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HANDICAPTAUCHEN Der Riehener Patric Huber tauchte in Ägypten eine Woche lang mit behinderten Menschen

Hier hat Frankreich die Nase klar vorn lov. Der beliebten Praxis des Tau- chens für Menschen mit Behinde- rungen mangle es oft an der Akzep- tanz oder an der Barrierefreiheit, bestätigt der Riehener Tauchlehrer PatricHuber gegenüber der Riehener Zeitung. Dass er seine Ausbildung zumBehindertentauchlehrer bei der Fédération Française d'études et de Sports Sous-Marins machen konnte, ist kein Zufall, da diese Art von Tau- chen in Frankreich ungleich populä- rer als in der Schweiz ist. Das hat nicht zuletzt mit dem französischen Behindertengleich- stellungsgesetz zu tun, da anders als hierzulande nicht nur arbeits- und zivilrechtliche, sondern auch gesellschaftliche Themen wie Sport und Freizeit abdeckt. Des- halb ist in unserem Nachbarland die Ausbildung zum Behinderten- tauchlehrer kostenlos, was in der Schweiz und in Deutschland nicht der Fall ist. «Es geht in Frankreich nicht darum, so schnell wie mög- lich viel Geld zu verdienen – es geht um die Sache», erklärt Huber. Ein solch nachhaltiges Vorgehen schaffe auch Vertrauen bei den Personen mit Beeinträchtigungen. Es spreche sich herum, wenn sie mit Geduld und Respekt behandelt würden.

An Land eingeschränkt, im Wasser schwerelos Um seine Ausbildung zum Behindertentauchlehrer zu

d’études et de Sports Sous-Marins) hat der Riehener «eine sehr intensive Woche mit schönen Tauchgängen und tollen Menschen» erlebt. Ermög- licht wurde ihmdiese Ausbildung von der European Diving Association, dem Verband, dem Huber als Tauch- lehrer angeschlossen ist. Seit 1993 erkundet Patric Huber die Tiefen des Meeres. Zunächst nur als «Urlaubstaucher», dann als ausgebil- deter Tauchlehrer. Daher weiss er gut, wie sehr sich Tauchausflügemit behin- derten und nicht behinderten Men- schen voneinander unterscheiden. Da- bei meint er gar nicht einmal das Tauchen selbst: «Wenn eine Person mit Handicap den Umgang mit den erlern- ten Techniken beherrscht – das Halten der Tauchtiefe, die Kontrolle der Auf- stiegsrate für sich selbst und für einen Buddy, das Bedienen von Tarierweste und Hilfsmitteln wie Computer oder Kameras –, hat sie unter Wasser dank der Schwerelosigkeit nicht viel mehr Nachteile als Taucher ohne Einschrän- kungen.» Sehr aufwendig seien hingegen, so Huber, die Vorbereitungen auf den Tauchgang. Bei den medizinischen Briefings beispielsweise sei es wichtig, mit den einzelnen Tauchern ausführ- lich den aktuellen Stand der Ausbil- dung sowie die körperlichen Handi- caps zu besprechen. Zudem sei das Aufsuchen des WC oder das Anziehen des Neoprenanzugs für die behinder- ten Personen zeitintensiv. «Da ist viel Geduld gefragt», sagt PatricHuber und ergänzt, dass die Gruppe aus einem Paraplegiker, einem Tetraplegiker, ei- ner Taucherinmit Lähmung durch Po- lio sowie einer mit Morbus Charcot- Marie-Tooth, einer neurogenetischen Erkrankung, bestanden habe. Aufwand hat sich gelohnt Der Assistent beziehungsweise der Tauchlehrer ist je nach Buddy gefor- dert, für zwei Personen tauchen zu können. In diesemFall können das Ta- rieren oder das Bewegen gegen die Strömung sehr anstrengend sein. Der Handicaptaucher bestimmt jedenfalls immer selbst, wann und ob er unter- stützt werden will. Um ihn nach dem Tauchen auf das Boot zu holen, kommt anstelle einer Leiter ein Kran zumEin- satz. Trotz der Strapazen habe sich der ganze Aufwand vor, während und nach jedem Tauchgang gelohnt, be- tont der 47-jährige Riehener. Und dies vor allem aus einem Grund: «Jedes Mal, wenn ich das Strahlen in den Ge- sichtern dieser starken Menschen sah und sie über die tollen Begegnungen mit der Unterwasserflora und -fauna

absolvieren, reiste Patric Huber nach Hurghada. Dort erwartete ihn ein besonderes Abenteuer.

Loris Vernarelli

Die Faszination der Unterwasserwelt mit ihren filigranen Pflanzen und den farbenprächtigen Fischen zieht im- mer mehr Menschen in ihren Bann. Wer es einmal versucht hat, kann gar nicht genug davon kriegen: Zu un- glaublich ist die Erfahrung, in eine andersartige Lebenswelt einzutau- chen und sich darin wie der sprich- wörtliche Fisch im Wasser zu bewe- gen. Was viele nicht wissen: Personen mit einer Behinderung müssen kei- nesfalls auf dieses einzigartige Er­ lebnis verzichten. Zahlreiche Tauch- schulen bieten Kurse für Frauen und Männer mit einer körperlichen Be­ einträchtigung an. Wer gewisse ge- sundheitliche Grundvoraussetzun- gen erfüllt – dieselben, die auch von Tauchern ohne Behinderung erfüllt werden müssen – darf das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben. Auch das Tauchcenter Blobfish- Squad in Weil am Rhein hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Behinde- rung die Verwirklichung ihres Traums zu ermöglichen. Einer der Mitinha- ber, zusammenmit Alexander Kessin- ger, ist der Riehener Patric Huber, der erklärt: «Beim Tauchen nutzen diese Menschen ihr körperliches Potenzial, auch wenn es begrenzt ist, um eine neue Welt zu erleben, eine Aktivität in Schwerelosigkeit auszuüben und in einen Ozean neuer Empfindungen einzutauchen.» Dass sie die unbe- kannte Flora und Fauna fotografieren und filmen dürfen, trägt selbstredend zur persönlichen Bereicherung bei. Aber eines ist klar: Ohne Behinderten- tauchlehrer und Assistenztaucher wä- ren weder die Kurse in der geschütz- ten Umgebung eines Schwimmbads noch Tauchausflüge im offenen Meer möglich. Sehr intensive Woche Patric Huber ist seit Ende Februar einer dieser speziellen Tauchlehrer. Während des einwöchigen Tauchaus- flugs im ägyptischen Hurghada am Roten Meer absolvierte der 47-Jäh­ rige die entsprechende Ausbildung. Als Begleiter der Handicaptaucher von FFESSM (Fédération Française

Patric Huber (l.) während eines Tauchgangs mit seinem «speziellen» Buddy.

Gruppenbild mit allen Teilnehmenden des Tauchausflugs (Patric Huber ist der 1.v.l. in der obersten Reihe). Fotos: zVg

berichteten, war alle Müdigkeit wie verflogen.» Die sechs Tauchtage in den Gewässern vor Hurghada wurden auch für Ausbildungen genutzt, wie eben jene von Patric Huber zum Be-

Tauchgängen im Roten Meer. Er sei sehr dankbar für diese Erfahrung, be- kräftigt Patric Huber. «Und auch da- für, mutige und sehr nette Menschen kennengelernt zu haben.»

hindertentauchlehrer. Der Theorie- unterricht über verschiedene Techni- ken oder die Bergung gehörten genauso dazu wie die praktische An- wendung des Gelernten bei tollen

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CORONAVIRUS Ende der Quarantänemassnahmen im Fall «Kita Riehen»

FONDATION BEYELER 26. 1. –17. 5. 2020

Unser Bärlauch-Festival Geschnetzeltes, Saltimbocca, Bratwürste, Fleischkäse, Spätzli, Pesto, Salatsauce

Wenige Genesungen und viele Neuansteckungen rz. Seit gestern Donnerstag sind die Quarantänemassnahmen für das pri- vate und berufliche Umfeld des «Kita Riehen»-Falles aufgehoben. In einer Medienmitteilung dankt das Gesund- heitsdepartement Basel-Stadt den Be- troffenen für die grossen Einschrän- kungen, die sie auf sich nehmen mussten, denn «dank der Massnah- men konnten zusätzliche Erkran- kungsfälle verhindert werden». Mitt- lerweile kann für Basel-Stadt auch von geheilten Erkrankten berichtet wer- den. Die Zahl der Neuansteckungen steigt jedoch weiter und liegt bei 49 (Stand Mittwochnachmittag). Laut Gesundheitsdepartement sind vier an Covid-19 erkrankte Per- sonen inzwischen genesen. Von den 49 neu angesteckten Personen befin- den sich deren 13 in Spitalpflege. Zwei Personen sind schwer erkrankt und benötigen Intensivpflege; 36 Personen sind in häuslicher Isolati- on. Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt weist den täglichen Stand der positiv getesteten Erkrankungen im Rahmen der Zahlen des Bundes- amtes für Gesundheit aus. Und zwar unter www.coronavirus.bs.ch/infor- mationen-zur-erkrankung.html (Ru- brik «Aktuelle Fallzahlen»). Kantonsarzt Thomas Steffen ruft in Erinnerung, wie sich die Bevölkerung bei Auftreten von Symptomen verhal- ten soll: Wer an Fieber (höher als 38º C) erkrankt und Symptome einer akuten Erkrankung der Atemwege (z.B. Husten oder Atembeschwerden) aufweist, soll sich zu Hause in Selbstisolation bege- ben, bismanwährend 24 Stunden sym- ptomfrei ist. Bei einer Symptomver- schlimmerungsollmansichtelefonisch an einen Arzt wenden, um allfällige weitere Abklärungen auf Covid-19 im Universitätsspital Basel respektive dem Universitätskinderspital beider Basel in die Wege zu leiten.

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