Panzer made in Germany online Blick ins Buch

Thomas Anderson

PANZER Vom Ersten Weltkrieg bis heute MADE IN GERMANY

Thomas Anderson

PANZER Vom Ersten Weltkrieg bis heute MADE IN GERMANY

INHALT

Einleitung – Vom A7V zum Main Ground Combat System ....................... 6

MITDEMPANZERINDIESCHLACHT................................. 10 Sturmpanzerwagen A7V | Deutschlands erster Panze. . . . . . . . . . . . . . . . . 12 K-Wagen.......................................................15 LK1und2|LeichteKampfwagen..................................17 Großtraktor................................................... 19 Leichttraktor.................................................. 22 Neubaufahrzeug................................................ 24 PzKpfwI|EinersterMassenpanzer................................ 26 PANZERFÜRDENKRIEG........................................... 30 EinedeutschePanzerwaffe....................................... 32 PzKpfwII|2cmKampfwagen.................................... 34 PzKpfw IV | Ein Panzer zur Kampfunterstützung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 PzKpfwIII|Der3,7-cm-Kampfwagen.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Sturmgeschütz | Ein Panzer für die Infanterie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Panzerbefehlswagen | Von der Funkentelegrafie zum Funksprechgerät . 48 ModerneleichtePanzer.......................................... 52 Panzerschock|T-34undKW..................................... 54 Schützenpanzerwagen | Schwert und Schild für die Infanterie. . . . . . . . . 58 Panzerspähwagen | Der Weg zum modernen Aufklärungsfahrzeug.. . . . 60 PanzerIIILangrohr.............................................. 64 PanzerIVLangrohr............................................. 68 SturmgeschützLangrohr........................................ 72 Wespe und Hummel | Panzerhaubitzen für die Panzerdivisionen.. . . . . . 74 AufklärungspanzerLuchs........................................ 78 DerTiger|GeburteinerLegende................................. 80 DerPanther|ErsatzfürdenPanzerIV.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 Königstiger | Überlegenheit auf dem Gefechtsfeld.. . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 PorschesMaus|Zuschwerundzulangsam.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90

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KALTERKRIEG.................................................... 94 IndieNachkriegszeit............................................ 96 M48|EinSchrittzurück?........................................ 99 Leopard|DerStandardpanzer....................................101 Schützenpanzer lang HS 30 | Ein SPW der 1. Generation. . . . . . . . . . . . . 105 Schützenpanzer kurz | Ein „Bremsklotz“ für die Aufklärer.. . . . . . . . . . . 107 M113G|EinBattleTaxifürdieBundeswehr.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 Raketenjagdpanzer1............................................110 Kanonenjagdpanzer | Der KaJaPa - Ein neues Sturmgeschütz?. . . . . . . . . 112 Marder|EinechterSchützenpanzer.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .114 Kampfpanzer 70 | Ein Panzer für die Zukunft?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 FlaKPzGepard................................................ 120 FlaRakPzRolandII............................................. 122 Spähpanzer2|EinneuerLuchs.................................. 124 Jaguar|NeuerRaketen-Jagdpanzer.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 Gepanzerte Unterstützungsfahrzeuge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 Transportpanzer 1 | Ein Fuchs für die Truppe.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 Skorpion|MinenwerferaufKetten.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132 Wiesel|EinwirklichkleinerPanzer.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 NEUEHERAUSFORDERUNGEN.................................... 136 In die Gegenwart | Der Einfluss der sowjetischen Rüstung auf den deutschenPanzerbau.......................................... 138 Leopard2|KalterKrieger....................................... 142 Büffel|EinneuerBergepanzer................................... 146 SchützenpanzerPuma.......................................... 148 Leopard 2 | Durch Anpassung in die Zukunft.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151 Panzerhaubitze 2000 | Ein überlegenes Artilleriesystem.. . . . . . . . . . . . . 155 SpähwagenFennek|AufleisenSohlen.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .157 DerGTKBoxer|RadversusKette................................ 159 T-14|NeueAnsätzeausRussland................................ 162 Waffensystem Panzer – eine ungewisse Zukunft? . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164

Impressum, Autor und Bildnachweis ..................................... 168

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Einleitung

VOM A7V ZUM MAIN GROUND COMBAT SYSTEM K aum ein Symbol des modernen Krieges ist so eng mit der techno-

Geschichte. Es erzählt von bahnbrechen- den Innovationen und fatalen Fehlein- schätzungen, vom Krieg der Fabriken und von politischen Kontroversen im Frieden. Die Entwicklung der Menschheit ist untrennbar mit der Geschichte des Krieges verknüpft. Mit dem Fortschritt kultureller und technologischer Ent- wicklungen wurden auch militärische Auseinandersetzungen immer komple- xer und zerstörerischer. Was einst als Beutezug gegen benachbarte Stämme begann, kulminierte in den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Militärische Akteure strebten stets danach, ihre Kampfkraft zu steigern. Pferd und Wagen ermöglichten größe- re Beweglichkeit. Einfache Hieb- und Stichwaffen wurden im Laufe der Ent- wicklung durch Distanzwaffen wie Pfeil und Bogen abgelöst. Diese wiederum wichen den Feuerwaffen, deren Ent- wicklung den Krieg grundlegend verän- derte. Mit dem Ausbau leistungsfähiger Verkehrsnetze, dem flächendeckenden Einsatz der Eisenbahn und der Verbrei- tung des Verbrennungsmotors entstan- den schließlich die Massenarmeen der Moderne. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs er- reichte diese Entwicklung einen furcht-

logischen Entwicklung, industrieller Leistungsfähigkeit und ideologischer Aufladung verbunden wie der Panzer. Vom klobigen Sturmpanzerwagen A7V des Ersten Weltkriegs über die berüch- tigten Tiger und Panther des Zweiten Weltkriegs bis hin zum hochmodernen Leopard 2 der Bundeswehr: Der deut- sche Panzerbau steht seit über einem Jahrhundert im Spannungsfeld von Ingenieurskunst, Kriegen und geopoliti- schen Umbrüchen. Dieses Buch widmet sich der viel- schichtigen Geschichte des deutschen Panzerbaus – nicht allein als techni- scher Entwicklungspfad, sondern als Spiegel einer wechselvollen nationalen

 Der Panzer der Blitz- kriege – der PzKpfw III – war ursprünglich mit einer 3,7 cm KwK bewaffnet. (Foto: Slg. Anderson)

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baren Höhepunkt – den ersten indust- rialisierten Krieg. Der deutsche Generalstab setzte auf einen raschen Sieg im Westen und plan- te, Frankreich über Belgien zu umgehen und mit einem umfassenden Angriff die französische Armee bei Paris zu zerschlagen. Doch der Überraschungs- effekt verpuffte, der Vormarsch kam zum Erliegen. Entlang einer rund 1.000 Kilometer langen Front entwickelte sich ein zermürbender Stellungskrieg. Jeder Versuch, die gegnerischen Linien durch Frontalangriffe zu durchbrechen, endete in verlustreichen Niederlagen. Das Moment der Bewegung wurde durch den massiven Einsatz des Maschi- nengewehrs und der Artillerie ausge- hebelt. Nun dominierte die Defensive das Schlachtfeld. Im Geschosshagel starben Zehntausende, ganze Jahrgänge gingen elend zugrunde. Es mangelte an Mitteln, dieses Problem wirksam zu lösen – an technischen Möglichkeiten, Schützengrä- ben zu überwinden und die Wirkung der eigenen Waffen nach vorne zu tragen. Erste Versuche, starre, eingefrorene Frontlagen zu durchbrechen, hatten bri- tische Militärtechniker und Ingenieure bereits 1914 unternommen. Ziel dieser Arbeiten war es, technische Mittel zu entwickeln, die den verlust- reichen und in seinen Ergebnissen weit- gehend stagnierenden Stellungskrieg durchbrechen sollten. Gepanzerte Radfahrzeuge waren be- reits vor dem Ersten Weltkrieg im Ein-

satz, spielten jedoch im Kriegsgeschehen nur eine begrenzte, eher symbolische Rolle. Hauptsächlich wurden sie für Aufklärungs- und Verbindungsaufgaben verwendet, erwiesen sich jedoch auf- grund ihres schwachen Panzerschutzes und ihrer relativen Unbeweglichkeit im unwegsamen Gelände als kaum tauglich für den Stellungskrieg. Die Einschränkungen der Panzer- wagen offenbarten den Bedarf an ge- ländegängigen, stärker gepanzerten Kampffahrzeugen mit überlegener Antriebstechnik. Die Kombination von Verbrennungs- motor, endloser Gleiskette und eines gepanzerten Aufbaus führte schließlich zur Entwicklung eines neuen Waffen- systems: des Tanks oder Panzers. Ziel war es, Beweglichkeit, Feuerkraft und Panzerschutz in einem Fahrzeug zu vereinen. Der erste Einsatz britischer Tanks – am 15. September 1916 bei Flers-Courcelette – erfolgte mit 49 Mk- I-Tanks, von denen jedoch 17 bereits auf dem Anmarsch wegen technischer Defekte ausfielen. Dennoch markierte

 Moderne Panzertechnik: ein Leopard 2A5 im Ge- lände. (Foto: Tank-Masters/ Ralph Zwilling)

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Einleitung

Mit der Machtübernahme von Adolf Hitler bahnte sich ein weiterer Groß- konflikt an. Deutsche Ingenieure schufen die Grundlagen einer Panzerwaffe, die es Hitler ermöglichte, innerhalb relativ kurzer Zeit Europa zu unterwerfen. Auch der Fall des großen Russlands erschien denkbar. Was mit dem 3,7-cm-Kampf­ wagen begann, fand seinen Höhepunkt in Panzern wie Tiger und Panther. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden relativ schnell neue deutsche Streitkräfte. Diese wurden zunächst mit ausländischem Gerät, mit Masse US- amerikanischen Ursprungs, ausgerüstet. Spätestens seit Anfang der 1960er-Jahre jedoch war die westdeutsche Industrie in der Lage, den eigenen Bedarf durch moderne Waffensysteme zu decken. Der Leopard 1 entstand, ein bemerkenswert vielseitiger Kampfpanzer. Nach dem Zusammenbruch des War- schauer Pakts 1991 vollzog die deutsche Sicherheitspolitik eine grundlegende Umorientierung. Die bisherige Ausrich- tung auf Landesverteidigung im Rahmen des Ost-West-Konflikts verlor an Be- deutung. Stattdessen traten neue sicher- heitspolitische Herausforderungen in den Vordergrund: internationale Krisen- bewältigung, Friedenssicherung und die Bekämpfung von Terrorismus.

dieser Tag den Beginn einer neuen Ära der Kriegführung. Nur ein Jahr später, während der Schlacht von Cambrai (20. Novem- ber bis 7. Dezember 1917), setzten die Briten bereits 376 Kampfpanzer ein, unterstützt durch zahlreiche weitere ge- panzerte Fahrzeuge. Der Durchbruch an mehreren Frontabschnitten bewies das Potenzial der neuen Waffe eindrucksvoll. Das Deutsche Reich reagierte auf diese Entwicklung vergleichsweise spät – trotz seiner hochentwickelten Industrie.

 Ein gut getarnter Panther Ausf G wartet auf den rus- sischen Angriff. (Foto: Slg. Anderson)  Der A7V, der erste Panzer deutscher Produktion, demonstriert seine Ge- ländegängigkeit. (Foto: Slg. Anderson)

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Die Bundeswehr wurde reformiert und zunehmend für Auslandseinsätze im Rahmen von NATO-, EU- und UN-Mis- sionen eingesetzt, z. B. auf dem Balkan, in Afghanistan oder Mali. Auch der Be- griff der „vernetzten Sicherheit“ gewann an Bedeutung – also das Zusammenspiel von Diplomatie, Entwicklungspolitik und militärischen Mitteln. Insgesamt markierte die Zeit nach dem Kalten Krieg eine Abkehr von der rein defensiven Ausrichtung hin zu einer aktiveren, international eingebundenen deutschen Sicherheitspolitik. Diese neue deutsche Sicherheitspolitik geriet jedoch bald unter Druck durch ein Russland, das zunehmend offensiv und imperialistisch auftrat. Die Anne- xion der Krim 2014 und der russische Überfall auf die gesamte Ukraine 2022 markierten eine sicherheitspolitische Zeitenwende. Beide Vorgänge stellten einen tiefgreifenden Bruch mit der euro- päischen Friedensordnung dar. Deutsch- land und Europa reagierten zunächst mit wirtschaftlichen Sanktionen und diplomatischen Mitteln, hielten jedoch an einer insgesamt kooperationsorien- tierten Haltung gegenüber Russland fest. Die Bundesregierung erkannte, dass die bisherigen Mittel nicht ausreichten, um Europas Sicherheit zu gewährleisten. Die von Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner historischen Rede vom 27. Feb- ruar 2022 beschriebene Zeitenwende brachte eine Rückbesinnung auf Landes- und Bündnisverteidigung im Rahmen der NATO. Die risikoscheue deutsche

Sicherheitspolitik wich einer realisti- scheren, robusteren und strategischeren Sicht der Dinge. Das Waffensystem Panzer, das seit der Zäsur von 1990 sukzessive an Bedeu- tung verloren hatte, wurde neu gedacht. Der Leopard 2, dieses Spitzenprodukt der deutschen Rüstungsindustrie, wurde modernisiert und grundlegend ver- bessert. Der Panzer wurde in geringen Stückzahlen an die Ukraine geliefert, damit steht jetzt erstmalig ein deut- scher Kampfpanzer wieder im scharfen Einsatz. Mittelfristig wird die Entwicklung neuer Waffensysteme forciert, darunter das deutsch-französische MGCS-Pro- jekt (Main Ground Combat System), das langfristig den Leopard 2 ablösen soll. Die vorliegende Abhandlung ver- sucht die technische Entwicklung des deutschen Panzerwesens vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart darzu- legen. Im Folgenden werden die wich- tigsten deutschen Panzertypen vorge- stellt und in ihren historischen Kontext eingeordnet.

 Der PzKpfw IV war neben dem Panther Deutschlands wichtigster Kampfpanzer im 2. Weltkrieg. (Foto: Slg. Anderson)

Leopard, Panther und viele andere Panzer aus deutscher Produktion sind heute in aller Munde – nicht zuletzt wegen des Krieges in der Ukraine seit 2022. Doch die Geschichte der Konstruktion und Herstellung von gepanzerten Fahrzeugen reicht bis in den Ersten Weltkrieg zurück. Militär-Experte Thomas Anderson erzählt die Geschichte der deutschen Panzerentwicklung und stellt zentrale Modelle wie Tiger, Leopard 2 oder den neuen Panther KF51 vor. Mit zahlreichen Abbildungen, technischen Daten und klaren Analysen ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Geschichtsinteressierte und Technikliebhaber.  Technologische Meisterleistungen made in Germany  Alles Wichtige zu Technik und Einsatz  Historische Einordnung und kritische Bewertung Ein übersichtlicher Begleiter zu Entwicklung, Einsatz und Bedeutung deutscher Panzer. DEUTSCHE PANZERBAUKUNST

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