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FREITAG, 8.3.2019 98.Jahrgang | Nr.10

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Steuern: Ärgerlicher Fehler sorgt im Einwohnerrat für lange Debatte SEITE 2

Kinderfasnacht: Bilder von den Umzügen in Riehen und Bettingen

Leichtathletik: Silvan Wicki Hallenfinalist an der Hallen-EM

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«KINDERFREUNDLICHE GEMEINDE» Mit dem Unicef-Label unterstützt Riehen das Mehrgenerationen-Projekt am Mittagstisch Mehr als nur eine Bezugsperson für Kinder

Etiennette Verrey besucht regelmässig die Kinder am Mittagstisch im Riehener Dorfzentrum. Beide Generationen profitieren von diesem Austausch. Am Mittagstisch Riehen Dorf kurz nach zwölf Uhr. Die Teller liegen auf zwei grossen Tischreihen bereit für die knapp dreissig Kinder, die ihre Mittagspause im Raum neben dem Restaurant «schlipf@work» verbrin- gen werden. Der Jüngste ist der Erste. Er kommt rein, grüsst alle Erwachse- nen artig per Handschlag und legt sei- nen Schulsack in die dafür vorgesehe- ne Ecke. Dann sucht er sich sein Namensschild, trägt es an den Platz, wo er später essen möchte und greift sich von einem Teller einen Orangen- schnitz. Auf einem Tisch am Fenster entdeckt er plötzlich Farbstifte und Papier. Da auf den Blättern Begriffe wie «Stadt», «Land», «Fluss» und «Be- ruf» stehen, weckt das sein Interesse. Er kennt das bekannte Spiel offenbar noch nicht. Da kommt ihm Etiennette Verrey zu Hilfe: Die Seniorin erklärt dem neugierigen Bub die Hintergrün- de des Spiels und dessen Regeln. Etiennette Verrey engagiert sich freiwillig Dass sich eine ältere Dame, welche die Grossmutter der anwesenden Kin- der sein könnte, für sie engagiert, kommt nicht von ungefähr. Etiennet- te Verrey engagiert sich freiwillig und will den Kindern als ältere Bezugsper- son zur Seite stehen. Und das aus ei- nembestimmten Grund: «Viele haben ihre Grosseltern nie kennengelernt oder sie leben zu weit auseinander», erklärt sie. Verrey ist nun schon das zweite Schuljahr dabei. Im Gellert be- treut sie rund drei Lektionen pro Wo- che ebenfalls Kinder. Sie helfe ihnen bei den Hausaufgaben, verdeutlicht sie. Das sei amMittagstisch in Riehen Fabian Schwarzenbach

Wie funktioniert «Stadt, Land, Fluss»? Geduldig erklärt Etiennette Verrey dem aufmerksamen Bub das Spiel.

Foto: Fabian Schwarzenbach

weniger gefragt. Viele Kinder hätten auch kaumZeit, da sie amNachmittag wieder zur Schule müssten. Der richtige Platz für die Namensschilder Ganz klassisch beginnen «Gross- mutter» Etiennette und ihr «Enkel» mit dem Buchstaben A. Geduldig hilft die Rentnerin dem Jungen beimSchreiben des Worts «Argentinien». In der Zwi- schenzeit haben sich weitere Kinder im Raum eingefunden. Ein älterer Schüler schmeisst seinen Schulsack in die Ecke, greift gleich nach einigen Namensschildern und verteilt sie so, wie er es für richtig hält. Nämlich so, dass seine Kumpels vis-à-vis und links neben ihn sitzen können. Rechts ne- ben ihm platziert er das Schild eines Mädchens. Mit einem Micky-Maus- Buch legt er sich auf ein Kissen in die Ecke. Die nächste Schülerin verschiebt die aufgelegten Namensschilder wie- der und wendet sich zusammen mit anderen Kindern einem Würfelspiel

aus, da sie weiss, dass Verrey schon dort war und davon schwärmt. Doch bald dreht sich die Diskussion um ein «heisseres» Thema, denn es geht plötzlich um Pässe und Nationali- täten. Verrey hat kein Problem mit demneuen Gesprächsstoff, sie spricht unbefangen mit den Kindern und fragt auch ungeniert nach. Die Kinder antworten und stellen ihrerseits Fra- gen – anders als bei uns Erwachsenen völlig frei von Vorurteilen. «Wir denken auf einen Meter zwanzig» «Kinder denken sozial, realistisch und konservativ», stellte Sandra Clau- ser in ihrer Arbeit fest. Die Leiterin der Fachstelle Familie und Integration der Gemeinde Riehen betont, dass Kinder keine Parallelwelt zu den Er- wachsenen benötigen würden. Clau- ser muss es ja wissen, vertritt sie in der Verwaltung doch die Anliegen der Kinder. Sie bringt die politischen Ziele ins Tagesgeschäft ein: «Wir denken

auf einen Meter zwanzig», stellt sie bildlich dar. Auch für die Sicherstel- lung und Umsetzung des Unicef-La- bels «Kinderfreundliche Gemeinde», das Riehen 2011 als eine der ersten Schweizer Gemeinden erhalten hat, ist sie mitverantwortlich. Das Mehr- generationen-Projekt am Mittags- tisch, an dem Etiennette Verrey teil- nimmt, ist eine von vielen mit dem Label unterstützten Massnahmen. Ein weiterer Senior besucht einen an- deren Mittagstisch in Riehen. Die Kinder amMittagstisch Riehen Dorf freuen sich immer auf den Be- such der vifen Dame, denn ihre Sicht der Dinge ist anders. Zumindest an- ders, als sie es normalerweise zu hö- ren bekommen. Kurz vor zwei Uhr verlässt auch das letzte Kind den Saal und verabschiedet sich von Etiennette Verrey. Bevor sie geht, nimmt sie sich noch ein paar Minuten Zeit, um dem Mittagstisch-Team beim Aufräumen zu helfen. Auch hier geht siemit gutem Beispiel voran.

zu. Drei Mädchen haben sich indessen hinter Etiennette Verrey und den Bub gestellt und schauen ihnen über die Schulter. Ihnen kommen viele Mög- lichkeiten für die gefragten Länder, Orte und Flüsse in den Sinn. Verrey bittet dieMädchen etwas leiser zu sein, um ihren «Schützling» nicht zu stören. Bei der zweiten Runde, die mit dem Buchstaben B weitergeht, bilden der Junge und die Mädchen ein Team ge- gen Verrey. Jetzt muss sich die Seniorin tüchtig anstrengen, damit sie mit den Kindern mithalten kann. Unterbrochenwerden sie von einer Glocke, die das Essen ankündigt. Es gibt Salat, Suppe, Gemüse und Käse- schnitte. Von allem ist reichlich vor- handen. Der Broccoli steht in der Hit- liste zwar nicht oben links, aber Salat und Suppe werden brav gegessen. Während des Essens besteht für die Kinder immer wieder dieMöglichkeit, Etiennette Verrey etwas zu fragen, was sie beschäftigt. Ein Mädchen fragt die Seniorin über Griechenland

Reklameteil

BAUARBEITEN Zwei Wochen lang wird dem Verkehr auf der Inzlingerstrasse nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stehen

Em Bebbi sy Mählsuppe frisch gekocht vom Gasthof Ochsen

Inzlingerstrasse nur einspurig befahrbar rz. Aufgrund von Bauarbeiten bei der Kreuzung Lörracherstrasse/Inzlin- gerstrasse ist ein Abbiegen in die Inz- lingerstrasse von der Lörracherstras- se her während zwei Wochen nicht möglich. Wie die Gemeinde Riehen mitteilt, wird der Verkehr über die Rössligasse umgeleitet. den konnten. Dies bedeutet, dass dem Verkehr auf der Inzlingerstrasse in Richtung Inzlingen nur ein Fahr- streifen zur Verfügung steht. Der Ver- kehr nach Inzlingen wird deshalb für die Dauer von zwei Wochen bis zum 22. März kleinräumig umgeleitet.

geführt werden. Die davon betroffe- nen Trottoirabschnitte, auch der neue Veloständer, werden für Fussgänger gesperrt; als Ersatz werden temporär alternative Fussgängerquerungen eingerichtet. Der Verkehr wird, wo nö- tig, mit Verkehrswachen gesichert. Der öffentliche Verkehr ist von die- sen Massnahmen nicht betroffen. Die Buslinien 3 und 16 sowie die Tramli- nie 6 fahren wie gewohnt. Das Tief- bauamt sei bemüht, die Arbeiten so rasch wie möglich fertigzustellen und danke der Bevölkerung für das Ver- ständnis, heisst es in der Mitteilung.

Der aus Basel kommende Verkehr Richtung Inzlingen wird bereits an der Bettingerstrasse auf die geänderte Verkehrsführung aufmerksam ge- macht und über dieselbe Bettinger- strasse, den Eisenbahnweg und die Schützengasse zur Inzlingerstrasse geführt. Der Riehener Lokalverkehr sowie der Verkehr aus Lörrach und Weil werden in die Rössligasse gelenkt und von dort über die Oberdorfstrasse in Richtung Inzlingen umgeleitet. Aufgrund der erforderlichen Bau- breiten muss der Verkehr teilweise über das Trottoir der Inzlingerstrasse

Telefon 061 643 07 77

Der motorisierte Individualver- kehr aus Inzlingen in Richtung Riehen beziehungsweise Weil am Rhein und Lörrach kann hingegen ungehindert fliessen. Jedoch aufgepasst: Im Kreu- zungsbereich zur Lörracherstrasse steht lediglich ein Fahrstreifen zur Verfügung.

Ab kommendemMontag, 11. März, beginnen die Bauarbeiten im Bereich der Kreuzung Lörracherstrasse/Inz- lingerstrasse. Es handelt sich um jene Arbeiten, die während der einspuri- gen Verkehrsführung entlang des Sa- rasinparks nicht durchgeführt wer-

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