Wir waren nicht immer sofort zum Dienen und zum Vergeben bereit. Keiner von uns hat immer die Wahrheit gesagt. Keiner von uns war frei von Zorn, Neid oder Rachegedanken. Keiner von uns ist mit einer tadellosen Würde durchs Leben gegan- gen. Keiner von uns. Darum haben wir alle Ursache zum Be- dauern und zur Reue. Uns allen bleibt die Betrübnis über das, was wir getan haben und nicht ungeschehen machen können. Darum sollten wir alle Gott täglich für die Gnade danken, die uns von der lähmenden Reue über unsere Vergangenheit befreit. Diese Freiheit ist nicht die Freiheit des Widerrufs oder der Leugnung. Es ist nicht die Freiheit, unsere Geschichte um- zuschreiben. Nein, es ist die Freiheit der vergebenden und ver- ändernden Gnade. Die Gnade heißt mich zu einem Leben mit Hoffnung in der Gegenwart willkommen, weil sie mich dazu befreit, meine Vergangenheit hinter mir zu lassen. Alles, wor- auf ich zurückblicke und was ich gern wiederherstellen würde, ist vollständig von dem Blut Jesu bedeckt worden. Ich brauche nicht mehr die Last der Vergangenheit auf meinen Schultern zu tragen, und so bin ich frei, mich ganz dem hinzugeben, wozu Gott mich im Hier und Jetzt berufen hat. »… eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus« (Phil. 3,13-14). Bist du durch deine Vergangenheit gelähmt? Lebst du unter dem düsteren Leichentuch der Seufzer: »Ach, wenn doch nur…!«? Beeinflusst deine Vergangenheit deine Gegenwart, mehr als Gottes vergangene, gegenwärtige und zukünftige Gnade? Hast
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