EUROPA
EUROPÄISCHE UNION „Europa ist und bleibt ein unschätzbarer Wert“
KMU echten Nutzen bringt, und spür- bare Entlastung bei Berichtspflich- ten und Regulierung. Wenn wir das gemeinsam anpacken, kann Europa seine Wettbewerbsfähigkeit lang- fristig sichern und seinen Platz in der globalen Wirtschaft behaupten – und Unternehmerinnen und Unternehmer wieder das tun, was sie am besten können: Ideen in Wertschöpfung ver- wandeln. Das Europäische Parlament der Unternehmen hat in drei Sitzungen über die Themen „Europas Handels- strategie in einem sich wandeln- den Umfeld“, „Marktzugang für Wachstum und Investitionen“ und „Dekarbonisierung durch wettbe- werbsfähige Industrie“ beraten und abgestimmt. Uns würden die Antwor- ten der Unternehmen auf ein paar ausgewählte Fragen sehr interessie- ren. Konkret diese: Tut die EU genug, um Ihrem Unter- nehmen durch Freihandelsabkom- men mit Drittländern dabei zu helfen, geopolitische Risiken zu bewältigen? Hofmann: Die Unternehmen haben in dieser Frage deutlich gemacht, dass die EU mehr tun muss. Allerdings geht es nicht darum, Einzelfälle zu regeln, sondern einen Rahmen zu setzen. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die weltweite Konjunkturschwäche stellen die europäische Wirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Vor diesem Hin- tergrund ist es von zentraler Bedeu- tung, alle Möglichkeiten zu nutzen, um den internationalen Handel zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen langfris- tig zu sichern. Die Zuständigkeit der Europäischen Union muss es ermöglichen eine strategische Außenhandelspolitik
Entscheidungsträgern platzieren? Paul Hofmann: Ich komme mit vielen Eindrücken aus Brüssel zurück – be- eindruckt, begeistert, aber auch nach- denklich. Beeindruckt haben mich die intensiven Gespräche und der spürbare europäische Geist. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten merkt man, wie wichtig ein starkes Bekenntnis zu Europa ist – denn es steht immer auch für Stabilität und Freiheit. Begeistert hat mich der gemeinsame Wille, Europa wirtschaftlich stark und wettbewerbsfähig zu halten. Beson- ders im Fokus standen die kleinen und mittleren Unternehmen – sie sind das Fundament unserer Wirtschaft und brauchen endlich wieder mehr Freiraum zum Gestalten statt immer neue Auflagen. Gleichzeitig bleibe ich nachdenk- lich: Werden wir und die politischen Entscheidungsträger die notwendi- gen Reformen und Vereinfachungen rechtzeitig umsetzen können? Es geht um einen funktionierenden Binnen- markt, um freien Welthandel, um weniger Regulierung und Bürokratie – und letztlich um mehr Dynamik und Vertrauen in die unternehmeri- sche Kraft, in den wirtschaftlichen Sachverstand und die Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft. Mein Fazit: Europa ist und bleibt ein unschätzbarer Wert – wirtschaft- lich, politisch und gesellschaftlich. Die Unternehmen, das Handwerk, der Handel und die Industrie tragen maßgeblich dazu bei, diesen Wert zu sichern. Die Botschaft der Unternehmen in Brüssel war eindeutig: Wir brauchen eine ambitionierte Handelsagenda mit neuen Abkommen und echtem Freihandel, einen wirtschaftlich trag- fähigen Ansatz für Nachhaltigkeit, einen Binnenmarkt, der gerade für
Paul Hofmann im Hémicyle, dem Plenar- saal des EU-Parlaments in Brüssel, stärkte als Mitglied der deutschen Delegation die Stimme der europäischen Wirtschaft.
Am 4. November 2025 tagte in Brüssel das „Europäische Parlament der Unternehmen“ (EPdU). Wir sprachen mit Paul Hofmann, Vorstand der Berrang SE in Mann- heim und Mitglied der Vollversamm- lung der IHK Rhein-Neckar über seine Eindrücke als Teilnehmer der deutschen Delegation. Herr Hofmann, Sie haben sich vor wenigen Wochen zwei Tage Zeit ge- nommen, um in Brüssel gemeinsam mit fast 750 weiteren Unternehme- rinnen und Unternehmern Flagge für die europäischen Unternehmen gegenüber hochrangigen Vertretern der EU-Kommission und des Euro- paparlaments zu zeigen. Wie ist Ihr Eindruck? Wie gut konnte das Euro- päische Parlament der Unternehmen die Themen der Wirtschaft bei den
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IHK Global Business 01/2026
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