16 Willy Messerschmitt und sein Werk bis 1945
Von Links: Robert Lusser Richard Bauer Hubert Bauer (rechts) mit Willy Messerschmitt
stellten Herren gehörten zur ersten Riege dieser Messerschmitt-Mitarbeiter. Robert Lusser (1899–1969) · Diplom-Ingeni- eur Robert Lusser war mit der Projektleitung für die Typen Bf 108, Bf 109 und Bf 110 be- traut. Lusser kam 1933 von Heinkel zu BFW und war zuvor bei Klemm beschäftigt. Das Verhältnis zwischen Robert Lusser und Willy Messerschmitt galt als überaus unausgegli- chen. Ernst Heinkel soll diesbezüglich sogar von tiefem Hass gesprochen haben, den Lus- ser für Messerschmitt empfand. Entsprechend dürfte Lussers Eintritt bei BFW 1933 nicht freiwilliger Natur gewesen sein, sondern auf Weisung höherer RLM-Stellen erfolgt sein. 1938 wechselte Lusser erneut zu Heinkel und 1941 zu Fieseler. Richard Bauer (1898–1962) · Richard Bauer begann seine Ingenieurslaufbahn bei Arado, wechselte 1929 als Konstrukteur zu BFW/ Messerschmitt und stieg 1933 zum Leiter des Konstruktionsbüros in Augsburg auf. Er be- hielt diese Position bis Herbst 1938 und zeichnete damit auch für die konstrukive Ausarbeitung der Typen M 37/Bf 108, Bf 109 und Bf 110 verantwortlich. Anschließend wurde Richard Bauer Typenleiter der Bf 109. Hubert Bauer (1902–1986) · Diplom-Ingeni- eur Hubert Bauer kam 1929 von Junkers zu BFW/Messerschmitt und fungierte von 1938 an als Leiter des Versuchsbaus und Betriebs- direktor. Woldemar Voigt (1907–1980) · Zunächst bei Klemm beschäftigt, trat Diplom-Ingenieur Woldemar Voigt 1933 bei BFW ein und war am Aufbau des Messerschmitt-Projektbüros beteiligt. 1938 trat er die Nachfolge von Ro-
Oberammergau den Alliierten bis zur Ein- nahme im April 1945 unbekannt. Jähes Ende Der Messerschmitt Flugzeugbau von einst war nach Junkers und Heinkel bis 1945 zum drittgrößten Rüstungskonzern angewachsen. Alleine das Werk in Regensburg produzierte bis 1945 annähernd 11.000 Bf 109. Mit dem Kriegsende fand der Konzern ein jähes Ende. Willy Messerschmitt, seit 1933 NSDAP-Mit- glied, aber politisch uninteressiert, wanderte in Gefangenschaft und zum Verhör nach London. Zurück in Deutschland war er in verschiedenen Einrichtungen interniert und wurde unwissentlich als x-beliebiger Kriegs- gefangener behandelt. Gesundheitlich sehr angeschlagen, erkannte man relativ spät, um wen es sich bei dem Gefangenen in Zivil han- delte. Als Mitläufer eingestuft, wurde Willy Mes- serschmitt 1948 entlassen. Der Flugzeugbau war in Deutschland verboten, Messerschmitt musste sich anderweitig orientieren. Die Macher Zwar gab Willy Messerschmitt die Richtung vor, die Ausarbeitung der Ideen und Ent- würfe übernahmen jedoch zahlreiche auf ihre Aufgaben spezialisierte Angestellte. Zu diesen Machern gehörten viele Ingenieure, aber auch die Erprobungspiloten hatten maßgeblichen Anteil an der praktischen Umsetzung von neuen Flugzeugmustern sowie Weiterentwicklungen. Die hier vorge-
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