RZ_KW18_2017

AZA 4125 Riehen 1

5. MAI 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 18

Redaktion und Inserate: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehener-zeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Frost: Kirschen, Äpfel und Trauben sind der Kälte zum Opfer gefallen SEITE 2

Interview: Peter Zumthor über Architektur, Familie und Schönheit SEITE 9

Dorfplatz: So viel Natur auf so engem Raum gibts nur am Naturmärt SEITE 11

Taekwondo: Maria Gilgen startet an Poomsae-EM erstmals für die Schweiz SEITE 17

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FONDATION BEYELER Tag der offenen Tür mit Präsentation des Zumthor-Projekts und Öffnung des Iselin-Weber-Parks

«Die Fondation wächst näher ans Dorf»

Heute Freitag erhält die Riehe- ner Bevölkerung Gelegenheit, die Fondation Beyeler bei freiem Eintritt zu besuchen, Peter Zumthors Projekt für den Erweiterungsbau zu betrachten und sich den Iselin- Weber-Park anzusehen. DasWichtigste vorweg: Die Fondation Beyeler, so wie sie heute steht und be- trieben wird, bleibt so wie sie ist. Im von Renzo Piano entworfenen Muse- umsgebäude werden auch zukünftig in der Regel drei Sonderausstellungen pro Jahr gezeigt. Was der Fondation bisher aber fehlt, ist mehr Platz für die Werke der eigenen Sammlung sowie geeignete Räumlichkeiten für Veran- staltungen. «Wenn wir eine Sonder- ausstellung aufbauen, müssen wir Ausstellungsräume vorübergehend schliessen und viele wichtige Werke unserer Sammlung sind dannnicht zu sehen», erklärt Fondation-Direktor Sam Keller ein Problem. Abgesehen davon, dass zu viele Werke der Samm- lung im Magazin schlummern wür- den, anstatt öffentlich zugänglich zu sein. Kulturelle Veranstaltungen und die Kunstvermittlung zählten heute neben der allgemeinen Ausstel- lungstätigkeit zu den Hauptanliegen eines besucherfreundlichen Muse- ums, so die Verantwortlichen weiter. Im heutigen Museumsbau existierten dafür jedoch keine geeigneten Räu- me, weshalb heute Veranstaltungen und Anlässe in den Ausstellungsräu- men durchgeführt werden müssten. Drei neue Gebäude Mit dem Kauf des Iselin-Weber- Parks hat sich für die Fondation die Chance eröffnet, ihre Möglichkeiten zu erweitern, und zwar in Form von drei neuen Gebäuden am Bachtelen- weg. Direkt angebaut an die Liegen- schaft Baselstrasse 67 mit dem Res- taurant «Han» im Parterre ist ein Servicegebäude mit Anlieferung ge- plant. Etwas weiter hinten am Bach- telenweg, unterirdisch mit dem Ser- vicebau verbunden, soll es ein Ausstellungsgebäude mit drei Stock- werken geben, das mit grossen Fens- tern viel Seitenlicht einlässt und spek- takuläre Blicke in den angrenzenden Park bietet, dessen Baumbestand und Charakter erhaltenbleiben sollen. Der Rolf Spriessler-Brander

Das Erweiterungsprojekt der Fondation Beyeler von Atelier Peter Zumthor aus zwei Perspektiven: Das Bild links zeigt das Haus für Kunst vom Iselin-Weber-Park aus gesehen, das Bild rechts das Haus für Kunst und den Pavillon (rechts) vom Berower Park aus gesehen. Fotos: Courtesy Atelier Peter Zumthor & Partner

nahme des Verkehrsaufkommens durch die Realisierung des Projektes. Es folgen die Behandlung der Bau- rechtsvorlage durch das Gemeinde- parlament und ein generelles Baube- gehren zur weiteren Abklärung. Die Finanzierung des Vorhabens, für die samt Unterhalt und Betriebskosten rund hundert Millionen Franken ver- anschlagt werden, sei zwar auf einem guten Weg, sagt Sam Keller, doch sei man auf weitere Geldgeber angewie- sen, bis man die Realisierung in An- griff nehmen könne. Ein Interview mit Architekt Peter Zumthor findet sich auf Seite 9 dieser RZ-Ausgabe. Frei zugänglich ist heute Freitag für die Riehener Bevölkerung auch der Iselin-Weber-Park, an dessen Rand der Neubau der Fondation Beyeler geplant ist und der nach Er- öffnung des Neubaus frei öffentlich zugänglich sein wird. Die Pläne und Modelle von Peter Zumthor sind bis am Sonntag in der Fondation Beyeler zu sehen und werden danach vom Mittwoch, 10. Mai, bis Dienstag, 23. Mai, im oberen Foyer des Gemeindehauses ausgestellt sein (Wettsteinstrasse 1, Montag bis Freitag, 8–12 Uhr und 14–16.30 Uhr).

am Mittwoch war der Riehener Ein- wohnerrat über das Projekt informiert worden. Dieser muss über einen Bau- rechtsvertrag befinden, da sich der Pavillon auf einer Parzelle der Ge- meinde befinden wird. Die Parzelle beherbergte bis vor einiger Zeit einen Standort der Gemeindegärtnerei und ist seither weitgehend ungenutzt. Mit Befriedigung zur Kenntnis ge- nommen habe der Gemeinderat auch, dass der Erweiterungsbau vor allem den Museumsbesuch in qualitativer Hinsicht verbessern und nicht primär mehr Besucher anlocken solle, so Al- bietz weiter. Entsprechend rechne man nicht mit einer wesentlichen Zu-

Park mit seinem prachtvollen Baum- bestand und dem Seerosenteich, der etwa noch einmal die Grösse des heutigen Museumsparks umfasse, werde während den Museumsöff- nungszeiten frei öffentlich zugänglich sein. So entstehe im Herzen Riehens ein neuer grüner Erholungsraum. Der Bachtelenweg wird einen offeneren Charakter erhalten, aber wie bisher für Anwohner, Landwirte, Velofahrer und Spaziergänger zu den Langen Erlen hin offen bleiben. Das Projekt von Peter Zumthor sei ein grosser Wurf, fasst Sam Keller zusammen. Als er nach dem Ent- scheid der Wettbewerbsjury dem Museumsarchitekten Renzo Piano die Pläne Zumthors gezeigt habe, habe Piano zufrieden gesagt: «Der hats verstanden.» Zumthors Projekt sei eine Weiterentwicklung der Fon- dation mit anderen Mitteln – nicht eine Kopie des Bestehenden, sondern eine dazu passende Weiterführung und Ergänzung. Lob des Gemeinderates «Der Gemeinderat gratuliert der Fondation Beyeler zu diesem schö- nen, hochwertigen Projekt und be- grüsst das Vorhaben, weil es der Fon- dation die gewünschte Entwicklung ermöglicht, aber auch der Gemeinde Riehen viel bringt», sagte Gemeinde- rat Daniel Albietz an der grossen Pres- sekonferenz vom Donnerstag. Bereits

Y-förmige Bau ist das Herzstück des Neubauprojektes, das vom Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen worden ist. Es wird ein reines Ausstel- lungsgebäude sein, in welchemWerke der Sammlung Beyeler gezeigt werden sollen. Die Fassade soll aus Jurakalk bestehen, der in Schichten von Hand aufgetragen wird und wie eine Stein- oder Felswand wirkt. Drittes Element des Neubaupro- jektes ist ein einstöckiger Pavillonbau an der Ecke Bachtelenweg/Beyeler- wegli mit grossen Glasfassaden zum Museumspark hin. Im Sommer könn- te der Pavillon nach aussen geöffnet werden. «Tagsüber soll dieser Pavillon für alle frei zugänglich sein, ohne Restauration oder Konsumations- zwang, als Aufenthaltsort», erklärt Sam Keller. Der Pavillon eigne sich aber vor allem auch als Veranstal- tungsort für Konzerte, Vorträge, Ban- kette und so weiter. «Dafür fehlen uns bisher Räume mit geeigneter Infra- struktur oder auch mit einer entspre- chenden Akustik.» Öffentlicher Park für Riehen Mit dem Neubau, der die kleinräu- mige, durchlässige Dorfstruktur Rie- hens aufnehme, wachse die Fonda- tion näher ans Dorf, schwärmt Sam Keller, wovon sowohl die Fondation und deren Besucher als auch das Dorf und seine Einwohner profitieren wür- den. Der bisher private Iselin-Weber-

«Riehener Tag» in der Fondation Beyeler rs. Heute Freitag, 5. Mai, ist für die Riehener Bevölkerung «Tag der offe- nen Tür» in der Fondation Beyeler. Anlass dafür ist die öffentliche Prä- sentation des Projektes von Architekt Peter Zumthor für den geplanten Er- weiterungsbau der Fondation am Bachtelenweg. In den vergangenen Tagen ging eine Karte der Fondation Beyeler an alle Riehener Haushalte. Die Karte ist ein Eintrittsgutschein für zwei Personen. Kinder und Ju- gendliche bis 25 Jahre haben auch ohne Karte freien Eintritt. Die Pro- jektausstellung befindet sich im Sou- terrain des Museums.

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Das Erweiterungsprojekt der Fondation Beyeler von Atelier Peter Zumthor: Haus für Kunst, Ausstellungsraum. Foto: Courtesy Atelier Peter Zumthor & Partner © Successió Miró / Calder Foundation, New York / Art Ressource, NY / 2017, ProLitteris, Zürich

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