IHK-Magazin Ausgabe 1/2026

AUS DEN UNTERNEHMEN

LUDWIG Café, Restaurant und Bar unter einem Dach

Der „Ludwig“: Ein quirliges Zentrum der Gastlichkeit in der Mosbacher Altstadt. Wenn da nicht der Mindestlohn und ein verändertes Ausgehverhalten wären.

Azubi für die Küche gewonnen. Doch generell sei Personal schwer zu finden. Staatliche Vorgaben machen dem Gewer- be zusätzlich das Leben schwer – Stichworte Arbeitszeit und Mindestlohn. Das Dilemma laut Simon Heidmann: Aus- hilfen bekommen mehr Geld als Festangestellte, die ihren Lohn versteuern. Wollte man den festen Kräften höhere Löhne zahlen, müsste man die Preise erhöhen. „Das ist nicht durchsetzbar“. Zudem habe sich das Aus- gehverhalten geändert. Viele junge Leute bleiben eher zu- hause. „Gehen sie dann doch einmal aus, suchen sie das Event, das Erlebnis“, so Simon Heidmann weiter.. Wenn das Angebot stimmt, werde aber durchaus Geld ausgegeben. „Die Menschen bringen der Gastronomie Respekt ent- gegen.“ Dafür müsse man aber qualitativ immer „top“ sein. Und das an sieben Tagen in der Woche, von 9.30 bis 23 Uhr oder länger. Dafür arbeiten die drei Partner seit Jahrzehnten mit großer Lei- denschaft und gegenseitiger Toleranz. So soll es weiter- gehen. Auch Klaus Reger, mit 65 Jahren der Älteste im Trio, denkt noch nicht ans Aufhö- ren: „Wir haben immer neue, spannende Ideen. Da geht noch was.“ SB

Klaus Reger (links), Petra Biehler-An- derer und Simon Heidmann bieten in Mosbach seit 1991 den Gästen ein „Zu- hause bei Ludwig“.

W enn Klaus Reger den Kopf aus seiner Küche streckt und im voll- besetzten Gastraum die vielen fröhlichen Menschen bei einem Getränk oder einem guten Essen sieht, dann ist er zufrieden: „Das ist die Gastro- nomie, die uns Spaß macht. Wir wollen Menschen Freude bereiten.“ Seit dreieinhalb Jahrzehnten betreiben Reger, Petra Biehler-Anderer und Simon Heidmann das Restau- rant Ludwig in Mosbach. Die Speisekarte haben sie immer wieder dem sich wandelnden Geschmack der Gäste ange- passt. Aber das Konzept sei dasselbe wie am ersten Tag: „Wir wollen Qualität liefern, mit gutem Service und Emo- tion“, betont Simon Heidmann. Schon am Vormittag ist die helle, modern eingerichtete einstige Brauereigaststätte am Ludwigsplatz voll. Man trifft

sich dort zum Frühstück; am Mittag sorgt eine Tageskarte mit wechselnden Gerichten für ein volles Haus, am Abend ist gepflegtes Essengehen angesagt, das gern mit einem Cocktail an der Bar ausklingt. Die Studenten der nahen Dua- len Hochschule sind ebenso gern gesehene Gäste wie ihre Dozenten. Beschäftigte aus den Büros und Läden treffen sich im Ludwig. „Im Nebenraum ein 80. Geburtstag und vorne eine Party, das passt alles“, schmunzelt Reger. Alle Gene- rationen sind vertreten, auch Kinder seien sehr willkommen. „Hier geht es lebendig zu. Eben ‚Zuhause bei Ludwig“, betont Petra Biehler-Anderer. Klingt alles perfekt. Jedoch: Leicht verdientes Geld gibt es in der Gastronomie nicht – auch nicht im „Ludwig“. Zum Glück hat man gerade einen

Wir haben immer neue, spannende Ideen. Da geht noch was.

Klaus Reger

ludwig-mosbach.de

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IHK Magazin Rhein-Neckar 01 | 2026

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