- haben im nationalen Interesse koordiniert und beschleunigt. Die geförderten Rohstoffe sollen per Schiene über die Hudson Bay Railway zur geplanten Verarbeitungsanlage in Manitoba transportiert werden – ein interprovinzieller Güterverkehr mit hohem Anspruch an Technik und Sicherheit. Unter anderem ergeben sich Chancen bei Wartungssystemen für Langstre- ckentransporte, bei Sicherheitstechnik im Ge- fahrgutverkehr oder bei Güterwaggons speziell für kritische Mineralien. Rohstoffinfrastruktur wird gefördert Die kanadische Regierung unterstützt solche Projekte gezielt über den Critical Minerals In- frastructure Fund und die Canada Infrastructure Bank. Beide Programme fördern Vorhaben, die zur Erschließung und zum Transport strategisch wichtiger Rohstoffe beitragen – insbesondere, wenn sie Bahnanschlüsse oder multimodale Logistiklösungen integrieren. Kanada bietet spezialisierten deutschen Unter- nehmen daher vielfältige Chancen. Besonders gefragt sind Anbieter, die sich in komplexe Projekte integrieren können – etwa über lokale Partnerschaften oder als zertifizierte Zulieferer. Neu ist, dass bei Bundesvergaben künftig eine „Buy Canadian Policy“ gilt, deren Umsetzung im November 2025 begann. Die Praxis ist allerdings uneinheitlich, da für manche Projekte keine Local- Content-Vorgaben genannt wurden, bei anderen hingegen Vorgaben bestehen. So musste bei- spielsweise Alstom bei einem Projekt in Otta- wa 25 Prozent der Wertschöpfung in Kanada erbringen. Generell gilt: Bundesprojekte bieten tendenziell offenere Zugänge, bei Provinz- projekten lohnt ein genauer Blick auf lokale Anforderungen. GTAI/IHK

Bodenschätze auf die Schiene gebracht: Kanada investiert in Infra- strukturprojekte, die den Transport strategisch wich- tiger Rohstoffe erleichtern.

Kanada investiert in den kommenden Jahren massiv in den Ausbau seiner

Bahn- und Schieneninfrastruktur – nicht nur im Personenverkehr, sondern auch im Gütertrans- port, insbesondere im Zusammenhang mit dem strategischen Aufbau einer heimischen Batterie- wertschöpfung. Für deutsche Unternehmen mit Spezialisierung auf Bahntechnik, Digitalisie- rung, Infrastruktur und Umweltlösungen ergeben sich daraus viele Einstiegsmöglich- keiten. Seltene Erden mit Anschlussbedarf Insbesondere dort, wo die Bahn Teil der strategischen Rohstofflogistik wird, winken Marktchancen. Denn Kanada verfolgt das Ziel, eine vollständige Batteriewertschöpfungsket- te im eigenen Land aufzubauen – vom Abbau seltener Erden über die Verarbeitung bis zur Zellenproduktion. Dafür werden neue Minen erschlossen, die effizient und nachhaltig ans nationale Verkehrsnetz angebunden werden müssen. Ein Beispiel ist das Strange Lake Rare Earth Project von Torngat Metals in der Grenz- region zwischen Québec und Labrador. Die Mine soll ab 2028 in Betrieb gehen und wird bereits mit rund 120 Millionen US-Dollar (US$) von der Canada Infrastructure Bank und Export Development Canada gefördert. Geplant sind eine 170 Kilometer lange Zufahrtsstraße und

49.000 KILOMETER umfasst die Gesamtlänge des kanadischen Schie- nennetzes derzeit. QUELLEN: STATISTICS CANADA, TRANSPORT CANADA 2025

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IHK Global Business 01/2026

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