IHK-Global Business Ausgabe 1/2026

MENA/AFRIKA

MITTELMEERANRAINER / EU Neuer Pakt für das Mittelmeer

Wasser, Digitalwirtschaft, Kreislaufwirtschaft und Clean Tech. Die EU will dabei private Investitionen über das NDICI-Global Europe-Instrument und den Global Gateway Investment Hub mobilisieren. 3. Energie & Klima: Unterstützung von Energie- partnerschaften mit Nordafrika, insbesondere in den Bereichen grüner Wasserstoff (Marokko, Ägypten), Solar- und Windkraft (Tunesien) sowie Stromnetze und Wasserstoffkorridore zwischen Nordafrika und Südeuropa. 4. Sicherheit & Migration: Zusammenarbeit beim Grenzmanagement, bei der Terrorismus- und Schleuserbekämpfung sowie bei der Förderung legaler Migrationswege. Schwerpunktländer sind Libyen, Tunesien und Ägypten. 5. Wissenschaft & Umwelt: Gemeinsame Projekte zur Anpassung an den Klimawandel, zur Wassersicher- Der Pakt verfügt über kein eigenes Budget, sondern bündelt bestehende Programme. Mittel stammen unter anderem aus dem NDICI-Global Europe-Instrument sowie aus Beiträgen der Mitgliedstaaten und internationalen Entwicklungsbanken. Private Investitionen sollen durch öffentliche Entwicklungsfinanzierung und EU-Garantien unterstützt werden. Der „Neue Pakt für das Mittelmeer“ wird als gemeinsamer politischer Rahmen zwischen der EU und der südlichen Nachbarschaft verstanden, in enger Abstimmung mit der Union für das Mittelmeer (UfM), der Europäischen In- vestitionsbank (EIB) und Institutionen wie dem European Institute of the Mediterranean (IEMed) und der Euro- Mediterranean Study Commission (EuroMeSCo). Laut der Kommission soll der Pakt „einen Raum gemein- samen Wohlstands und stabiler Partnerschaften“ schaffen. Erste regionale Dialogforen mit den Mittelmeerstaaten sind für Anfang 2026 geplant. Die offizielle Annahme des Pakts fand am 28. November 2025 statt, im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums des Barcelona-Prozesses. Dieser bildete den Vorläufer der UfM. heit und zum Schutz der Meeresumwelt. Finanzierung, Rahmen und Ausblick

Mit dem „New Pact for the Mediterranean“ vertieft die EU ihre Beziehungen zur südlichen Nachbar- schaft. Es geht unter anderem um private Investitionen, Energie und Migration. Die Europäische Kommission hat am 16. Oktober 2025 den „Neuen Pakt für das Mittelmeer“ (New Pact for the Mediterranean) vorgestellt. Damit will die EU ihre politi- schen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen zu den Ländern des südlichen Mittelmeerraums auf eine neue, strategische Grundlage stellen. Zu der Region gehören Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien und Tunesien. Der Pakt soll die bisherige „Neue Mittelmeeragenda“ von 2021 weiterentwickeln und die EU-Nachbarschaftspolitik enger mit den Zielen der Infrastrukturinitiative Global Gateway und dem Green Deal verzahnen. Mit dem Green Deal will die EU bis 2050 klimaneutral werden. Die fünf Fokusbereiche des Pakts Der Neue Pakt für das Mittelmeer setzt fünf Schwerpunkte: 1. Menschen & Mobilität: Ausbau von Bildungs- und Ausbildungsprogrammen, Talent-Partnerschaften, Jugendinitiativen und akademischem Austausch. 2. Wirtschaft & Investitionen: Förderung nachhaltiger Wertschöpfungsketten in Bereichen wie Energie, Neuer EU-Pakt soll Kooperation mit Staaten des südlichen Mittel- meers stärken. Im Bild: Kaja Kallas, Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der Kommission (links) und Dubravka Šuica, Mitglied der Kommission für den Mittel- meerraum.

Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument (NDICI):

 commission.europa.eu/funding-tenders/find-funding/eu- funding-programmes/global-europe-neighbourhood- development-and-international-cooperation-instrument_en

Global Gateway Investment Hub:

 international-partnerships.ec.europa.eu/investment-hub_en

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IHK Global Business 01/2026

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