AUS DEM LEBEN
Jesus steht im Mittelpunkt. Wirklich ?!
Im Theologiestudium besuchte ich das Fach Coaching. Dabei geht es zuerst darum, sich selbst besser zu verstehen: «Was treibt mich an? Was motiviert mich? In welchem Team blühe ich auf?»
Ich war begeistert – vielleicht etwas zu sehr. Ich kommentierte viel, machte Witze, einige davon, ohne es zu wollen, auf Kosten unseres Dozenten. Dieser kam auf mich zu, schaute mir tief in die Augen und sagte mir vor der ganzen Klasse: «Michi, für mich ist klar: Du willst einfach immer im Mittelpunkt stehen.» Das traf mich. Verunsichert widersprach ich laut: «Nein, das stimmt nicht. Bei mir steht Jesus im Zentrum!» Der Dozent drehte sich um und sagte beim Weggehen: «Wenn das wirklich so wäre, hättest du anders reagiert.» Stille. Ich setzte mich, innerlich brodelnd. Auf dem Heimweg betete ich: «Jesus, ich will DICH im Mittelpunkt haben, nicht mich. Hat der Dozent recht?» Und ich hatte innerlich den Eindruck, dass Jesus mich anlächelte und sagte: «Michi, kein Problem. Jeder Mensch steht gern im Mittel punkt. Jeder wird gern gesehen.» Michi Dufner, Mitglied der Geschäfts leitung, Kommunika tionsleiter, Sensibilisie rung und Mobilisierung
In mein Gebetstagebuch schrieb ich: «Jesus, ich will nicht das Wichtige sein – du bist es doch!» Aber ich erkannte, wie es wirklich war und sagte ihm: «Okay, Jesus.
Es tut mir leid. Du hast recht. Ich stehe wirklich gern im Mittel punkt. Kannst du mir helfen, das zu ändern?» Ich hatte das Gefühl, Jesus zeigte mir in diesem Moment, wie wichtig ich ihm bin. Diese Erfahrung hat mich verändert. Ich muss nicht mehr der Erste sein. Ich darf anderen die Bühne überlassen. Ich muss Menschen nicht mehr für meine Bedürfnisse gebrauchen – ich darf mich verschenken. Nicht, weil ich etwas davon habe, sondern weil mein Herz erfüllt ist. Weil ich weiss, ich werde gesehen. Aus dieser Erfüllung heraus wächst meine Sehnsucht, Men schen zu begegnen, weil ich glaube, dass jede und jeder auf dieser Welt erfahren soll, dass er oder sie gewollt ist. Jeder Mensch verdient es doch, gesagt und gezeigt zu bekom men: «Du bist geliebt. Du bist wertvoll. Du bist gesehen.» Diese tiefe Erfüllung treibt mich an, hinauszugehen – nicht aus Pflicht, sondern aus Freude. Nicht, um etwas zu holen, sondern um etwas zu schenken.
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