Panzer made in Germany online Blick ins Buch

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baren Höhepunkt – den ersten indust- rialisierten Krieg. Der deutsche Generalstab setzte auf einen raschen Sieg im Westen und plan- te, Frankreich über Belgien zu umgehen und mit einem umfassenden Angriff die französische Armee bei Paris zu zerschlagen. Doch der Überraschungs- effekt verpuffte, der Vormarsch kam zum Erliegen. Entlang einer rund 1.000 Kilometer langen Front entwickelte sich ein zermürbender Stellungskrieg. Jeder Versuch, die gegnerischen Linien durch Frontalangriffe zu durchbrechen, endete in verlustreichen Niederlagen. Das Moment der Bewegung wurde durch den massiven Einsatz des Maschi- nengewehrs und der Artillerie ausge- hebelt. Nun dominierte die Defensive das Schlachtfeld. Im Geschosshagel starben Zehntausende, ganze Jahrgänge gingen elend zugrunde. Es mangelte an Mitteln, dieses Problem wirksam zu lösen – an technischen Möglichkeiten, Schützengrä- ben zu überwinden und die Wirkung der eigenen Waffen nach vorne zu tragen. Erste Versuche, starre, eingefrorene Frontlagen zu durchbrechen, hatten bri- tische Militärtechniker und Ingenieure bereits 1914 unternommen. Ziel dieser Arbeiten war es, technische Mittel zu entwickeln, die den verlust- reichen und in seinen Ergebnissen weit- gehend stagnierenden Stellungskrieg durchbrechen sollten. Gepanzerte Radfahrzeuge waren be- reits vor dem Ersten Weltkrieg im Ein-

satz, spielten jedoch im Kriegsgeschehen nur eine begrenzte, eher symbolische Rolle. Hauptsächlich wurden sie für Aufklärungs- und Verbindungsaufgaben verwendet, erwiesen sich jedoch auf- grund ihres schwachen Panzerschutzes und ihrer relativen Unbeweglichkeit im unwegsamen Gelände als kaum tauglich für den Stellungskrieg. Die Einschränkungen der Panzer- wagen offenbarten den Bedarf an ge- ländegängigen, stärker gepanzerten Kampffahrzeugen mit überlegener Antriebstechnik. Die Kombination von Verbrennungs- motor, endloser Gleiskette und eines gepanzerten Aufbaus führte schließlich zur Entwicklung eines neuen Waffen- systems: des Tanks oder Panzers. Ziel war es, Beweglichkeit, Feuerkraft und Panzerschutz in einem Fahrzeug zu vereinen. Der erste Einsatz britischer Tanks – am 15. September 1916 bei Flers-Courcelette – erfolgte mit 49 Mk- I-Tanks, von denen jedoch 17 bereits auf dem Anmarsch wegen technischer Defekte ausfielen. Dennoch markierte

 Moderne Panzertechnik: ein Leopard 2A5 im Ge- lände. (Foto: Tank-Masters/ Ralph Zwilling)

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